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VW-Chef: Strommix schlecht für E-Mobilität

VW-Konzernchef Herbert Diess warnt vor einem "Feldzug gegen die individuelle Mobilität".
© Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten

Die Struktur der deutschen Energieerzeugung passt nach Ansicht von VW-Konzernchef Herbert Diess nicht zu einem schnellen Umstieg in die Elektromobilität.

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Die Struktur der deutschen Energieerzeugung passt nach Ansicht von VW-Konzernchef Herbert Diess nicht zu einem schnellen Umstieg in die Elektromobilität. Der deutscher Energiemix mit seinem hohen Anteil von Kohlestrom würde die Umweltbilanz bei einer starken Verbreitung von E-Autos eher noch verschlechtern, warnte der Manager am Dienstag auf der internationalen Zuliefererbörse in Wolfsburg. Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), wies die Argumentation des VW-Chefs als "inhaltlich absolut nicht nachvollziehbar" zurück.

Mit rund 600 Gramm Kohlendioxid (CO2) je erzeugter Kilowattstunde Strom rangiere Deutschland im hinteren Mittelfeld in Europa, sagte Diess. "Und ich sehe derzeit nicht, wie wir bis 2030 unsere Primärenergie CO2-frei bekommen wollen" Selbst Elektroautos führen dann statt mit Benzin oder Diesel im Prinzip mit Kohle - "schlimmstenfalls sogar mit Braunkohle". Dann wären aus seiner Sicht die CO2-Emissionen genauso hoch wie heute oder sogar höher. "Und das, obwohl wir wahrscheinlich Hunderte von Milliarden für die E-Mobilität ausgegeben haben, um den Strukturwandel hinzubekommen."

Kapferer sagte, die Energiewirtschaft werde den Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den 2020er Jahren weiter reduzieren. 2007 habe der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix bei knapp 14 Prozent gelegen, in diesem Jahr könnten es knapp 40 Prozent werden. "Wir senken nachweislich seit Jahren den Treibhausgasausstoß und schaffen die Klimaziele 2020, während die Emissionen im Verkehrssektor sogar gestiegen sind", sagte Kapferer.

Diess warf der Politik mit Blick auf neue CO2-Grenzwerte einen "Feldzug gegen die individuelle Mobilität" vor. Ziel des notwendigen Wandels müsse sein, bei notwendigen Veränderungen voranzugehen, sagte er. Es komme auf die Geschwindigkeit und die Art des Wandels an.

E-Mobilität als große Herausforderung

Die gesamte Autobranche hat mit massiven Umbrüchen hin zu E-Mobilität und immer stärkerer Vernetzung zu kämpfen. Allein Volkswagen hatte im vorigen Jahr angekündigt, in die Entwicklung von E-Autos, autonomem Fahren, Mobilitätsdiensten und Digitalisierung bis 2022 über 34 Milliarden Euro stecken zu wollen. Kürzlich hatten sich die EU-Staaten darauf verständigt, dass Neuwagen 2030 im Schnitt 35 Prozent weniger CO2 ausstoßen sollen als 2020. Die Klimabilanz der ansonsten sauberen E-Autos wird maßgeblich dadurch beeinflusst, aus welchen Quellen der Strom für Betrieb und Produktion stammt.

Diess mahnte, aus seiner Sicht stünden die Chancen 50:50, dass die deutsche Autobranche in zehn Jahren noch zur Weltspitze gehöre. Die Regulierung werde der E-Mobilität einen gewaltigen Schub verleihen. Gleichzeitig komme der Preisverfall bei Batterien nicht so schnell wie erhofft. (dpa)

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KOMMENTARE


Geistig im 19. Jahrhundert

16.10.2018 - 16:39 Uhr

Herr Diess, Ihre Aufgabe ist es, den Volkswagen Konzern in die Zukunft zu führen und die Interessen der Kunden, Investoren und Mitarbeitern zu wahren und gerecht zu werden! Ständig Hemmnisses aufzuzeigen und Gründe zu suchen, weshalb etwas nicht geht, ist nicht die Aufgabe eines Vorstandsvorsitzenden und wird dem Amt in dem Sie sich befinden in keinerlei Weise gerecht.


Autojo

18.10.2018 - 19:25 Uhr

Endlich trifft mal wieder ein Leser dem Nagel auf den Kopf. Der Auftritt von Herrn D. ist aus meiner Sicht eines Konzernchefs nicht würdig. Dauernde Nörgeleien und die Kritik an der Marktsituation helfen hier nicht weiter. Das Unternehmen muss handeln, damit die Missstände endlich beseitigt werden. Ein sog. Marktleader benötigt ruhigeres Fahrwasser, damit wieder mit Innovativer Kraft gearbeitet werden kann.Die Äußerungen von Herrn Diess, wirken auf mich eher wie ein Ablenkungsmanöver - offensichtlich hat man immer noch nicht erkannt, dass Schuldzuweisungen erst an zweiter Stelle stehen oder Herr Diess hat sein Pulver schon verschossen!!?.,


NR

13.11.2018 - 19:41 Uhr

... Vielleicht macht er ja beides...


Frank Fehling

14.11.2018 - 14:07 Uhr

Welche Ziele verfolgen die Deutschen Automobilhersteller für die kommenden Jahre?Der Markt ist im Wandel. Alternativen müssen geschaffen werden, um nicht den Markt den Asiaten zu überlassen. Welche Antriebstechnik ist für die Zukunft die Bessere?Strom oder Wasserstoff. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann Prost Mahlzeit.Herr Diess wollen Sie VW auf Vordermann bringen und die Zukunft des Konzern sichern oder was wollen Sie wirklich?Wenn man sich zu Lange auf den Lorbeeren ausruht, kann man einen sehr herben Niederschlag erleben.Will VW und andere Deutsche Automobilhersteller in der Weltliga mit spielen oder mehr im unteren Bereich. Das ist wie im Fussball.


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