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HB ohne Filter: Automobile Marktgestaltung 2022 ff. +++ Corona-Soforthilfen +++ Gerhard Lustig

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
14.01.2022
Lesezeit: 
15 min

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Automobile Marktgestaltung 2022 ff. - Riskante Spagate! +++ Prüfung der Corona-Soforthilfen -  Es muss sein! +++ Gerhard Lustig, Herausgeber Auto & Wirtschaft, zum Abschied! +++ Die Post zur besonderen "Unterbrechung"

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10. Januar - Montag

Automobile Marktgestaltung 2022 ff. - Riskante Spagate!

Keiner weiß, was 2030 genau sein wird. Der Nebel des Ungewissen wird uns bis dorthin und dann in Folge im Kleinen wie im Großen begleiten. Geht es auf dieser Wanderschaft ab- oder aufwärts? Wird es besser oder schlechter? Prognosen zeichnen sich daher immer durch große Unsicherheit aus. Dennoch sind wir gehalten, uns auf die Zukunft vorzubereiten und pragmatische Zuversicht walten zu lassen. Man kann auch für die Zukunftsfähigkeit selber einiges unternehmen. Politisch werden für die Branche EU-weit große grüne Ziele namens "European Green Deal" vorgegeben. Aber derartige Ziele sind noch keine Handlungen. Oder wie oft schon wurde beispielsweise politisch als Zielsetzung eine erstklassige, flächendeckende Digitalisierung versprochen? Wir brauchen in der Tat mehr Fortschritte, also mehr aktives Handeln! Ja, die deutsche Wettbewerbsfähigkeit hat über die letzten Jahre abgenommen.

Marktdaten

2022 soll das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 Prozent steigen. Das hört sich gut wie zuversichtlich an. Wir haben aber im November und Dezember 2021 eine Inflationsrate zwischen fünf und sechs Prozent. Die höchste seit 1993. Die Preise explodieren. Man schaue sich die schwimmenden internationalen Liefercontainer und die Kosten für die sonstigen Transporte an. Die gestiegenen Energiepreise. Der Liter Diesel stieg innerhalb eines Jahres um 40 Cent und er wird weiter steigen. Die höheren Strompreise für die Produktion, aber auch bei den Auto-Betrieben selbst. Die IG Metall klopft mit höheren Forderungen an der Branchentür. Und das Porto wurde ganz kleinlaut zum 1. Januar 2022 bei künftig weiter reduzierter Leistung erhöht. Da wird die Politik (zinspolitisch) zum Handeln gefordert sein.

Für 2022 prognostiziert der ZDK 2,9 Millionen Neuwagen und 6,9 Millionen Gebrauchtwagen. Ein Durchschnittsjahr. Das Thema Lieferfristen/Chipmangel wird 2022 noch bei zahlreichen Marken anhalten. Ebenso die Frage: Gibt es ein Ende von Corona oder geht es mit Corona weiter? Gerade in den ersten Monaten des Jahres ist die zentrale Fragestellung: Wer kann liefern? Neu- wie (junge) Gebrauchtwagen? Und da gibt es schon Händler, die den aktiven Zukauf durchaus verstehen und gerade im Gebrauchtwagenmarkt gute Erträge erwirtschaften. Sixt geht wie immer mit Attacke zur Sache. Der Tenor: Wir liefern zeitnah! Diese Vokabel sollte man sich zueigen machen.

Sixt verheißt zeitnahe Lieferung!
© Foto: Screenshot

Die E-Auto-Welle 2022 ff.

