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HB ohne Filter: Opel-Destabilisierung +++ One-Man-Show Elon Musk +++ Digitaler Automobilhandel

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
15.10.2021
Lesezeit: 
10 min

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Marken-Destabilisierung mit System: Opel +++ Die One-Man-Show namens Elon Musk +++ Digitalisierung im Automobilhandel +++ Verkaufsraumfrequenz erhöhen – Mercedes-Niederlassung München +++ Reifenmarkftführer ATU – Oktober-Aktion 2021

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Montag, 11. Oktober 2021

Marken-Destabilisierung mit System: Opel

"Stellantis NV" ist im Januar 2021 als Holding aus der Fusion von FCA und Groupe PSA mit Hauptstandort Amsterdam hervorgegangen. Nicht in Turin oder Paris ist die Zentrale, sondern man wählt aus juristischen und steuerlichen Gründen einen spezifischen Firmensitz. Der 2018 gestorbene Fiat-Chef Sergio Marchionne verstand sich zu seiner Zeit schon auf spezielle finanztechnisch geniale Verschiebungen und Strategien. "Kostenkiller" Carlos Tavares geriert sich als fragwürdiger Nachfolger von Ignacio Lopez. Tavares und Marchionne verbindet eines, dass sie nicht offen kommunizieren. Was hat Marchionne den Händlern an Modellen angekündigt und nichts gehalten. Schlichtweg, er hat mit System gelogen! Was hat Tavares mit seinen nunmehr 14 Stellantis-Marken vor? Er residiert von Paris aus. Sein Echo nach außen: Schweigen! Gewiss, dieses Gigaschiff Stellantis zu steuern, neu einzunorden, das bedarf der Zeit.

Sämtliche Stellantis-Händlerverträge sind gekündigt und wie der neue Händlervertrag inhaltlich aussieht, soll bis 2023 das Geheimnis des Managements bleiben. Ein Unding! Im Klartext, keiner der Stellantis-Verantwortlichen in Deutschland  - sie sitzen jetzt allesamt in Rüsselsheim - kann Verbindliches sagen, geschweige zusagen. Das schafft weder Zuversicht noch Zutrauen.

Jetzt wird das Opel-Werk in Eisenach bis zum Jahresende stillgelegt. Das erfahren die Händler, die Mitarbeiter, der Ministerpräsident in Thüringen aus der Zeitung. Tavarez tanzt abermals sein unsägliches Ego-Solo. Er will nicht wahrhaben, dass es einen Mindeststandard des Miteinanders gibt. Oder welche europäische Umgangsformen gedenkt er zu kultivieren?

Wenn Tavarez nun seiner deutschen Tochter die Verantwortung über die Produktionsstätten in Rüsselsheim und Eisenach entziehen will, entwickelt er die Marke Opel weiter zur reinen Designhülse. Wer das Opel-Entwicklungszentrum ITEZ in seiner Hochblüte vor sich sieht, weiß, dass das von oben ab 2017 ff. zur Unkenntlichkeit dezimiert wurde. Der Schaden, den Lopez bei Opel und später bei VW angerichtet hat, wird wohl vergessen. Wer nur Kosten reduziert, wird das auf Dauer zu Lasten der Qualität machen. Und das spüren alle, die an der Front aktiv tätig sind. Wie schändlich, was da alles daneben läuft. Und die wollen morgen Direktvertrieb machen? Eine Schande, wie das zweitälteste Automobilunternehmen Deutschlands - nach Daimler - von Tavares dezimiert wird.

Wenn ein investierender Händler derzeit bei Stellantis anklopft und wissen möchte, was Sache ist, ist überall Schweigen angesagt. Der wohlgeneigte Stellantis-Außendienst schüttelt selber den Kopf. Man kann sehr wohl verstehen, dass auch die Gewerkschaft aufbegehrt. Wo bleibt dabei die Händlerschaft? Wo bleibt die offene, die glaubwürdige Gesprächsmöglichkeit? Man wünschte sich, dass Kapitän Tavarez die Sorgen all seiner Mitstreiter, Mitarbeiter, Arbeitnehmer, Händler ernster nimmt! Das Großprojekt Stellantis geht in dieser Dimension nur gut, wenn alle Gewinner sind.

