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Bilanz: HUK-COBURG auf dem Weg zu 14 Mio. versicherten Fahrzeugen

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Sprach von einem "marktüberdurchschnittlichen Wachstum", blickt aber dennoch mit Sorgenfalten in die Zukunft: HUK-COBURG Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann. Politische Forderungen zur Zurückdrängung des Individualverkehrs "werden sich auch auf unser Kerngeschäft auswirken", sagte er anläßlich der Bilanzpressekonferenz mit Blick auf 2023 und danach.
© Foto: HUK-COBURG/LinkedIn

Trotz leicht rückläufigem Neukundengeschäft konnte die HUK-COBURG ihren versicherten Fahrzeugbestand im Vorjahr nochmals um 2,0 Prozent auf 13.7 Mio. steigern. Sorgen allerdings bereiten ihr die "massiven Preissteigerungen" bei Reparaturen, wodurch sich die Schaden-Kosten-Quote um mehr als 10 Prozent verschlechtert hat und dem Kfz-Geschäft sogar rote Zahlen bescherte. Auch die Stabilität der Vor-Corona-Zeit komme "nicht wieder". Zudem werden sich nach Ansicht der HUK "politische Forderungen zur Zurückdrängung des Individualverkehrs auf das Kfz-Kerngeschäft auswirken".

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Ungeachtet eines anhaltend volatilen Marktumfelds ist die HUK-COBURG in nahezu allen Sparten wieder über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Das gilt auch für das Kfz-Geschäft, das allerdings mehr denn je von der Entwicklung der Autokonjunktur, von politischen Vorgaben und der künftigen Schadenkosten-Entwicklung abhängt.

"Insgesamt blicken wir auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2022“, so Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann auf der kürzlich in München stattgefundenen Bilanzpressekonferenz der HUK-COBURG: "In einem herausfordernden Marktumfeld ist es uns gelungen, die eigene Marktposition zu halten und ein erfreuliches Bestands- und Beitragswachstum zu verzeichnen". Allerdings verdiente der oberfränkische Versicherer deutlich weniger: Mit 146,0 Mio. Euro nach Steuern fiel das Jahresergebnis aufgrund vor- und nachsteuerlicher Effekte erheblich geringer aus als üblich. Mit einer Eigenkapitalausstattung von 7,5 (7,3 Mrd.) Euro sieht Heitmann das Unternehmen dennoch "sehr gut kapitalisiert, was uns weitere Investitionen in die Zukunft ermöglicht".

Geschäftsergebnis im Detail

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 3,5 Prozent auf 8,5 Mrd. Euro, während der Markt ein Minus von 0,7 Prozent verbuchte. Die Leistungen an Kunden erhöhten sich um 3,2 Prozent auf 7,5 (7,3) Mrd. Euro. Das Kapitalanlagenergebnis im Konzern ging im Vergleich zum Vorjahr um fast 40 Prozent auf rund 500,2 (823,5) Millionen Euro zurück, die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen lag bei 1,3 (2,2) Prozent.

Teure Kfz- und Elementarschäden sowie hohe Zinsen belasten

Insgesamt weist die Gruppe ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von 384,4 (628,6) Mio. Euro vor Steuern aus. Drei Faktoren bedingten den Rückgang: Zum einen verteuerten sich die Durchschnittsschäden – besonders in der Kfz-Versicherung – zum anderen waren es Abschreibungen, die der Konzern aufgrund des Zinsanstiegs vornehmen musste. Schließlich belasteten auch 2022 wieder Elementarschäden in Höhe von rund 250 Mio. Euro das Ergebnis. Sie waren allerdings nicht so hoch wie 2021, als die HUK (nach dem Juni-Hagel mit der Flutkatastrophe im Ahrtal) das heftigste Elementarschaden-Jahr ihrer Geschichte mit einem Aufwand von 500 Millionen Euro hinnehmen musste. Der Jahresüberschuss nach Steuern betrug aufgrund einer außergewöhnlich hohen Steuerquote von über 60 Prozent rund 146,0 (381,2) Mio. Euro.

Neue Wohngebäudeversicherung mit Elementarschadenschutz

Um Menschen in extremen Situationen nicht schutzlos zu lassen, wurde neben der Gründung des mildtätigen Vereins HUK hilft e.V., im September 2022 ein neuer Wohngebäudetarif in den Markt gebracht. Damit stellt die HUK-COBURG sicher, dass alle, die dieses Produkt wählen, automatisch einen Elementarschutz bekommen. Die Police umfasst eine marktübliche Selbstbeteiligung von 500 Euro. Wer diese umfassende Deckung ablehnt, erhält dennoch einen Elementarschaden-Schutz, allerdings mit einem Selbstbehalt von 100.000 Euro. Insgesamt wurden seit Markteintritt im September 2022 knapp 40.000 Tarife verkauft.

Autoversicherung weiter gewachsen...

In der Kfz-Versicherung ging das Neugeschäft von 1,4 auf 1,2 Millionen versicherte Fahrzeuge zurück. Es war stark beeinflusst von einer schwachen Autokonjunktur mit deutlich weniger Besitzumschreibungen und weiterhin niedrigen Neuzulassungen. Trotzdem konnte der Konzern seine führende Marktposition in dieser Sparte weiter behaupten und seinen Bestand um 2,0 Prozent auf rund 13,7 Millionen Fahrzeuge steigern. Mit dazu beigetragen hat die anhaltend positive Entwicklung der HUK24. Sie weist ein weiterhin hohes Neugeschäft von rund 375.000 (458.000) versicherten Fahrzeugen und ein Bestandswachstum von 4,2 (8,7) Prozent auf 2,9 Millionen versicherte Fahrzeuge auf.