Nachstehende Abbildung zeigt die zeitliche Entwicklung von reinen Elektroautos (BEV):

Entwicklung bei E-Fahrzeugen
© Foto: Santander

2021 wurden davon rund 356.000 Einheiten vermarktet. Hinzu kamen rund 326.000 PHEV, zusammen 682.000 Einheiten. Ein Marktanteil von 26 Prozent. 82 Prozent davon werden über Leasing vermarktet. 2022 werden insgesamt 900.000 E-Autos erwartet. MA ca. 30 Prozent. Dafür sorgen nicht nur die 140 verschiedenen E-Modelle, sondern weitere neue Varianten in 2022. Und Tesla, was in Berlin p.a. 500.000 Einheiten produzieren will - trotz 450 nicht entschiedener Baueinsprüche. Neue chinesische Anbieter wie MG, Lynk oder Nio. Vinfast, die 2017 gegründete vietnamesische Marke, plant offensichtlich in Deutschland eine Produktionsstätte. Die neuen, die jungen Anbieter, sie warten alle mit virtuellem Direktvertrieb auf. Händler, wenn überhaupt, fungieren als reine Vermittler.

Die Politik gibt das E-Auto vor. Es ist schon erstaunlich, wie die deutsche Automobilindustrie die größte Dieselvernichtungsaktion seit 2015 über sich ergehen ließ und nun - außer BMW und etwas VW - unisono zum E-Hype aufruft. Mercedes legte mit dem EQS (S-Klasse) eine echte Reichweite von 770 Kilometern vor. Welch technischer Reichweitenfortschritt. Kleinere Batterie, größere Reichweite u.a. Jetzt fehlt es noch am grünen Strom, den zu hohen Preisen und an der Ladeinfrastruktur bis zu vereinfachten Bezahlsystemen. Dortmund macht es aktuell vor, wie man unter bestimmten Gegebenheiten am Laternenpfahl E-Autos tanken kann. Wo bleiben die Nachahmer? Darüber hinaus werden künftig die Autos selbst über ihre Batterien als Stromspeicher fungieren (bidirektionales Laden).

Der E-Hype beispielsweise bei VW hängt sicherlich auch mit dem exorbitanten Börsenwert von Tesla zusammen. Nachdem der CEO auch persönlich vom Aktienwert profitiert, sollte man diese Triebfeder ganz offen ansprechen. Auch ist die E-Auto-Entwicklung nicht so aufwendig, wie einen Ein-Liter-Dieselmotor zu entwickeln. Der EU-Druck mit der CO2-Abgabe und deren Strafzahlungen wird gleichermaßen zu Gunsten der E-Fahrzeuge gerne als Schutzschild industriell aufgefahren. Will man denn nicht sehen, wie hier der europäischen und der deutschen Automobilindustrie systematisch der Boden entzogen wird? Daimler, nochmals Daimler (!), lässt die "alten" Verbrennungsmotoren bei seinem Großaktionär Geely in China bauen. Magna fertigt außerdem für die nächste MB-Generation die Hybridgetriebe! Daimler - das Beste oder nichts! Immerhin wird die neue S-Klasse 2022 auf gewissen öffentlichen Straßen autonom bis Tempo 60 unterwegs sein.

E-Flyer

Der Auto-Landesverband Baden-Württemberg – nicht Bayern (!) - unter Regie von Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß hat zusammen mit dem Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg zwei Flyer zur E-Mobilität erstellt. Der eine ist für Gewerbekunden, in dem vor allen die Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden. Der andere Flyer vermittelt dem Autokäufer Basiswissen:

E-Flyer für Autokäufer
© Foto: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg

Vertriebspolitik 2022 ff. - Wackelpudding

Zum 1. Juni 2022 tritt die neue GVO mit einer Übergangsfrist von einem Jahr in Kraft. Die Stellantis-Verträge beispielsweise befinden sich bis 2023 im gekündigten Zustand. Hersteller gehen unter vorgehaltener Hand – nicht offen! - den Direktvertrieb, vor allem über das echte wie unechte Agentursystem an.

