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Renault/Dacia Partnerkongress: Besser als erwartet

Renault/Dacia Partnerkongress
Besser als erwartet
VDRP-Präsident Hans-Werner Hauth (r.) und der Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland, Uwe Hochgeschurtz, im Studio des Renault Instituts in Brühl, aus dem der Händlerkongress live gesendet wurde. 
© Foto: Renault
Zum Themenspecial Corona-Krise

Per Ende Oktober konnte die Renault-Gruppe in Deutschland ihren Marktanteil bei über sechs Prozent halten. Auch die Händlerrendite verschlechterte sich nur geringfügig.

Von AUTOHAUS-Redakteurin Doris Plate

Der viel zitierte "Ökonomische Schock" aufgrund der Corona-Auswirkungen ist bei der Mehrheit der Händler und Sekundärnetzpartner von Renault ausgeblieben. Diese erfreuliche Bilanz konnte der Präsident des Renault/Dacia Händlerverbandes (VDRP), Hans-Werner Hauth, anlässlich des ersten digitalen Renault/Dacia Partnerkongresses ziehen. Am vergangenen Freitag wurde dieser aus dem Studio des Renault Instituts in Brühl live über das "Renault Net! gesendet. Nahezu 100 Prozent der Mitglieder waren dabei. Wie gewohnt wurde der Kongress in zwei Teilen durchgeführt: einer unter Beteiligung des Importeurs, einer ohne. Die Händler hatten die Möglichkeit online Fragen zu stellen, die im Anschluss an jeden Themenblock beantwortet wurden.  

Marktanteil nahezu gehalten

Bei den Stückzahlen mussten die Marken der Renault-Gruppe 2020 – wie alle – coronabedingt Einbrüche verzeichnen. "Wir werden dieses Jahr in Deutschland voraussichtlich zwischen 20 und 25 Prozent weniger Autos verkaufen", räumte der Vorstandsvorsitzende von Renault Deutschland, Uwe Hochgeschurtz, denn auch ein. Dennoch gelang es mit 6,15 Prozent per Ende Oktober bei den Pkw- und Nutzfahrzeugzulassungen den Marktanteil nahezu konstant zu halten. Den größten Anteil am Erfolg hatte die Kernmarke Renault. "Dank der Lieferfähigkeit der Fahrzeuge, insbesondere beim Elektrofahrzeug Zoe", so Hauth. Und Hochgeschurtz freute sich: "Wir haben die Verkäufe des Zoe in Deutschland bislang mehr als verdoppelt auf mehr als 20.000 Zulassungen. Im Oktober war mit dem Zoe erstmals ein Elektroauto unter den zehn bestverkauften Autos. Das gab es noch nie in Deutschland."

Dacia schwächelt

Die Marke Dacia hat hingegen etwas geschwächelt. "Das lag an der Produktpalette", erläuterte Hauth auf Anfrage. Hochgeschurtz ergänzte, dass Dacia einen hohen Privatkunden-Anteil hat und diese Käufer wegen Corona beim Neuwagenkauf zurückhaltend waren. Hauth zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Marke sich im nächsten Jahr mit dem neuen Sandero und dem im zweiten Halbjahr 2021 erwarteten Elektrofahrzeug "Spring" wieder erholen wird.

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Renault Kangoo (2021)

Engagement der Händler

Während Hersteller und Bank sich im März wegen Corona ins Homeoffice verabschiedeten, hätten die Händler dafür Sorge getragen, dass zunächst die Werkstätten und später dann auch wieder der Verkauf weiterging, betonte ihr Präsident. Insgesamt waren die Händler mit der Unterstützung durch den Importeur wohl zufrieden, denn sie wählten Renault im MarkenMonitor des Instituts für Automobilwirtschaft bei den großen Importeuren in der Händlerzufriedenheit auf den ersten Platz.

Im Detail blieb aber doch so mancher Wunsch offen: Während nach dem Lockdown Ende März sehr schnell von VDRP und Importeur bzw. Bank gemeinsam ein Paket als Soforthilfe für das Netz zusammengestellt werden konnte, das auch die überwiegende Zahl der Partner in Anspruch nahm und die erste "Not" abgefedert hat, fand der so genannte "Restart" im Mai nicht bei allen Partnern Zustimmung: "Insbesondere nicht die dann folgende hohe Saisonalität in den Folgemonaten", führte Hauth in seiner Rede aus. "Hier hätten wir uns mehr Entgegenkommen von Seiten des Herstellers gewünscht und eine größere Berücksichtigung des Rückgangs im Gesamtmarkt."

