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HB ohne Filter: Elektroauto-Seiteneinsteiger +++ Geschäftsmodelle Mobilität +++ Holger Bormann

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
28.01.2022
Lesezeit:
10 min

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Nio - Marktstart Deutschland im vierten Quartal 2022 +++ E-Mobilität mit markanten Seiteneinsteiger +++ Aiways  - eine weitere chinesische Offerte +++ Geschäftsmodelle Mobilität +++ Holger Bormann, MIT-Vorsitzender Niedersachsen mit Klartext

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Montag, 24. Januar 2022

Nio - Marktstart Deutschland im IV. Quartal 2022

Es soll allein in China 300 Anbieter für Elektroautos geben. Lynk (Geely), BYD, Xiaopeng, Aiways sind über diverse Aktivitäten auf dem deutschen Markt bekannt. Jetzt soll spät im Jahr der chinesische Tesla-Wettbewerber Nio kommen. Im vergangenen Jahr wurde der Start in Norwegen gelegt. Mit bislang 200 Einheiten. 2025 sollen es dann 25 Länder sein, in denen Nio vertreten sein will. Die Marktaktivitäten laufen bislang über Direktvertrieb. Die NIO-Europazentrale sitzt in München.

Die Besonderheit sind die Batteriewechselstationen, "Swap-Stations" genannt. In China sollen bereits 700 Stationen installiert sein. ET7 heißt das kommende Modell, ein Elektro-Sedan mit bis zu 1.000 Kilometer Reichweite, 48.000 Euro. Die Batterie kann man mieten. Monatspreis 150 Euro. Es kann also an den Swap-Stations in wenigen Minuten die Batterie gewechselt werden. 2020 stand Nio vor der Pleite. Man hatte sich hinsichtlich der Investitionen übernommen. Eine Investorengruppe schob erhebliche Mittel nach.

Tesla wurde 2003 gegründet und wie lange hat es gedauert, bis die Verkaufsmenge in Deutschland p.a. über 3.000 Einheiten hinaus gingen? Der Gründer von Nio, William Li, wird da noch einige persönliche Präsenz in Europa zeigen müssen, bis er auf Augenhöhe mit Elon Musk angekommen ist. Es wird dauern, bis eine Marke - welche auch immer - einen Bekanntheitsgrad und das nötige  Marktvertrauen gewinnt. Man neigt dazu, die vertrieblichen Anstrengungen zu unterschätzen.

Für die Branche ist wichtig: die Zahl neuer, zusätzlicher E-Auto-Anbieter auf dem deutschen Markt wird wachsen. Der E-Kuchen wird für die einzelne Marke kleiner ausfallen. Und morgen wird der eine oder andere große Autohändler in Deutschland als Direktimporteur einer (chinesischen, vietnamesischen) E-Marke fungieren!

Nio-Batteriewechselstation
© Foto: Nio

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Dienstag, 25. Januar 2022

E-Mobilität mit markanten Seiteneinsteiger

Der E-Auto-Markt wird in Deutschland die Vertriebslandschaft nach und nach verändern. Einerseits durch das Agentursystem in den Händlerverträgen. Dann durch die Aktivitäten der Autohersteller im Direktvertrieb und deren Ausweitung der Gebrauchtwagenaktivitäten. Hinzu kommt ein anwachsendes Meer an Auto-Abo-Anbietern, die sich unter anderem über die Möglichkeit ihrer kurzen Laufzeiten für das E-Auto als Testalternative empfehlen. Dann wird es vermehrt Start-ups geben, die unabhängig der sonst bekannten Börsen (sixt-neuwagen.de, mein auto.de u.a.) sich im E-Markt engagieren. Zwei Beispiele:

Tink – die Berliner Alternative

Tink ist ein Start-up in Berlin, das 2017 gegründet wurde und neben Smart-Home-Lösungen inzwischen auch E-Autos offeriert. Dies im Verbund mit Wallboxen, Ladekarte, Stromvertrag u.a. Tink vermittelt die Fahrzeuge z.B. von CarFellows, einem weiteren Start-up in Berlin. Man verspricht einen einfachen Online-Fahrzeugkauf. Geschäftsführer von CarFellows ist Martin Osterberger-Seitz, und da führt der Weg ins Autohaus Seitz und seinen zwölf Standorten, markant mit den Marken des VW-Konzerns, ins Allgäu und nach Oberschwaben. Das Geschäftsmodell: Man gründe als Händler eine separate Firma und mache selber Online-Direktverkauf.

Es sei an dieser Stelle grundsätzlich angemerkt, so der Hersteller Online-Direktverkauf praktiziert, kann sich der Händler ebenso über sein Autohaus im Online-Direktverkauf wirtschaftlich betätigen. Das muss nicht über eine separate Firma laufen.

Tink erhält beispielsweise seine Fahrzeuge auch von Volkwagen Leasing. Das Beispiel zeigt, wie wichtig eine vertragliche Regelung zwischen Hersteller und Händler nicht nur in Sachen Händlervertrag ist, sondern dass hier auch die Geschäfte mit der Herstellerbank mit vertraglich mit einbezogen werden müssen. Ansonsten öffnet man da weiteren Seitenkanälen Tür und Tor.