Vertriebsmodelle und GW-Perspektive
© Foto: Santander

Thomas Hanswillemenke, Vorstand Mobility bei Santander, stellte am Mittwochabend anlässlich seines virtuellen Vortrages an der Hochschule in Geislingen an die Studentenschaft dazu eine gewichtige Frage: "Wenn OEMs durch das Agenturmodell in Zukunft auch den zweiten und dritten Lebenszyklus eines Fahrzeugs übernehmen, wie kann der Handel für ausreichend Ware Sorgen?"  Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Hersteller den Vertriebsgürtel für den Handel systematisch immer enger schnallen. Ferner, der Internetverkauf über digitale Händler, siehe Sixt & Co, schreitet fort!

Auto-Abos werden auch 2022 seitens der Hersteller mit markeneigenen Offerte angeboten werden. Bis 2025 soll der Marktanteil an Auto-Abos auf 20 bis 25 Prozent anwachsen. Für den einzelnen Händler ist es sehr wichtig zu durchschauen, welches Abo-Geschäftsmodell jeweils vorgelegt wird. Santander hat mit "Wabi" ein Konzept aufgelegt, über das der jeweilige Händler seine eigenen Fahrzeuge im Abonnement anbietet. 

Wabi - das Auto-Abo von Santander
© Foto: Santander

Fazit: Die Kommunikation seitens der Hersteller hat seit eineinhalb Jahren eine bedenklich einseitige Schlagseite. Gute Unterstützung für die Händlerschaft inklusive der Anpassung der Ziele sollten eben an der Zulassung und dem Auftragseingang gemessen werden.

Der Gebrauchtwagen wird 2022 wertige Ware bleiben, von dem sich die Hersteller - wie oben angesprochen - gehörige Marge abgreifen wollen. Aber auch die virtuellen Seiteneinsteiger!

Die Neuerungen im Gewährleistungsrecht zum 1. Januar 2022, bei dem der gewerbliche Fahrzeugverkäufer bei Geschäften mit Verbrauchern mindestens zwölf Monate haftet, bringt zusätzliche Kosten mit sich. Und das ohne die bislang übliche Praxis der Beweislastumkehr nach dem sechsten Monat zuungunsten der Verbraucher. Der Teufel steckt da mal wieder im juristischen Detail und schafft weitere Komplexitäten.

Der Service wird weiteres Rückgrat in 2022 bleiben müssen. Trotz Teilebeschaffungsproblemen und fragwürdigen Preiserhöhungen. Sicher wird bei Fahrzeugen mit Lochverbau manche Zusatzarbeit vor Auslieferung anfallen. Oder auch manche Sonderausstattung wird nachrüstbar sein. Auf der einen Seite lässt sich im Zubehörgeschäft bei entsprechend aktivem Engagement noch einiges bewirken, doch aufgrund rückläufiger Fahrzeugauslieferungen bleibt auch hier eine Portion Umsatz auf der Strecke.

Ein professionelles Datenmanagement lässt die rechtzeitige Kontaktaufnahme deutlich vor Wiedermotorisierung zu. Nicht nur das, sondern grundsätzlich erfordert die "farbige Zeit" eine direkte, offene Kommunikation mit den Mitarbeiter:innen. Zu diesem Motivationsfaktor gehört ebenso die gezielte Aus- und Weiterbildung, sprich die Förderung von Kompetenzen.

Die Auto-Welle!

Trotz aller klimatischen Bedrohungsszenarien kaufen die Deutschen Autos, Autos und nochmals Autos. Zum Leidwesen aller "Grünen"! Allein im Jahr 2021 hat sich der Fahrzeugbestand in Deutschland um weitere 400.000 Einheiten erweitert. In München allein um 25.000 Einheiten! Wie kann die Verkehrsmenge, wie automobiler Verkehr reduziert werden? Ob das auf freiwilliger Basis herbeigeführt werden kann? Da stehen mutige wie kontroverse Entscheidungen an.

Perspektive Zuversicht

Bei all den aufgeführten komplexen Themen fragt man sich, woher noch Zuversicht nehmen? Wir sollten weiter auf die Kraft der Natur setzen. Bei allem Corona-Impfen, so regelt die Natur mit jedem Einzelnen, wie sein Immunsystem darauf pariert. Trotz Corona, der Frühling kommt, ebenso der Sommer!