Wenig Entgegenkommen bei Signalisation

Außerdem: "In einer solchen Ausnahmesituation hätten wir erwartet, dass Renault die Umsetzung der Signalisation und die erheblichen Investitionen für das Netz um ein Jahr verschoben hätte. Oder das zumindest für kleinere Betriebsgrößen mit Augenmaß die Anforderungen reduziert worden wären", so Hauth. Das ist nicht passiert. Es konnte aber erreicht werden, dass Händler, bei denen sich die Umsetzung aus nachvollziehbaren Gründen verzögert, dies beim Importeur melden können. Dort werde dann wohlwollend geprüft, ob der jeweilige Händler dennoch die Bezuschussung für die Baumaßnahmen, die eigentlich Ende des Jahres ausläuft, erhalten kann. Im Bereich der Animationssysteme gelang es dem VDRP, dass die Auswertungen zeitweise ausgesetzt und die Audits aus Frankreich gestoppt wurden.

Rendite fast konstant

Erfreulich sei auch, dass die Netzrentabilität im Jahr 2020 nicht wesentlich unter dem Vorjahr liegen werde, betonte Jauth. Laut Hochgeschurtz lag die durchschnittliche Händlerrendite per Ende September bei 1,6 Prozent. Zum Vergleich: 2019 notierte sie zu diesem Zeitpunkt bei 1,8 Prozent. Hochgeschurtz hält diesen Wert im Wettbewerbsvergleich für "sehr gut". "Die Profitabilität der deutschen Partner liegt auch deutlich über dem Schnitt der wichtigsten europäischen Länder", sagte der Renault Deutschland Chef. Laut Hauth hat auch ein signifikanter Bestandsabbau im Handel stattgefunden. Derzeit mache aber die nicht akzeptable Situation bei den Zulassungsstellen den Händlern nach wie vor das Leben schwer - besonders jetzt zum Jahresende.

Margenänderung in 2021

2021 stehen mehrere Änderungen in der Marge bevor: Ab nächstem Jahr wird für alle Elektrofahrzeuge, also aktuell der Zoe, ab September auch ein vollelektrischer Twingo, ein Teil der Grundmarge in variable Bestandteile umgewandelt. Hauth geht derzeit davon aus, dass dies keine große Hürde darstellen wird. Wichtig war dem Verband, dass die Umstellung von Batteriemiete auf -kauf keine Verschlechterung der absoluten Marge bedeutet. Und es ist gelungen, dass die zusätzlichen Konditionen im Rahmen des Erfolgspaketes für die nächsten zwei Jahre festgeschrieben wurden und nicht wie bisher nur für ein Jahr. Durch eine transparente Berechnung der Jahreszielvereinbarung könnten auch die Partner wieder "ins Boot" geholt werden, die in den vergangenen Jahren eine zu hohe Vereinbarung unterschrieben hatten. Hauth: "Dem Verband war es wichtig, dass in den Verhandlungen alle Partner von den Konditionen profitieren, egal welche Betriebsgröße." Wie der Rückgang im Kundendienstbereich durch die zunehmenden Verkäufe von Elektrofahrzeugen kompensiert werden kann, will der VDRP im nächsten Jahr mit dem Importeur verhandeln.  

Viele neue Produkte

2021 werde zwar wieder ein herausforderndes Jahr für die gesamte Branche, teilte Hochgeschurtz mit. Aber: "Die Renault Gruppe ist stark aufgestellt und wird jede Menge neue Produkte auf den Markt bringen. Vor allem bei den Elektroautos machen wir weiter Tempo, dazu zählt vor allem der neue Dacia Spring Electric, das erste elektrische Modell der Marke Dacia. Bei Renault gehen der neue Kangoo – thermisch und elektrisch - und der neue Arkana – als Benziner und als Hybrid - an den Start. Die Digitalisierung erfordert hohe Anpassungsfähigkeit von uns allen. Wir sind zuversichtlich, die gute Entwicklung der Renault Gruppe in Deutschland auf der Basis der guten Partnerschaft mit dem Handel weiter fortzusetzen."

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Dacia Spring Electric

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