Restwerte für gebrauchte E-Autos: Förderung setzt Preise weiter unter Druck

20.01.2026 09:32 Uhr | Lesezeit: 3 min
Volkswagen E-Auto
Wenn Neuwagen deutlich billiger werden, verschiebt das erfahrungsgemäß auch das Preisgefüge bei den Gebrauchten.
© Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind Stromer noch immer Exoten. Trotz des geringen Angebots sind die Preise eher niedrig - und dürften durch die Neuwagenförderung noch weiter unter Druck kommen. Laut DAT liegt der Restwert bei BEV – Stand Dezember – bei 49 Prozent.

Gebrauchte Elektroautos sind selten und sehr viel billiger als neue. 2025 machten sie nur 3,6 Prozent der Besitzumschreibungen in Deutschland aus, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Damit ist ihr Marktanteil im Vergleich zu 2024 zwar um rund ein Drittel gestiegen, bleibt aber weiter niedrig. 

Zum Vergleich: Unter Neuwagen machten reine Stromer (BEVs) vergangenes Jahr fast ein Fünftel aus. Dabei ist der wichtigste Vorteil von Gebrauchtwagen - dass sie deutlich billiger als Neuwagen sind - bei Stromern besonders ausgeprägt und könnte bald noch weiter steigen. 

Restwerte bei E-Autos niedriger als bei Verbrennern

Verglichen mit ihren Neupreisen sind gebrauchte Elektroautos schon jetzt sehr viel günstiger als Verbrenner. Das zeigen Zahlen des Marktbeobachters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) zum sogenannten Restwert. Er gibt - vereinfacht - den Wert eines typischen drei Jahre alten Gebrauchtwagen im Vergleich zum Listenneupreis an. 

Für BEVs liegt der Restwert - Stand Dezember - bei 49 Prozent. Wer beim Händler einen drei Jahren alten Stromer kauft, zahlt im Schnitt also nicht einmal die Hälfte des Listenneupreises. Das ist viel weniger als bei Dieseln oder Benzinern, die zuletzt Restwerte von 61,1 Prozent beziehungsweise 62,7 Prozent hatten. 

Obwohl gebrauchte Stromer selten sind, reicht die Nachfrage also offenbar nicht aus, um ein ähnliches Restwertniveau wie bei Verbrennern zu erzeugen. 

Förderung wird auf die Preise drücken

Und gebrauchte Stromer könnten durch die neue Elektroautoförderung des Bundes noch billiger werden. Zwar gibt es für sie keine eigene Förderung, wie bereits von verschiedenen Seiten kritisiert wurde.

Einen Effekt wird sie aber wohl dennoch haben. Wenn Neuwagen deutlich billiger werden, verschiebt das erfahrungsgemäß auch das Preisgefüge bei den Gebrauchten, wie ein DAT-Sprecher bestätigt. Der Effekt dahinter ist folgender: Wer gebraucht kauft, tut dies in der Regel, um Geld zu sparen. Werden Neuwagen billiger, schrumpft der Preisunterschied und damit der Anreiz, zum Gebrauchten zu greifen.

Das drückt wiederum auf die Gebrauchtpreise, bis der Preisunterschied wieder groß genug ist, dass sich genügend Käufer finden. Für künftige Käufer sind das günstige Aussichten - für Privatverkäufer, Händler und Leasinggesellschaften, deren Autos an Wert verlieren, eher schlechte. Inzwischen gibt es rund zwei Millionen reine Elektroautos auf deutschen Straßen. Das sind grob vier Prozent des Pkw-Bestands.


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