Vertrauen wir ferner der Wissenschaft und dem technischen Fortschritt. Wie rasch war es möglich, einen geeigneten Impfstoff zu entwickeln? Und was wären wir in der Pandemie ohne Internet?! Technischer Fortschritt!

Lassen sie mich ein Drittes Anführen. Ich durfte und darf es immer wieder in unserer Branche erleben. Das Gute überwiegt!! Wir verkaufen p.a. in Deutschland drei Millionen Neuwagen und sieben Millionen Gebrauchtwagen. Dahinter stehen zehn Millionen Verkaufs-Kontrakte. Davon ist es gerade mal ein Promille, das juristisch anhängig wird. Wer unsere 436.000 Mitarbeiter im Auto-Gewerbe sieht, was sie in Summe für ihre Kunden Tag für Tag leisten, wird bei allen Fehlern und Unzulänglichkeiten sagen: Das Gute, das sie leisten, überwiegt bei weitem begründete Vorbehalte. Diese großartige Leistung im Auto-Gewerbe darf uns zuversichtlich stimmen!

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Dienstag, 11. Januar 2022

Prüfung der Corona-Soforthilfen -  Es muss sein!

Aktuell stehen die Prüfungen der Corona-Soforthilfen im Frühjahr 2020 an. Diese wurden in 1,8 Millionen Fällen bewilligt. Die gegenwärtig vierte Corona-Welle schafft da für zahlreiche Betriebe keine geeignete Basis für deren Rückzahlung. Addiert man noch die November- und Dezemberhilfen sowie Überbrückungshilfen und anderen Unterstützungszahlungen hinzu, dann steht da künftig für die Wirtschaft noch eine markante Rechnung offen. Es wurde 2020 politisch nach dem Grundsatz gehandelt, erst helfen, dann prüfen. Gut so! Das ist auch der Grund, weshalb die große Pleitewelle ausblieb. Weil in der ersten Phase 2020 rund 14 Milliarden Euro bewilligt wurden. Die Insolvenzwelle gilt es nun abermals zu vermeiden. Nordrhein-Westfalen hat daher die Zahlungsfrist für Corona-Soforthilfen bis zum 31. Oktober 2022 verlängert. Konsens herrscht darüber, dass den Betrieben zu helfen ist, die es wirklich brauchen. Die Polizeibehörden haben bislang in 17.000 Fällen wegen Betrugs ermittelt.

Bisher hat der Staat rund 75 Milliarden Euro (!) an Wirtschaftshilfen ausbezahlt. Hinzu kommen rund 55 Milliarden Euro an Krediten. Kurzarbeitergeld und Sozialleistungen aus der Kurzarbeit summieren sich auf weitere 42 Milliarden Euro.

Fügen wir noch die staatlichen Elektroautosubventionen für die E-Autos von Juni 2020 bis Juni 2021 hinzu, dann macht da nochmals nahezu zwei Milliarden Euro aus. Wenn dann Forderungen wie vom VDIK zu vernehmen sind, die staatlichen Elektroauto-Subventionen über 2025 zu verlängern, stellt sich die Frage, wie lange denn diese kostenintensive Planwirtschaft fortgesetzt werden soll? Wer bezahlt letztlich die Zeche? Die Autoindustrie schreibt derzeit trotz Chipmangel Rekordgewinne. Da wird derzeit die "goldene Kuh" namens Staatskasse übermolken. Solide ist das nicht! Nachhaltig eben auch nicht! Nicht nur grün denken, sondern auch schwarz sehen. Balance halten.

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Donnerstag, 13. Januar 2022

Gerhard Lustig, Herausgeber Auto & Wirtschaft, zum Abschied!

