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Studie: Demografischer Wandel beflügelt Nachfrage nach Versicherungen

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Die Menschen werden immer älter und dennoch bleibt die Nachfrage nach Versicherungsleistungen laut einer Studie hoch. Der Pflege- und Krankenbereich wird dabei stark wachsen, während Lebensversicherungen leicht zurückgehen.
© Foto: ADAC, © iStock.com/skynesher

Die Nachfrage nach Versicherungsleistungen bleibt laut einer aktuellen Studie auf mittlere Sicht hoch - obwohl die Menschen immer älter werden.


Datum:
20.11.2023
Lesezeit:
4 min
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Trotz alternder Bevölkerung wird der deutsche Versicherungsmarkt in den nächsten Jahrzehnten wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des International Center for Insurance Regulation (ICIR) im Auftrag des GDV. Demnach dürften die Prämieneinnahmen bis 2040 allein wegen des demografischen Effekts um real zehn Prozent auf 140 Milliarden Euro zulegen.  

"Die Alterung der Bevölkerung bedeutet für einige Sparten Einbußen. Die positiven Effekte für den Versicherungssektor überwiegen jedoch“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Damit einher gehe eine wachsende Bedeutung des Sektors an der Gesamtwirtschaft: Der Anteil der Versicherungsprämien am Bruttoinlandsprodukt werde voraussichtlich von 4,1 auf 4,7 Prozent klettern.

Pflege- und Krankengeschäft wächst kräftig

Die Studie befasst sich mit den Folgen des demografischen Wandels auf die Nachfrage nach Versicherungen. "Die Werte sind keine Prognose für das Versicherungsgeschäft insgesamt. Sie beziffern nur den Effekt, den die demografische Entwicklung darauf haben könnte", sagt Alexander Ludwig, Leiter des ICIR und Mitautor der Studie. Dafür haben er und sein Team ein Prognosemodell entwickelt, das sowohl die Entwicklung der Bevölkerung und der Einkommen berücksichtigt als auch die Änderungen im Nachfrageverhalten – basierend auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes, die zuletzt 2018 erhoben wurde. Das Jahr dient deshalb auch als Basis für die Untersuchung.

Zugewinne verzeichnen demnach künftig insbesondere Kranken- und Pflegeversicherungen, die in der EVS-Statistik mit Unfall- und Berufsunfähigkeitspolicen in einer Rubrik "Private Krankenversicherung" zusammengefasst sind. Für diese Gruppe gehen die Wissenschaftler von einem Beitragswachstum von fast 60 Prozent aufgrund des demografischen Effekts bis 2040 aus — ausgehend von etwa 50 Milliarden Euro. Jörg Asmussen seihtes wie folgt: "Die Zahl der älteren Menschen steigt. Und sie leben auch immer länger. Damit wächst der Bedarf an Pflege und medizinischer Betreuung und den entsprechenden Absicherungslösungen."

Lebensbereich verliert leicht

In anderen Sparten führt die Alterung der Bevölkerung hingegen zu Einbußen: Für den Bereich "Lebensversicherungen" – bestehend aus privater Rentenversicherung, kapitalbildender Lebensversicherung und Risikolebensversicherung – sagen die Studienautoren bis 2040 einen demografiebedingten Rückgang der Prämien von 48,5 Milliarden Euro (2018) um rund fünf Prozent voraus. "Weniger Beschäftigte bedeuten schlichtweg auch, dass weniger Menschen privat vorsorgen", so Asmussen.

Innerhalb der Produktgruppe verläuft die Entwicklung jedoch sehr unterschiedlich: Während die kapitalbildende Lebensversicherung laut Studie stark an Bedeutung verliert, steigt die Nachfrage nach privaten Rentenversicherungen bis 2040 um 40 Prozent an.

Bei einer Änderung der politischen Rahmenbedingungen könnten die Beiträge etwas weniger sinken, betont Studien-Autor Ludwig. "Sollte das Renteneintrittsalter beispielsweise an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden, würde sich der alterungsbedingte Prämienrückgang im Lebensbereich auf circa drei Prozent abschwächen." Die Menschen würden dann länger Einkommen beziehen und könnten so auch mehr für ihre private Altersvorsorge tun, betont der Leiter des ICIR.

Im Basisszenario sinkt Bevölkerung auf 80 Millionen

Sämtliche Zahlen fußen auf dem Basisszenario der Wissenschaftler. Darin gehen sie von einem leichten Rückgang der Bevölkerung bis 2040 auf 80 Millionen aus. Das Geburtendefizit wird darin teilweise durch Zuwanderung kompensiert, der Anteil der erwerbstätigen Bevölkerung sinkt dennoch von 60 auf 53 Prozent. Das verfügbare Einkommen der Haushalte schrumpft im Basisszenario in realen Größen deutlich, weil die Rentner, deren Zahl steigt, ein geringeres Einkommen haben als Erwerbstätige. Diese werden wiederum durch höhere Sozialversicherungsbeiträge stärker belastet.

In einem optimistischeren Szenario, mit etwas mehr Zuwanderung oder einer höheren Geburtenrate, könnten die Versicherungsprämien insgesamt um 15 statt 10 Prozent steigen.   (fi/wkp)

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