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VW-Affäre: Daimler-Betriebsrat warnt vor zu strengen Regeln

Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht hat vor zu strengen Regeln auf EU-Ebene als Konsequenz aus der Abgas-Affäre bei Volkswagen gewarnt.
© Foto: dpa

Welche Folgen hat die VW-Affäre für die deutsche Autoindustrie? Keine Frage beschäftigt die Branche derzeit wie diese. Bei Daimler müssen sich die Beschäftigten 2016 aber offenbar noch keine Sorgen machen.


Datum:
19.01.2016
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Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht hat vor zu strengen Regeln auf EU-Ebene als Konsequenz aus der Abgas-Affäre bei Volkswagen gewarnt. "Wir versuchen, mit Brüssel in Kontakt zu bleiben, damit keine Hyperaktivität entsteht, die uns vor unlösbare Probleme stellt", sagte Brecht am Dienstag in Stuttgart. Es helfe der Branche, wenn auf EU-Ebene über Abgastests diskutiert werde, die näher an der Realität sind. Die Dinge dürften aber nicht noch stärker reglementiert werden, sagte Brecht auch mit Blick auf die CO2-Ziele. Immerhin hingen in Deutschland gut 800.000 Jobs von der Autoindustrie ab.

Bislang schlägt der Diesel-Skandal nicht auf die Geschäfte von Daimler durch. Im Gegenteil: Auch dank des günstigen Ölpreises und trotz der Schwäche in China hat der Konzern 2015 rund 1,99 Millionen Autos verkauft - ein Rekord. Selbst für den zuletzt schwächelnden chinesische Markt gab sich das Management positiv. Er sei "verhalten optimistisch" für 2016, sagte auch Brecht. "Ich habe keine Sorgenfalten auf der Stirn." Auch deshalb hält er in Deutschland einen leichten Beschäftigungsaufbau für möglich. "Für dieses Jahr haben wir eine ausgeglichene Personalplanung. Wir kommen aber immer einen Tick besser raus, als die Planungen sind", sagte er. "Es sei denn, es kommt eine Krise, werden wir an allen Standorten die gleiche Beschäftigung haben - eher einen Tick mehr."

Einen Schub könnte zum Beispiel der Hochlauf der neuen E-Klasse am Standort Sindelfingen bringen, meinte Brecht. In den vergangenen vier Jahren sei die Zahl der Beschäftigten in allen deutschen Werken der Daimler AG im Pkw-, Van- und Nutzfahrzeuggeschäft nach einer groben Rechnung um etwa 10.000 gestiegen. Die Leiharbeiterquote ist mit acht Prozent festgesetzt. Konzernweit seien es etwa 6.000. 

Höhere Mitarbeiterprämien

Der Daimler-Betriebsrat hatte im vergangenen Jahr die Vereinbarung zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis zum Jahr 2020 verlängert. Diese gilt für die Tarifbeschäftigten der Daimler AG in Deutschland - dem Betriebsrat zufolge waren das zuletzt rund 135.000. Diese dürften nach den Worten Brechts mit einer höheren Beteiligung am Ergebnis rechnen - im vergangenen Jahr erhielten sie eine Prämie von 4.300 Euro. Bundesweit beschäftigte Daimler in allen Bereichen zuletzt rund 170.000 Mitarbeiter. Weltweit sind es etwa 280.000.

Für die einzelnen Standorte in Deutschland hatten die Betriebsräte in den vergangenen Monaten sogenannte Zukunftsbilder vereinbart. Daimler hatte darin Investitionszusagen für fast alle deutschen Standorte getroffen - insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Teilweise werden aber auch hier Stellen eingespart. In Mannheim fallen beispielsweise 500 Jobs weg, in Kassel sind es 300. 

Jobsicherung in Brasilien

In Brasilien hatte Daimler Pläne zur Streichung von 1.500 Jobs in einem Lastwagen-Werk bei São Paulo fallengelassen. Die Jobs sind nun bis August 2016 gesichert. Die Gespräche liefen aber noch, sagte Brecht. Mit den Gewerkschaften werde auch über Kurzarbeit diskutiert. "Ich glaube nicht an eine Erholung in Brasilien", sagte Brecht.

Insgesamt hat der Stuttgarter Autobauer in dem Land etwa 12.000 Mitarbeiter, knapp 10.000 davon sind in den Lkw-Werken beschäftigt. Die Produktion in seinem ersten Pkw-Werk soll im ersten Quartal 2016 starten. Dabei sollen dort 600 Stellen geschaffen werden.

Der Autobauer rechnet auch 2016 mit einem schwierigen Nutzfahrzeuggeschäft in Brasilien. Finanzvorstand Bodo Uebber hatte dem Magazin «Börse Online» kürzlich gesagt, man könne derzeit "leider auch nicht ausschließen, dass es noch weiter runtergehen könnte". (dpa)

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