In der historischen Stiftsbasilika St. Peter & Alexander – sie wurde 1958 zur 1.000-Jahr-Feier von Papst Pius XII. zur Basilica minor erhoben – fand eine würdige Wort-Gottesfeier und im zweiten Messeteil die Gedenkfeier für Wolfgang Diehm statt, der am 1. September 2026 von uns ging. Die Trauerfamilie, Freunde, Geschäftspartner und Mitarbeiter belegten in großer Zahl das historische Gotteshaus. Stiftspfarrer und Dekan Martin Heim wirkte als Zelebrant und wählte als Homilie, den Lesungstext 1 Kor 2, 10-13: "Der Geist ergründet alles, auch die Tiefen Gottes. Möge der Geist Gottes wirken und uns erreichen." Dekan Heim entwickelte daraus auch die Brücke zur Dankbarkeit für ein erfülltes Leben.
Die verschiedenen Ausführungen wurden musikalisch durch getragene Barock-Triokompositionen begleitet, die Annette Schupp über die Violine, Norbert Schupp über die Viola und die Stifts- und Stadtkantorin Caroline Prozeller an der Klais-Orgel nachfühlsam gestalteten. "In Paradisum" von Gabriel Fauré wirkte als Finale der Feier über die kompositorischen Abstufungen und die dazu besonderen Klangfarben der Orgel besonders nachhaltig. Mit kreativen wie virtuosen Liedvorspiel-Improvisationen sorgte die Organistin für beherztes Mitsingen der ausgewählten Gemeinde-Choräle. Die "Kunzmänner" können singen! Besonders bei "Segne du, Maria…"!
OB Schlemmer: "Er war da, wenn man ihn brauchte"
Der neue Aschaffenburger Oberbürgermeister Markus Schlemmer (CSU), erst seit wenigen Wochen im Amt, übernahm die Würdigung für 54 Jahre Mitgliedschaft von Wolfgang Diehm im Lions Club Aschaffenburg. Diehm wirkte dort u.a. einige Jahre als Vizepräsident und Schatzmeister. Schlemmer führte aus: "Er war da, wenn man ihn brauchte. Er stärkte mit seinem Wesen die Gemeinschaft. Und das mit Rat und seiner steten, auch finanziellen Hilfsbereitschaft. Die einmaligen Veranstaltungen auf seinem Trakehner-Pferdegestüt, dem Naturparadies Gut Hörnstein werden von bleibender Erinnerung sein. Der Dank gilt ihm für seine besondere Treue, sein 'Licht' wird immer wieder bei uns leuchten."
Klaus Herzog, Oberbürgermeister von 2000 - 2020 (SPD) kannte Wolfgang Diehm aus verschiedenen Begegnungen und charakterisierte ihn in Kürze mit: "Tue Gutes und bleib bescheiden!" Er zählte Wolfgang Diehm zu den besonderen Wirtschaftsgrößen der Stadt, die sich auch als Bürger am Strukturwandel der Stadt aktiv beteiligten und im eigenen Unternehmen mit Mut und Tapferkeit wie auffallend innovativ gestalteten. Und das tat Wolfgang Diehm mit seinem erfrischenden und trockenen Humor. Alt-OB Herzog: "Wir danken ihm und werden ihn immer in sehr guter Erinnerung behalten."
Geschäftsführer Stößel: Wolfgang Diehm hatte ein Gespür für Menschen
Wenn einer wie Sascha Stößel sich unter intensiver Begleitung von Wolfgang Diehm vom Auszubildenden zum Geschäftsführer der Robert Kunzmann GmbH & Co. KG entwickelt, weiß er aus direktem Erleben über all die Jahre den Menschen Wolfgang Diehm in ein umfassendes Bild zu stellen. Und er tat dies auch mit humoristischen Anekdoten aus dem praktischen Alltag. Sein Fazit daraus: Wolfgang Diehm hatte ein Gespür für Menschen. Er erkannte Potenziale, immer wieder lange bevor der Betroffene selbst daran geglaubt hat. Fordern. um zu fördern, war dabei seine Losung.
Wer heute das Werk von Wolfgang Diehm mit 1.100 Beschäftigten und elf Standorten vor sich sieht, muss sagen, dass dieser Erfolg kein Zufall, sondern das Produkt des Visionärs, Machers und Perfektionisten Wolfgang Diehm zugleich ist. Seine Ungeduld war auf all seinen Wegen keine Schwäche. Sie war der Motor seines Erfolges. Diehm: Schaut hin, erkennt Chancen, werdet selbst aktiv. Bei herstellerseitigen Ideen hob er oft als erster die Hand und wirkte aktiv als Pilotbetrieb mit.
Seine besondere Verbundenheit zur Natur, zu Pferden, zur Jagd, setzte er ganz pragmatisch um: "Einen Hund, den du zur Jagd tragen musst, ist kein Jagdhund." Das bedeutete für ihn: Eigeninitiative, selbst losgehen, Verantwortung übernehmen. Dabei hat er im Alltag die damit zusammenhängende Kundenorientierung vorgelebt. Auch über seine stete Präsenz im Unternehmen. Und da wirkten jeweils seine besondere Art, seine Sprache, seine Direktheit und sein scharfer Blick für das gelingende Ganze mit. Sein Anspruch war hoch, sowohl an sein Unternehmen, an seine Mitarbeiter und vermutlich am allermeisten an sich selbst.
Stößel in seinen Schlussworten, die er für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sprach: "Danke für Ihr Vertrauen, Danke für Ihren Mut, Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz, Danke für alles, was Sie uns mit auf den Weg gegeben haben. Wir werden Ihrem Lebenswerk mit großem Respekt begegnen und es in diesem Bewusstsein weiterführen."
Die Glocke
Das letzte, symbolisch starke Echo der Gedenkfeier für Wolfgang Diehm hatte die größte Glocke der Basilika, die 2,8 Tonnen schwere "Sankt Peter und Alexander"“ eingeläutet, die bei aufmerksam herrschender Stille in der Kirche die christliche Verbindung zwischen Himmel und Erde hörbar schlug und an das Ewige erinnerte.
Nach der Feier standen die Besucher noch im Foryer, am historischen Aufgang zur Kirche in verschiedenen Gruppen zusammen, begrüßten sich und tauschten ihre Impressionen zu ihrem langjährigen Chef Wolfgang Diehm aus. Wir trafen die Vertreter der Wirtschaftsprüfer- und Steuerkanzlei RAW-Partner aus München. Wolfgang Diehm absolvierte in dieser Firma 1960 ein Praktikum und blieb der Kanzlei bis heute verbunden. Der Wirtschaftsprüfer und Mitgründer von RAW, Karl Rath, war 1957 an der Gründung des Fachmagazins AUTOHAUS persönlich involviert. Darauf basiert bis heute das besondere Zusammenwirken von RAW und AUTOHAUS.