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Dienstag, 12. Oktober 2021

Die One-Man-Show namens Elon Musk

Man erinnere sich an die Verleihung des "Goldenen Lenkrads" Ende 2019 in Berlin, als Elon Musk, eingerahmt von BMW-Chef Oliver Zipse und VW-Chef Herbert Diess, die "Gigafactory" in Grünheide aus "heiterem Himmel" ankündigte. Welche Demütigung für die beistehenden Herren. Zwei (!) Jahre später steht das Werk. Und im Dezember soll die Produktion anlaufen, obwohl diese ominöse Fabrik auf vorläufigen Genehmigungen beruht. Das Unternehmen hat 17 Ausnahmegenehmigungen beantragt und auch bekommen. Wird das Werk tatsächlich nicht genehmigt, müsste es in den Urstand zurückgesetzt werden. Wie sollte das geschehen? 400 Einsprüche sollen es noch sein. Man staunt, wie sich da einer wie Elon Musk über deutsche Vorgaben hinwegsetzt. Da erinnert alles an US-Giganten wie Google, Apple, Amazon. Deren Motto: Geld regiert die Welt!

Bei Tesla konzentriert sich die gesamte Kommunikation auf eine Person! Was aber, wenn der Baum "Elon" fällt? Nochmals, da ist in Sachen PR alles auf ihn ausgerichtet. Kein anderer Manager von Tesla kommt zu Wort. Man schaue sich einmal den lausigen Internetauftritt von Tesla Deutschland an? Suchen sie mal, wie viel Autos Tesla im aktuellen Monat in Deutschland verkauft hat? Will man da im Konzern mit jemandem reden, der einem offen Auskunft über die zukünftige Entwicklung von Vertriebsstandorten in Deutschland gibt, wird gemauert. Angeblich sind es jetzt in Deutschland 27 Filialen. Aktuell wurde ein weiterer Vollfunktionsbetrieb in Dortmund-Holzwickede - ein ehemaliges Porsche Zentrum - eröffnet. Weitere sind in Bielefeld, Dresen, Regensburg geplant. Man schaue sich mal die Neuwagen-Auslieferungszentren an. Blamabel hoch 5!

Was Musk hier in Gänze kommunikativ betreibt, schafft alles andere als Gemeinsinn. Es hat schon seinen Grund, weshalb die kluge Kanzlerin Angela Merkel ihn bisher nicht live empfangen hat. Sie durchschaut Elons Schauspiel. Von Gewerkschaften hält er ohnehin nichts. Gewerkschaftsbriefe finden bei ihm gleich keine Antwort. Wirklich, wer bringt Musk bei, dass wir hier in Europa eine andere Gesprächskultur haben? Eine, die weniger auf Ego, sondern auf Communio setzt.

Umgekehrt packt einem die Wut über die überbordenden ewigen Einsprüche. Wenn Musk für die 70 gerodeten Hektar an Fläche in Grünheide als Ausgleich 300 Hektar neue Fläche als Äquivalent anlegt, dann hat das eben auch seinen Wert. Wenn der benachbarte Berliner Flughafen im Schatten von Grünheide bis zu seiner Eröffnung 14 Jahre braucht, dann ist das eben auch ein Unding. Wo liegt das vernünftige Maß? Welche Regierung will das WIE endlich ändern? Über die "Eröffnungsfeier" in Grünheide am vergangenen Wochenende haben wir eingehend bei AUTOHAUS Online vom 11. Oktober 2021 berichtet.

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Mittwoch, 13. Oktober 2021

Digitalisierung im Automobilhandel

Mit der "Landeslotsenstelle Transformationswissen BW – Automotive in Bewegung" entstand im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg eine neue Plattform, die im Transformationsprozess der baden-württembergischen Automobilwirtschaft insbesondere für Mittelständler Orientierung schaffen soll. Dazu gehört u.a. die "Zukunftswerkstatt 4.0", die in Esslingen entsteht. Dazu gehört "Wissen Kompakt", in deren Reihe das IfA unter Federführung der Professoren Stefan Reindl und Benedikt Maier eine Schrift "Digitalisierung im Automobilhandel" erschien. Sie stellen darin die digitalen Anwendungen für den Automobilhandel wie für den Automobilservice dar.