Wenn ein Grande wie Gerhard Lustig nach 35 Jahren leidenschaftlichem automobiljournalistischem Wirken abtritt, dann schaut man da gerne mit ganz, ganz großem Respekt hin. Welch eine journalistische Dimension hat er geschaffen! Und das in welch einer tiefgründigen Diktion? Was in Deutschland AUTOHAUS, ist in Österreich das Magazin "Auto & Wirtschaft". Lustig hat es mit noch weiteren Verlagsofferten zum führenden Fachmagazin in Österreich entwickelt und über Jahre in ganz hoher Qualität lebendig gestaltet und weiterentwickelt. Auch digital. Jede Ausgabe gleicht einem "Bilderbuch", in dem das ganze Redaktionsteam viele namhafte Persönlichkeiten aus dem ganzen Land und aus allen Leistungsbereichen zu aktuellen Themen zu Wort kommen lässt. Welch eine thematische Präsenz! Welche stets aktuelle Präsenz! Und das alles in einer wirklich respektablen fachlichen Bandbreite. Fügen wir noch all die Messeauftritte von A&W hinzu, dann die so einmaligen, mit so viel Herzblut und Liebe im Detail gestalteten Kongresse in der Wiener Hofburg, das will alles organisiert und auch fachlich gestaltet sein.

Der Individualist GL

Sein ganz eigener Stil zelebriert Lustig mit seinen besonderen Kommentaren "Schluss mit Lustig". Der Österreicher Franz Schubert hat 650 Lieder komponiert, sprich 650 Melodien erfunden. Lustig hat da in seiner Wirkzeit mehr "Melodien" geschrieben. Der Unterschied zwischen Schubert und uns Journalisten ist sicher der, dass unsere Melodien in 200 Jahren niemanden mehr interessieren. Das macht und hält einen als Journalist in großer Demut. Welche Fülle an Ideen stehen dennoch hier Ausgabe für Ausgabe, Woche für Woche dahinter? Und es ist bei Gott nicht alles lustig in der Autobranche. Was mich dabei immer wieder beeindruckt hat, wie Lustig unbeirrt einer Sache auf den Grund geht. Er ist Wahrheitssuchender. Davon hält ihn nichts und niemand ab. Wer "gelustet" wird, den geht er durch penetrantes Nachfragen gezielt an. Floskeln, zungenfertige Schwätzer liebt er nicht. Und da paart sich als Charakteristikum bei Lustig die Wahrheit mit der Zuspitzung. Dabei ist dann immer wieder seine stilistische so einmalige wie mutige Feder zu bewundern. Er spitzt zu! Auch mit "lustiger, fantasievoller Ironie". Das passt alles so zu seinem Outfit, seinem "roten Frack". Seine mutige, doch auffällige "Brand"! Rot ist nicht nur die Farbe der Liebe, sondern auch des Feuers, der Leidenschaft, der Wut! Das "Schwarze" unter dem Rot seines Fracks, nahe am Herz täuscht politisch. Lustig macht sich immer wieder ganz bewusst mit keiner Sache gemein. Schließlich fungiert er als Fels, der den ganzen Nachrichtenstrom, die unterschiedlichen Meinungen, Behauptungen, Fakten, emotionalen Ausfälle solide sortieren und professionell auf den Punkt bringen muss.

Gerhard Lustig und ich kennen uns nun seit 35 Jahren. In dieser Zeit hat sich eine großartige, vertrauens- wie sehr wertvolle Journalistenfreundschaft entwickelt, sprich wir tauschen uns informell regelmäßig oder bei Bedarf aus. Er ist mein absoluter informeller Österreich-Experte. Inputgeber! Er kennt den letzten "Hund" in der Steiermark, weiß, wer was in den Gremien macht oder gar bewirkt, wie die Importeure, auch die ganz "GROSSEN" in Salzburg ticken, bis hin zu speziellen juristischen Zusammenhängen wie beispielsweise im bahnbrechenden österreichischen Peugeot-Urteil.

