E-Gebrauchtwagen: Preise steigen seit Januar um 20 Prozent

02.11.2026 11:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Elektroauto
Gebrauchte E-Autos werden gegen den Markttrend teurer. 
©Foto: T. Volz/Pro Motor

Gebrauchtwagen werden wieder günstiger, doch Stromer schlagen die Gegenrichtung ein. Im Oktober stieg ihr durchschnittlicher Angebotspreis erneut. Seit Januar beträgt der Zuwachs laut Autoscout24 rund ein Fünftel.

Auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt geben die Preise wieder nach. Im Oktober sank der durchschnittliche Angebotspreis gegenüber September um 0,6 Prozent auf 26.728 Euro, wie aus einer aktuellen Auswertung der Online-Fahrzeugplattform Autoscout24 hervorgeht. Gebrauchte Elektroautos entwickeln sich allerdings in die entgegengesetzte Richtung: Sie verteuerten sich demnach um 1,7 Prozent auf durchschnittlich 39.658 Euro.

Damit setzt sich die auffällige Preisentwicklung bei E-Gebrauchtwagen fort. Im Januar 2026 waren sie im Schnitt noch für 32.980 Euro inseriert worden. Seither ist der durchschnittliche Angebotspreis um rund 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig verringerte sich das Fahrzeugangebot im Oktober gegenüber dem Vormonat um 7,2 Prozent.

Gesamtmarkt gibt im Oktober nach 

In nahezu allen Fahrzeugsegmenten gingen die Angebotspreise laut Autoscout24 zurück. Besonders deutlich fiel das Minus in der oberen Mittelklasse aus. Hier sanken die Preise gegenüber September um 2,7 Prozent auf durchschnittlich 29.578 Euro. 

In der Mittelklasse betrug der Rückgang 1,4 Prozent auf 24.777 Euro, bei SUV und Geländewagen ein Prozent auf 31.893 Euro. Kompaktmodelle wurden mit durchschnittlich 19.312 Euro um 0,6 Prozent günstiger angeboten. Bei Kleinwagen ging es um 0,4 Prozent auf 12.758 Euro nach unten. 

Nachfrage fällt um knapp elf Prozent 

Parallel zur Preisentwicklung kühlte die Nachfrage ab. Über alle Fahrzeugsegmente hinweg sank das Interesse gegenüber September um 10,9 Prozent. Am stärksten traf es Vans und Kleinbusse mit einem Minus von 12,9 Prozent. In der Oberklasse ging die Nachfrage um 11,9 Prozent zurück, in der oberen Mittelklasse um 11,7 Prozent und bei Kompaktwagen um 11,6 Prozent. 

Auch das Fahrzeugalter macht einen Unterschied: Bei drei bis fünf Jahre alten Gebrauchten verringerte sich die Nachfrage um 12,6 Prozent. Bei ein bis drei Jahre alten Autos betrug das Minus 11,5 Prozent.

Bei den Antriebsarten stechen Elektroautos besonders hervor. Während sie sich im Oktober um 1,7 Prozent verteuerten, gingen die Preise der übrigen Antriebsarten zurück. Diesel kosteten durchschnittlich 26.788 Euro und damit 0,8 Prozent weniger als im September. Hybride verbilligten sich um 0,7 Prozent auf 37.164 Euro, Benziner um 0,2 Prozent auf 23.893 Euro. 

Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout24, warnt vor pauschalen Urteilen über die Restwertentwicklung von Stromern: "Bei gebrauchten Elektroautos lohnt es sich inzwischen, genauer hinzuschauen. Lange standen vor allem hohe Wertverluste und sinkende Preise im Mittelpunkt der Diskussion. Unsere aktuellen Daten zeichnen ein differenzierteres Bild. Elektroautos entwickeln sich bei den Angebotspreisen seit Monaten anders als der übrige Gebrauchtwagenmarkt."

Gleichzeitig ließ das Interesse an gebrauchten Elektroautos im Oktober etwas nach. Gegenüber dem starken September sank die Nachfrage um 12,9 Prozent. Allerdings war sie im Vormonat um 26,8 Prozent gestiegen. 

Der Nachfrageindex von Autoscout24 unterstreicht diese Entwicklung. Ausgehend von 100 Punkten für die durchschnittliche Nachfrage im Januar und Februar erreichten gebrauchte E-Autos im September 167 Punkte. Im Oktober ging der Wert auf rund 145 Punkte zurück. Damit blieb das Interesse weiterhin klar über dem Niveau zu Jahresbeginn.

Weniger E-Autos im Angebot 

Auffällig ist zugleich die Entwicklung auf der Angebotsseite: Der Bestand inserierter Elektroautos schrumpfte im Monatsvergleich um 7,2 Prozent. Bei Hybriden betrug das Minus 3,7 Prozent, bei Benzinern 2,7 Prozent und bei Dieseln 1,3 Prozent.


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