Tink – E-Mobility Paket
© Foto: Tink

Aiways - eine weitere chinesische Offerte

Zweites Beispiel ist Aiways, ein chinesischer E-Automobilhersteller mit Hauptsitz in Shanghai und einer europäischen Vertretung in München. Hier bedient man sich in Sachen Vertrieb nicht der klassischen Autohändlerschiene, sondern über Euronics-Partner (siehe Abbildung). Euronics ist eine Einkaufsgenossenschaft für Elektrogeräte, von der Waschmaschine bis zum Fernseher mit bundesweit 1.600 Mitgliedern. Sitz: Ditzingen. Den Service nehmen ATU-Stationen wahr.

Euronics als E-Auto-Vertriebspartner
© Foto: Euronics

Die aufgezeigten Beispiele zeigen, welch neue Facetten sich über den Online-Vertriebskanal am Markt in Sachen E-Auto-Vertrieb gestalten.

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Donnerstag, 27. Januar 2022

Geschäftsmodelle Mobilität

Da wird vielfach von künftigen Geschäftsmodellen gesprochen, die es im Automobilhandel zu entwickeln gelte, um rückläufige Auslastung zu egalisieren. Wer nach praktischen Beispielen fragt, wird dann mit CarSharing, Reiseplanung mit Event u.a. bedacht.

Kuhn + Witte, VW-/Audi-Händler in Jesteburg/Hamburg geht im März 2022 mit "Mobile Freizeit" an den Markt. Im ehemaligen Nutzfahrzeugzentrum wird auf 600 qm Fläche das Neue geschaffen und hochwertige E-Fahrräder von Kalkhoff, Focus, Cevelo, Santa Cruz und Gazelle angeboten. Auch Lastenräder. Auf dem Rollermarkt wird man von Piaggio die Marke Vespa vertreiben. Unter dem Dach "Mobile Freizeit" läuft ebenso die Vermietung von Wohnmobilen. Seit August 2021 werden bereits Miet-E-Bikes angeboten. Geschäftsführer Oliver Bohn: "Mobilität drückt sich heute unterschiedlich, variantenreicher aus. Und das wollen wir erlebnisstark inszenieren. Dazu gehört auch die Serviceleistung, die wir auch über eine "Mobile Werkstatt" anbieten wollen." Manche E-Bike-Anbieter offerieren eine Mobilitätsgarantie, E-Bike-Abschleppen!

Die neue Erlebniswelt von Kuhn + Witte
© Foto: Kuhn + Witte

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Freitag, 28. Januar 2022

Holger Bormann, MIT-Vorsitzender Niedersachsen mit Klartext

Sie erinnern sich, Holger Bormann war bei der Wahl im September 2021 CDU-Bundestagskandidat in Wolfenbüttel. Ein Autohändler Mitglied im Deutschen Bundestag. Das war unsere Hoffnung. Es sollte nicht sein. Holger Bormann wird aber weiterhin mittelstandspolitisch als Vorsitzender der MIT-Niedersachsen vorne mitwirken. Zur Wahl von Friedrich Merz als CDU-Vorsitzender sagt Bormann: "Ich bin fest davon überzeugt, dass er es kann: die CDU vereinen, die Reihen geschlossen halten und er die richtigen und wichtigen Themen anpacken wird." Auf den wirtschaftlichen Sachverstand! Der bisherige MIT-Bundesvorsitzeden Dr. Carsten Linnemann MdB ist zum Stellvertreter von Merz gewählt worden. Auch das stimmt Bormann sehr zuversichtlich.

Bormann stimmt es gleich nachdenklich, weil Bundeswirtschaftsminister Robert Habek mit sofortiger Wirkung die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gestoppt hat. Das steht im Widerspruch zum Bündnis für Nachhaltigkeit. Hauhaltszwang!

V.l.n.r. Steffen Preugschat, Andreas Hettwer, Holger Bormann, Friedrich Merz, Peter Luths, Georg Gerdes, Holger Cosse und Tilman Kuban.
© Foto: MIT Niedersachsen

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Spruch der Woche:

"Ein Lächeln wirkt auch nach innen!" (Norbert Stoffel)

Mit meinen besten Wochenendgrüßen

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 4. Februar 2022!

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KOMMENTARE


Derek Finke

30.01.2022 - 14:53 Uhr

Die Einstellung der Förderung von EFH-Neubauten mag auf den ersten Blick verwundern. Ein mir bekannter Fördermittelberater war auch erst überrascht. Bei genauerem Hinsehen sagte er dann jedoch, dass das eigentlich konsequent sei. Denn das, was da gefördert wird, ist der heutige Standard und nichts Besonderes mehr.


Wolfgang

02.02.2022 - 10:20 Uhr

KFW 55 ist zum Standard geworden weil es gefördert wurde. Fehlt die Förderung baut man eben KFW 35 oder was auch immer. Interessanter ist aber, das Kommunen die Förderung ebenfalls beantragen konnten und somit der Fördertopf erheblich schneller geleert wurde.


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