Es sei an dieser Stelle auch mit ganz großer Wertschätzung an das Unternehmer- und Verlegergenie, den großen Branchen-Mäzen Helmuth H. Lederer (HHL), den "Eurotax-Inhaber" erinnert. Er war unser beider großer und langjähriger Lehrmeister, Spiritus Rector, ein Vorbild! Helmuth H. Lederer setzte für uns die klare verlegerische Diktion: Es ist alles zu schreiben, was tatsächlich gelaufen ist. Seine Bedingung, es muss wahr und gekonnt dargestellt sein. Sprich, gründlich recherchiert sein. Alles andere sei für ihn kein freier Journalismus! Also weg mit abgeschriebenen Prospekttexten oder PR-Vorlagen. Das Internet hat markant an diesem echten Journalisten-Grundsatz bei den meisten Medien gesägt. Gerhard Lustig war für Helmuth H. Lederer der Garant seines verlegerischen Ansinnens. HHL machte Gerhard Lustig daher zum Herausgeber von A&W. Lustigs Nachfolger, Geschäftsführer Stefan Binder, die Chefredakteure Mag. Heinz Müller und Gerald Weiss, die nächste Generation, klar sie muss ihren Weg gehen und immer neue Antworten und Wege finden.

Es werden viele in der Branche den originellen GL, die "rote Legende", in bester Erinnerung behalten und ihm nun final von Herzen zu seinem Lebenswerk gratulieren. Vornean u.a. Maria Grazia Davino, heute Europa-Vertriebschefin von Stellantis, von 2014 bis 2016 Fiat-Chefin von Österreich. Lustig begrüßte sie damals mit der Headline: "Der Engel aus Rom, der Österreich retten soll!" Done! Ja, Gerhard Lustig wird fehlen! So ist aber das Leben. Irgendwann "isch over"! Verehrter Freund, ganz herzlichen Dank und größten Respekt für Dein leidenschaftliches Lebens- und Lederer-Werk! Dein Hannes.

Gerhard Lustig
© Foto: Automobil & Wirtschaft

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Freitag, 14. Januar 2022

Die Post zur besonderen "Unterbrechung"

Die Weihnachts- und Neujahrszeit sorgt Jahr um Jahr für eine wichtige "Unterbrechung". Schließlich gilt es Kraft zu pumpen, Anlauf zu nehmen, um ab Januar bei Umsatz Null die Sysiphos-Kugel wieder bis zum 31. Dezember ganz weit nach oben zu schieben, um im nächsten Jahr abermals das Hamsterrad von Null an zu bewegen. Lassen Sie mich ein paar Weihnachtsgrüße stellvertretend für wirklich viele "Herzenspost", die ich erhielt, kurz aufführen.

Gerhard Schürmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Emil Frey Gruppe schrieb eine wichtige Botschaft, die ich gerne an die Branche weitergebe:

"Die Herausforderungen hast Du aufgezählt und genannt. Viele hängen irgendwie zusammen und wären teilweise ohne die Kette der Events nicht eingetreten. Eine spannende Zeit. Und es stellt sich regelmäßig die Frage: wo reagiere ich, wo reagiere ich nicht und wenn ja wie? Das sind keine einfachen Aufgaben. Und diese Aufgaben sind einfacher lösbar mit den guten Mitarbeitern, welche Du auch sehr gut kennst und ihre Leistungen auch schon ausgiebig in Euren Medien oder an der Hochschule belobigt hast."

