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Restwertgeschäft: CARTV Forum 2022 wieder in der BMW-Welt München

APE-Geschäftsführer Thorsten Böhm (3.v.r.) mit seinen Kollegen (v.l.) Lars Hanse (Teamleiter SV-Vertrieb in Nachfolge von Thomas Rürup, der sich in den Ruhestand verabschiedet hat, aber noch beratend tätig ist), Dusan Kalinic, Branislav Sikimic, CARTV Sales Director Andreas Reiter (r.) und Gerd Klaaßen vom HDI (2.v.r.).
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Der Termin für das nächste CARTV-Forum steht. Am vergangenen Donnerstag hat die Münchner Restwertbörse an ihre Kunden und Partner die offizielle Einladung dafür ausgesandt: Am 17. Mai 2022 wird die Veranstaltung wieder in der BMW-Welt stattfinden. Und auch wer dann "nur" digital dabei ist, wird eine Menge über das herausfordernde Schadenjahr 2021 erfahren und welche Neuerungen es künftig geben wird.

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Schon in Leipzig zeigten sich APE-Geschäftsführer Thorsten Böhm und Sales Director Andreas Reiter ausgesprochen erleichtert, dass sie nach den strengen Corona-Lockdowns des vergangenen Jahres wieder persönlichen Kontakt auch zu ihren Versicherungskunden, Aufkäufern und Sachverständigen haben konnten: "Endlich mal wieder eine größere Veranstaltung live", so Böhm im Gespräch mit der AUTOHAUS-SchadenBusiness-Redaktion anläßlich des Messekongresses Schadenmanagement & Assistance der Versicherungsforen Leipzig.

Rückblick auf die großen Kumulschaden-Ereignisse

Eine Rückschau auf die großen Aktivitäten des noch laufenden Jahres werden Böhm und Reiter zusammen mit ihrer Management-Kollegin Anette Chassée ganz sicher auch auf dem nächsten CARTV-Forum geben. Angesetzt ist es seit vergangener Woche jetzt offiziell für 17. Mai 2022 als gemischte Präsenz- und Digitalveranstaltung, also im sogenannten Hybrid-Format. Eine Vorab-Einladung erhielten die Geschäftspartner der Münchner Restwertbörse am vergangenen Donnerstag. Das Forum soll – wie schon 2019 – wieder in der BMW-Welt München stattfinden. Dabei werden vermutlich – wie fast überall in der deutschen Schadenwelt – natürlich die immensen Hagelschläge der zweiten Juni-Hälfte und die Bewältigung der Folgen aus der großen Flutkatastrophe von Mitte Juli inhaltlich besonders herausragen.

"Teams haben Großartiges geleistet"

"Bei zwei so massiven Ereignissen wie den Kumul-Hagelschäden und gleich darauf der Naturkatastrophe vor allem in Reinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, aber auch in Sachsen und Bayern waren sowohl bei den Versicherungen wie bei den Sachverständigen-Verbänden alle involvierten Kräfte extrem gefordert", konstatierte Thorsten Böhm und vergaß dabei nicht, zusätzlich ein Lob in die eigenen Reihen zu senden: "Wir sind unglaublich stolz auf unsere Mitarbeiter:innen, die in der Hochphase der beiden Großereignisse das Doppelte und noch mehr des üblichen Volumens geschultert haben."

Dankbare Kunden

"Dafür, dass wir permanent eine Erreichbarkeit von mindestens 90 Prozent sicherstellen konnten, waren nachgerade vor allem unsere Versicherungs- und Endkunden sehr froh, weil deren Schadendienste ja weitestgehend vor Ort bzw. im Besichtigungs- und Regulierungsmodus befindlich waren. Wir konnten in dieser Zeit vielen Versicherungsnehmern ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen. Deren Dankbarkeit darüber, dass da zusätzlich jemand war, der hilft, war deutlich spürbar."

