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Ab 2035 nur noch Elektroautos?: EU erwägt drastische Verschärfung der CO2-Regeln

Flottenaustoß: Die EU will offenkundig die Schrauben kräftig anziehen.
© Foto: Olivier Le Moal / stock.adobe.com

Nach Medieninformationen gibt es Überlegungen in Brüssel, die CO2-Flottengrenzwerte für Neuwagen ab 2035 auf Null zu senken. Der Branchenverband VDA reagiert.


Datum:
17.06.2021
Autor:
AH
Lesezeit: 
4 min
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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) läuft Sturm gegen neue Pläne zu abermals verschärften CO2-Zielen in Europa. "Die Überlegungen der EU-Kommission, die sogenannten Flottengrenzwerte für Neufahrzeuge ab 2035 auf Null zu senken, würde die europäische Automobilindustrie faktisch dazu zwingen, nur noch rein batterieelektrische Fahrzeuge auf den Markt zu bringen", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller am Donnerstag in Berlin. Das wäre nicht nur das Ende des Verbrennungsmotors, sondern auch das Ende des Plug-in-Hybrids.

Medienberichten zufolge fordert die EU-Kommission in einem Entwurf eine deutlich stärkere Reduzierung der CO2-Emissionen als ohnehin schon. Zwar werden in dem Papier, das Mitte Juli vorgestellt werden soll, noch keine konkreten Zahlen genannt. Nach Informationen des Politmagazins "Politico" will Brüssel bereits für 2030 die CO2-Schrauben kräftig anziehen. Ab 2035 soll dann eine Minderung um 100 Prozent zur Diskussion stehen. Das heißt konkret: Die Pkw-Flotten dürfen kein Gramm CO2 mehr ausstoßen.

Das sei das "Gegenteil von Technologieoffenheit, zu welcher sich die Kommission und ihr Vizepräsident Timmermans immer bekannt hat", sagte Müller. Die Beschränkung innerhalb eines so kurzen Zeitraums auf eine einzige Antriebsoption sei bedenklich und berücksichtige die Kundeninteressen in keiner Art und Weise.

"Gewaltige Aufgabe" für die Branche

Aus Sicht der VDA-Chefin ist die Transformation für Hersteller und Zulieferer eine "gewaltige Aufgabe". Sie verwies darauf, dass die Autoindustrie mit "voller Kraft auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität" sei. Allein in Deutschland würden die Unternehmen bis 2025 rund 150 Milliarden Euro in den Wandel investieren. "Unsere Unternehmen leisten damit einen konstruktiven Beitrag zur Erreichung der Klimaziele."

Müller bemängelte, dass es eine Folgenabschätzung, die die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Transformation einbeziehe, von der EU immer noch nicht gebe. "Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze, gerade im Zuliefererbereich, werden erheblich sein." Nach Berechnungen des Verbands könnten bis 2030 etwa 215.000 Arbeitsplätze betroffen sein. 

Müller weiter: "Schon um die bisherigen Ziele der Kommission zu erreichen, braucht es Ladepunkte in allen Regionen Europas. Dies ist nicht in Sicht. Genau diesen Teil des Deals will die Kommission allerdings nicht liefern." Hier sei Brüssel gefordert, dafür Sorge zu tragen, dass der Aufbau der Ladeinfrastruktur in allen Mitgliedsstaaten ernst genommen werde.

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