Dazu gehört auch ein vorzüglich erstelltes Glossar über sämtliche digitalen Technologien und Anwendungen im Autohaus. Also, von Big Data und Chat Bots über Digital Payment und Künstliche Intelligenz bis hin zu OTA-Uptdates und dem virtuellen Showroom. Wir legen ihnen die Ausführungen untenstehend bei. Hier können sie sich auf 25 Seiten auf den aktuellen Stand der digitalen Dinge im Autohandel bringen. Dank IfA, Dank Hochschule Geislingen! Hier kann die PDF-Datei "Digitalisierung im Automobilhandel" direkt abgerufen werden.

© Foto: Prof. Hannes Brachat

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Donnerstag, 14. Oktober 2021

Verkaufsraumfrequenz erhöhen – Mercedes-Niederlassung München

In der Mercedes-Niederlassung München in der Arnulfstraße ist der Umbau abgeschlossen. "Unser Showroom wird zu Bühne. Erleben Sie ihn virtuell und real in einer neuen Dimension." www.mercedes-benz-muenchen.de/re-opening. Das wird zusätzlich bei "BILD" in der Münchner Ausgabe am 11. Oktober 2021 mit einer ganzseitigen Anzeige unterstrichen sowie mit einem Getränkegutschein belohnt. Im Restaurant "DAIMLERS" gibt es kleine Köstlichkeiten. Und dazu gibt es noch … 61 weitere Gründe. Beispielsweise, Münchens größtes Van Center zu besuchen. Denn dort wird der Sprinter und der Vito Kastenwagen mit kostenloser Ladeflatrate angeboten. Lange nicht gesehen, wir haben uns für Sie chic gemacht. Also, auf ein baldiges Wiedersehen!

© Foto: Prof. Hannes Brachat / Screenshots

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Freitag, 15. Oktober 2021

Reifenmarkftführer ATU – Oktober-Aktion 2021

Es ist immer ratsam zu sehen, was ein Marktführer macht. Gleich Sixt ist ATU in Sachen Werbung stets originell bis kreativ grenzwertig unterwegs. Mit nachstehender Titel-Headline wird im Netzt geködert: Reifen zum garantiert tiefsten Reifenpreis. Sommer- oder Winterreifen? Man beachte die hochstellte 1 in der Werbung. Bis man diese findet, muss der Nutzer erst einmal bis es nicht mehr geht runterscrollen. Dort findet er die 1. Dann muss der Nutzer auf hier drücken. Jetzt kommt er auf eine neue Seite, in der die Aktion langatmig erklärt wird, bis es endlich zur Sache geht. Und da soll dann ein Interessent den Gegenbeweis für ein besseres Angebot vorlegen? Siehe Text. Bei diesen Hindernissen? Man macht vorne einen auf Preisimage und baut dann hinten riesige Hürden auf. Sprich, reine Anmache! Clever, aber halbseiden gemacht. Das Ganze wird dann noch mit meiner VW Golf-Auslobung garniert.

© Foto: Screenshot
© Foto: Screenshots

Abbildung zwei zeigt die Preis-Offerte! Wer eine ATU-Preisauskunft zum Radwechsel möchte, muss auch da erst findig werden und die gewünschte ATU-Station eingeben, da hier preislich sicher je nach Großstadt und ländlichem Standort unterschieden wird. Hier bilden wir die Preise für den Radwechsel Würzburg-City ab. Es werden drei Pakete unterschieden, der Onlinekauf offeriert und zusätzlich die Aufforderung zur Terminervereinbarung. Eine transparente Darstellung!

Klar, nachdem Michelin seit Februar 2018 mit 20 Prozent an ATU beteiligt ist, forciert man die Michelin-Reifenofferte. Hier den Ganzjahresreifen. Verkauf als: "Meistere die vier Jahreszeiten!"

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Spruch der Woche:

"Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, dass man ununterbrochen gezwungen ist, dazuzulernen." (George Bernhard Shaw)

Auf das schönste farbige Lächeln des Jahres – den Herbst!

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 22. Oktober 2021!

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