In einem offensichtlich logistisch sehr gut aufeinander abgestimmten Miteinander unterschiedlichster Teams aus den drei Unternehmens-Standorten von CARTV und Global TV a.s. in München, Bratislava (Slowenien) und Warschau (Polen) habe man die Großschadenereignisse sogar gegenüber den eigenen Händlern perfekt in den Griff bekommen.

Kollegialität unter Aufkäufern

Insbesondere den deutschen Restwert-Aufkäufern statteten APE-Geschäftsführer Thorsten Böhm und Sales Director Andreas Reiter im Gespräch mit unserer Redaktion einen Extra-Dank ab: "Um die gigantischen Mengen an schwer und total beschädigten Fahrzeugen möglichst zügig aus den Katastrophengebieten heraus zu bekommen, haben unsere deutschen Aufkäufer häufig auf ihren eigenen Plätzen noch Autos zwischengelagert, bis beispielsweise der Kollege aus Polen kam und dann die von ihm gekauften Kfz dort abholen konnte."

Welches Auto ist denn nun meines?

Nach den ersten großen Verbringungsaktionen blieben dann für die letzten Wochen allerdings noch zwei weitere Herausforderungen, die Böhm als "weitere logistische Aufgabe" bezeichnete, die es zu bewältigen gegeben habe: "Auf den Plätzen, wo noch hunderte von Autos teilweise in sechs oder sieben Reihen übereinander gestapelt lagen, galt es, das jeweilige Auto des betreffenden Aufkäufers ausfindig zu machen und dann auch aus den Stapeln herauszubekommen."

Kfz-Bergung mit schweren Allrad-Quads

Das zweite Thema galt den vielen Fahrzeugen, die zunächst in Tiefgaragen in einem meterdicken, ausgetrockneten Schlamm festsaßen und sich "keinen Millimeter mehr bewegen ließen". Da Schaufelbagger und sonstige schwere Gerätschaften zumeist in die Tiefgaragen mangels Platz gar nicht einfahren konnten, hätten sich auch für diese Problemstellung die CARTV-Händler eine gute Lösung einfallen lassen, so Böhm: "Mit den größten Allrad-Quads, die aufzutreiben waren, konnten sie letztlich die eingeschlämmten Fahrzeuge aus selbst den beengtesten Tiefgaragen bergen." Diese Leistung sei auch deshalb besonders zu würdigen, "da die Autos mitsamt dem angehefteten Schlammpaket schnell mal das Doppelte ihres normalen Gewichtes gewogen hatten".

Bringen Flutautos noch akzeptable Restwerte?

Auf die Frage, was die Händler mit solchen Fahrzeugen überhaupt noch anfangen könnten bzw. welche Restwerte der Markt dafür biete, antworteten Böhm und Reiter übereinstimmend: "Für diese Fahrzeuge gibt es durchaus noch gute bis sehr gute Restwerte, weil alleine schon ein Motor, wenn er nicht gestartet wurde, nach entsprechender Überprüfung und Reinigung wieder verwendbar ist und für sich alleine schon einen respektablen Wert darstellt."

Und im Übrigen würde man in der Masse "ja eher selten von den Autos sprechen, die man im TV gesehen hat, die also durch die Gegend gespült und rundherum beschädigt wurden". In den meisten Fällen handle es sich um Fahrzeuge, deren Karosserie zwar extrem verdreckt, aber in aller Regel nicht beschädigt sei. "Die Händler kaufen dann gerne nochmals gleiche Autos im verunfallten Zustand, entfernen die Innenausstattung aus dem ,Flutauto‘ und bauen dafür das Interieur aus dem Unfallauto ein." Das passiere "vorwiegend in Ländern mit sehr geringen Stundensätzen, wo man auch mal vier bis fünf Wochen einen solchen Umbau machen kann und dieses Prozedere dann immer noch wirtschaftlich ist".