Bei allen anstehenden Veränderungen (einige sind sinnvoll, andere sind dumm und erzwungen) müssen wir Händler uns immer wieder die Frage stellen, ob es uns gelingt, den Kunden und den Herstellern einen Mehrwert zu bieten. Schaffen wir Wert mit unseren Aktivitäten? Solange wir uns weiterentwickeln und die Kundenwünsche dauernd antizipieren ist mir nicht bang. Dazu benötigt das Gewerbe bestens ausgebildete Fachleute rund ums Automobil, hier hat die Hochschule Geislingen eine wichtige Rolle und diese füllt die Hochschule bestens aus.“

Meister der Inszenierung -  Wilfried Wilhelm Anclam, CEO der AUTOLAND AG

Das Phänomen WWA (Wilfried Wilhelm Anclam) geriert Jahr für Jahr zum Fest zur besonderen Überraschung. Deutschlands größter Autodiscounter inszeniert dazu stets ein kreatives Highlight! Man spürt es, das "Friedensfest" ist ihm wirklich persönliches Anliegen. Dieses Jahr setzte er mit der "Dresdner Weihnacht" das besondere Exemplum. Dresdner Christstollen aus der Hilton Stollenbäckerei, gepaart mit speziellen Weinen der "Edition Frauenkirche" von Schloss Wackerbarth. Bei Öffnung der auffällig wertigen "Verpackung" sticht beistehendes Deckblatt hervor. Individuell, maßgeschneidert. Anclam unterlegt das Ganze dann geistig noch mit einem Spruchkalender für das Neue Jahr! WWA, ein genialer Regisseur der Freude!

© Foto: AUTOLAND AG

Hahn & Kultur

Die Hahn-Gruppe, Stuttgart, sprich Steffen Hahn und Frank Brecht, kombinieren die jeweils aktuelle Botschaft der Thitz-Edition mit einer speziellen "schwäbischen Liquidität" aus den eigenen Weinbergen: Hahn-Wein! Diesmal konnte man im sehr wertig gestylten "Weinkarton" einen animierten Weihnachtsgruß aufrufen. Dort konnte der Interessierte uner anderem die Motive der vergangenen Jahre aus der Thitz Edition Hahn bog mobil abrufen. AUTOHAUS darf seit Jahren die Thitz-Edition als Aufhänger für die aktuelle Weihnachtsansprache abdrucken. Vielen Dank!

Abb.: Hahn
© Foto: Hahn Gruppe

Opus 2 aus dem Hause Kuhn + Witte, Jesteburg

Oliver Bohn, Geschäftsführer im Hause Kuhn + Witte, VW-/Audi in Jesteburg/Hamburg, setzte im ersten Corona-Jahr 2020 einen originellen Branchenakzent. Die Mitarbeiter präsentierten in Buchform ihre Lieblingsrezepte. Kochen! Das eine und andere ist mir in der Umsetzung durchaus mit Folgegenuss gelungen.

Das Autohaus Kuhn + Witte baut strategisch das Thema "Freizeit" aus. Wohnmobile, E-Bikes u.a. "Drum o Mensch, sei weise, pack die Koffer und verreise. Wilhelm Busch. Die Mitarbeiter präsentieren nun im neuen Buch ihre Lieblings-Reiseziele. Eine großartige Idee! Dabei fällt auf, dass die meisten Ziele außerhalb Deutschlands liegen. Dem Team ist abermals eine sehr respektable Vorlage, sowohl in den individuellen Texten wie in der Vielfalt der professionellen Farbbilder gelungen. Großartige Impressionen! Das Buch wurde für die Kunden mit einer Textkarte bereichert, indem eine Meditation zum Thema "Spaziergang am Meeresstrand" auf der Rückseite ausgeführt wurde. Mit Pausen! Ich werde das Exemplar sehr gut verwahren, nachdem mir Oliver Bohn das Exemplar Nummer 1 gewidmet hat. Ganz herzlichen Dank Oliver und große Gratulation an das ganze Kuhn + Witte-Team! Herzensgeschenke sind nun mal die schönsten Geschenke!

© Foto: Kuhn + Witte

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Spruch der Woche

Möge Ihnen das Neue Jahr neue Hoffnungen schenken, viele neue Gedanken für Ihr wichtiges automobiles Wirken bereiten und wieder neue Wege zur gewünschten Zielerreichung ebnen.

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 21. Januar 2022!

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