Auch bei der Anzahl der Elektroautos hat die Versicherungsgruppe ihren Bestand von 185.000 deutlich auf über 282.000 Stück im Jahr 2022 gesteigert. Davon sind rund 186.000 rein elektrisch betrieben, 96.000 plug-in hybrid.

... aber defizitär geworden

Die Bruttobeitragseinnahmen im Kfz-Versicherungsgeschäft lagen 2022 zwar 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert bei 4,4 Milliarden Euro. Allerdings stieg gleichzeitig die kombinierte Schaden-/Kostenquote (brutto) "unter dem Einfluss der massiven Preissteigerungen bei Autoreparaturen" auf 103,6 (93,3) Prozent. Diese Verschlechterung um 10,3 auf jetzt 103,6 Prozent bedeutet konkret, dass die HUK-COBURG pro 100 Euro Prämieneinnahme mit 103,60 Euro für Schadenabwicklung beaufschlagt ist, also noch 3,60 Euro drauflegen muss, während sie 2021 noch 6,70 Euro pro 100 Euro Prämien-Income verdiente. 2022 musste die HUK damit ausgerechnet in der Autoversicherung, ihrer "Hauptschlagader", rote Zahlen hinnehmen.

Telematik und weitere Versicherungen

Für den seit vier Jahren am Markt angebotenen Telematik-Tarif der HUK-COBURG haben sich mittlerweile rund 500.000 Menschen entschieden. 2021 waren dies rund 450.000.

Das Neugeschäft in den Haftpflicht-, Unfall- und Sachversicherungen konnte dem Vernehmen nach nahezu an das hohe Niveau des Vorjahres anknüpfen. "Der Bestand legte um 2,8 Prozent auf 14,1 Millionen Risiken zu, während der Markt hier stagnierte." Die gebuchten Beiträge stiegen um 5,7 Prozent auf 1.109,8 (1.050,3) Millionen Euro.

Mit einem Neugeschäft von rund 116.000 (123.000) Verträgen erzielte die Rechtsschutzversicherung ein leichtes Bestandswachstum von 0,2 Prozent. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich um 5,6 Prozent auf 305,5 (289,3) Millionen Euro.

"Leben" leicht rückläufig, "Kranken" wächst

Das Neugeschäft in der Lebensversicherung (gemessen in Brutto-Beitragssumme) ging um 4,5 Prozent auf 1,57 (1,65) Milliarden Euro zurück, lag aber immer noch auf hohem Niveau. Maßgeblichen Anteil dabei hatten die Produkte zur Arbeitskraftabsicherung sowie die fondsgebundene Premium Rente. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen verringerten sich leicht um 1,7 Prozent auf 808,7 (823,0) Millionen Euro, während der Markt sogar ein Minus von 7,0 Prozent verzeichnen musste. Der Bestand, gemessen am laufenden Beitrag, belief sich auf 743,7 (746,7) Millionen Euro.

In der Krankenversicherung stieg der Gesamtbestand zum Jahresende um 4,1 Prozent auf 156,2 (150,1) Millionen Euro Monatssollbeitrag. Der Bestand an vollversicherten Personen wuchs um rund 1.900 (2.200) Personen auf mehr als 459.000 (457.000) Personen an. Die gebuchten Beiträge stiegen um 5,4 Prozent auf knapp 1,86 (1,76) Milliarden Euro. Die Zuwächse lagen wieder über denen des Marktes, der um 3,1 Prozent zulegte.

"Diese Ergebnisse zeigen, dass wir neben unserem Kerngeschäft auch mit unseren Personensparten sehr gut im Markt positioniert sind“, fasste Heitmann das Geschäftsjahr 2022 abschließend zusammen.

Verhaltener Ausblick auf 2023 und danach

"Die Stabilität der Vor-Corona-Zeit kommt nicht wieder und die Unsicherheit wird auch das Jahr 2023 prägen", ist Heitmann überzeugt. "Zudem werden sich politische Forderungen, den Individualverkehr immer stärker zurückzudrängen, auf unser Kerngeschäft auswirken. Wir gehen daher langfristig von begrenzten Wachstumsperspektiven aus", ordnet Heitmann die Geschäftsentwicklung insgesamt ein. Für das laufende Jahr erwartet er – zumindest im Marktvergleich – über alle Sparten nochmals "gute Entwicklungen".

Umfassende Mobilitäts-Dienstleistungen als Ausweg

Darüber hinaus gelte es, "die HUK-COBURG weiter als einen Lösungsanbieter rund um Mobilität zu positionieren und die Kundinnen und Kunden neben kostengünstigen Versicherungsangeboten auch mit weiteren Leistungen, wie den aktuell eingeführten Zulassungsservice oder der Elektromobilitätsberatung an das Unternehmen zu binden", so Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann. Die HUK Autowelt werde ihr Angebot ebenfalls weiter ausbauen. Das Joint Venture Neodigital Autoversicherung AG habe im Frühjahr dieses Jahres ebenfalls erste Kfz-Produkte in den Markt gebracht, mit denen sich die HUK-COBURG neue Kundengruppen und Vertriebswege erschließen möchte. Bei onpier, der branchenoffenen B2B2C-Plattform, sei es Ziel, "weitere Unternehmen neben den Gründungsmitgliedern HUK-COBURG und LVM Versicherungen als Gesellschafter zu gewinnen".   (kaf/wkp)

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