"Alles wird umgebaut"

Damit ein "Ahrtal-Auto" am Ende wieder zuverlässig laufe, werde in der Regel auch die komplette Elektrik/Elektronik inklusive Kabelbäumen und Steckverbindungen etc. mit umgerüstet. "Das ist immer eine Frage des Lohnes", weiß Böhm aus seiner langjährigen Schadenerfahrung heraus zu berichten. Unbenommen davon sei er zugegebenermaßen "selbst überrascht", dass die erzielten Restwerte "trotz der Flutschäden sehr stabil und auch sehr gut" waren.

Manches Mal gab's Überraschungen...

Das einzige Manko, das ihm persönlich für manche Händler leid Tat, war der Umstand, dass viele Autos nach der Besichtigung an Wert verloren hätten, die von den unterschiedlichsten Helfern vor Ort zunächst auf Sammelplätzen übereinander gestapelt wurden. "Wenn der Sachverständige einen Totalschaden attestiert, verbinden das viele Menschen mit wertlosem Schrott und denken nicht mehr darüber nach, ob noch mehr kaputt gemacht wird oder nicht. Andere schrauben sich – wider besseren Wissens – die Alufelgen ab und der Aufkäufer staunt dann, was noch vom Fahrzeug übrig ist."

Kulante Regulierung seitens der Versicherer

Eine Beobachtung, die Böhm nicht selten im Ahrtal machte, war, dass sich die Geschädigten häufig zuerst um ihr Auto gekümmert hatten, auch wenn sie gleichzeitig ihr Haus verloren haben. Die Mobilität besitzt damit offensichtlich gerade in großen Notlagen eine herausragende Bedeutung für die Menschen, um sich dadurch auch selbst noch irgendwie helfen oder eigenständig eine Besorgung machen zu können. Bei der Regulierung der vielen Kfz-Schäden seien die Versicherungen nicht zuletzt auch deshalb bewußt "sehr kulant" vorgegangen.

Wenn einfach kein Internet mehr da ist...

Eine völlig neue Erkenntnis war dagegen die Erfahrung, dass CARTV wegen des Komplettausfalls von Internet wieder zurückgehen musste auf "traditionelle" Kommunikationsformen wie Post, Papier und Kuriere. "Da half uns die erste Zeit natürlich wenig, dass wir eigentlich die Prozesse bereits auf digitale Unterschrift angelegt hatten", so Böhm. Am Ende aber habe man auch diese Problemstellungen überwinden und die Kunden zufriedenstellen können.

Hohe persönliche Anteilnahme

"Viel schlimmer", so Böhm, "waren die persönlichen Schicksale, bei denen Angehörige gestorben sind. Deswegen haben wir und unsere Mitarbeiter:innen gesagt, dass wir uns für alle Kunden, die bei uns anrufen, die notwendige Zeit für eine umfassende Betreuung und Beantwortung aller Fragen nehmen, weil diese Menschen ohnehin schon schwer genug gebeutelt sind". Selbst die Aufkäufer hätten freiwillig einige Euro mehr auf Fahrzeuge "oben drauf gelegt", um den Menschen dadurch auch finanziell noch ein klein wenig zu helfen.

Als Fazit hielten Thorsten Böhm und Andreas Reiter gegenüber AUTOHAUS denn auch fest: "Ja, es war ein herausforderndes, spannendes Jahr. Aber wir konnten uns als Unternehmen auch in diesen Krisen bewähren und Menschen in Not helfen. Und wir haben gesehen, dass alles, was wir in der Vergangenheit an Konzepten und Maßnahmen aufgebaut haben, sich jetzt auch vollumfänglich bewährt hat. Wir blicken dankbar und zufrieden auf das Erreichte zurück".

Blick zurück auf das letzte CARTV-Forum als Präsenzveranstaltung in der BMW-Welt am 7. Mai 2019: Anette Chassée, Executive Direktorin von Global TV (l.) und APE-Geschäftsführer Thorsten Böhm konnten damals u.a. die Münchner Rennfahrerin Sophia Flörsch begrüßen, die beharrlich ihren Wunsch verfolgt, in der Formel 1 anzukommen.
© Foto: Walter K. Pfauntsch
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