1.000 neue Jobs: Infineon eröffnet neues Halbleiterwerk in Dresden

02.07.2026 10:19 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Eröffnung des neuen Werks in Dresden: Infineon-Chef Jochen Hanebeck (Mitte) betonte, dass das Werk drei Monate vor dem Zeitplan in Betrieb gehe. 
© Foto: dpa/Robert Michael

"Deutschland kann Tempo, Deutschland kann Hightech und Deutschland kann Zukunft", sagt der Digitalminister. Gemeint ist das neue Werk von Infineon in Dresden – und das geht sogar vorzeitig in Betrieb.

Der Halbleiterkonzern Infineon hat mit der "Smart Power Fab" in Dresden die größte Einzelinvestition seiner Geschichte eröffnet. Insgesamt fünf Milliarden Euro flossen in das Werk, knapp eine Milliarde davon stammt aus öffentlichen Mitteln.

Die Fabrik wurde in nur drei Jahren errichtet und schafft rund 1.000 neue Arbeitsplätze. Produziert werden dort Leistungshalbleiter, die unter anderem in Elektroautos, erneuerbaren Energien, Rechenzentren und Industrieanlagen benötigt werden. Die Fertigung erfolgt auf 300-Millimeter-Wafern. Infineon plant, seinen Ausstoß in Dresden damit zu verdoppeln.

Impulse für Schlüsseltechnologien

Infineon-Chef Jochen Hanebeck betonte, dass das Werk drei Monate vor dem Zeitplan in Betrieb gehe – und genau zum richtigen Zeitpunkt. "Mit der Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft – von der Energieversorgung in KI-Rechenzentren über softwaredefinierte Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien." Die Investition solle die globale KI-Entwicklung unterstützen und gleichzeitig die Lieferketten in kritischen Industrien stärken.

Hohe Investitionen in Forschung und Produktion

Nach Unternehmensangaben investiert Infineon jährlich 30 bis 40 Prozent seines Umsatzes in Fabriken sowie in Forschung und Entwicklung. Fast jeder zweite Euro davon fließt nach Deutschland. Im vergangenen Jahr entsprach das rund drei Milliarden Euro. Hanebeck forderte zugleich bessere Rahmenbedingungen in Europa. Unternehmen bräuchten mehr Planungssicherheit, Flexibilität und Tempo, insbesondere bei Förderprojekten. Diese Anforderungen müssten im European Chips Act und bei wichtigen europäischen Industrieprojekten stärker berücksichtigt werden.

Politik sieht starkes Signal

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nahm zwar nicht persönlich an der Eröffnung teil, wurde aber per Video zugeschaltet. Er sprach von einem "starken Signal für den Industriestandort Deutschland und Europa". Die Investition zeige, dass moderne und wettbewerbsfähige Halbleiterfertigung auch hierzulande möglich sei. Die Inbetriebnahme sei ein Aufbruchssignal für Deutschland. "Es geht wirklich voran", sagte Merz mit Blick auf aktuelle industriepolitische Entscheidungen. Tempo solle künftig zum Normalfall werden.

Forderungen nach mehr Geschwindigkeit

Auch Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) bezeichnete das Werk als "Meilenstein auf dem Weg zu einem digital souveränen Deutschland". Sein Fazit: "Deutschland kann Tempo, Deutschland kann Hightech und Deutschland kann Zukunft."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mahnte ebenfalls mehr Geschwindigkeit im internationalen Wettbewerb an. Europa strebe einen Anteil von 20 Prozent an der weltweiten Chipproduktion an, liege aktuell jedoch deutlich unter zehn Prozent. "Wir müssen uns diesem Wettbewerb stellen", sagte Kretschmer.

Fabrik der Superlative

Die neue Anlage gehört zu den größten ihrer Art weltweit. Das Gebäude ragt über 40 Meter in die Höhe und reicht 22 Meter in den Boden. Der Reinraum erstreckt sich über zwei Etagen und umfasst eine Fläche von rund drei Fußballfeldern – notwendig für die staubfreie Produktion feinster Chipstrukturen. Die Fab wird vollständig mit Ökostrom betrieben und nutzt Industriewasser statt Trinkwasser. Infineon beschäftigt am Standort Dresden derzeit rund 4.000 Mitarbeiter.


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