Autojahr 2026 startet holprig: Wichtige Verkaufskanäle unter Druck

10.02.2026 10:44 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Autokäufer berät eine Frau und einen Mann in einem Showroom.
Das Privatkundengeschäft sackte im Januar um 14,4 Prozent ab.
© Foto: ProMotor/T.Volz

Der deutsche Automarkt startet mit deutlichen Rückgängen ins Jahr 2026 – vor allem das Geschäft mit Privat- und Flottenkunden lahmt. Während Verbrenner schwächeln, halten Elektroautos ihr Niveau stabil.

Der durchwachsene Start in Autojahr 2026 ist ausgerechnet auf die schwache Performance margenträchtiger Verkaufskanäle zurückzuführen. Wie eine Auswertung von Dataforce zeigt, verlor der Privatmarkt im Januar zweistellig um 14,4 Prozent auf 58.557 Neuzulassungen. Das Flottengeschäft gab gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent auf 61.814 neue Firmenwagen nach.

Bei den sogenannten Sondereinflüssen verzeichnete der Fahrzeughandel mit 35.858 Einheiten ein Minus von 3,2 Prozent. Wachstum gab es dagegen bei den Autovermietern (plus 9,9 Prozent/19.053 Fahrzeuge) und Herstellern selbst (plus 5,3 Prozent/18.687 Fahrzeuge). Vieles deute darauf hin, dass überschüssige Fahrzeuge, die keinen "echten" Abnehmer gefunden haben, verstärkt durch Eigenzulassungen oder Sonderangebote in den Markt gebracht worden seien, erklärte Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce.

Wie berichtet, erreichte der Pkw-Markt im Januar 193.969 Neuzulassungen – ein Rückgang von 6,6 Prozent. Hochgerechnet auf das Gesamtjahr würde der Markt mit 2,87 Millionen Pkw deutlich unter der Drei‑Millionen‑Marke bleiben, die lange als Normalniveau in Deutschland galt.

Förderprämie bremst nicht – doch der Markt bleibt verhalten

Die Elektromobilität legte zu Jahresbeginn weiter zu, wenn auch langsamer als zum Jahresende. Im Flottenmarkt sank das Wachstum von 55 Prozent im Dezember auf 18 Prozent, im Privatmarkt von 74 auf 43 Prozent. Ein saisonales Muster, das der Branche bekannt ist – der Januar war im Privatmarkt dennoch der stärkste Januar für E‑Autos überhaupt, wie Litzinger betonte. 

Die Schwäche im Privatmarkt geht jedoch vor allem auf Verbrenner zurück: Die Neuzulassungen von Benzinern und Dieseln fielen laut Datafroce um knapp 30 Prozent. Selbst deutlich steigende E‑Absätze hätten diesen Rückgang kaum ausgleichen können. 

Einen Vorzieheffekt aufgrund der neuen Förderprämie sieht Experte Litzinger nicht. Reine Elektroautos (BEV) kamen im Januar auf einen Anteil von 24 Prozent – genauso wie in den Schlussmonaten 2025. Plug‑in‑Hybride (PHEV) erreichten im Privatmarkt stabile sieben Prozent. 

"Verbrenner-Zulassungen sind am Kränkeln" 

Litzinger zieht ein gemischtes Fazit: "Der Markt schwächelt deutlich, und das ausgerechnet durch Rückgänge in den Kanälen, die für die Hersteller das Geld versprechen. Gleichzeitig sendet der Markt aber auch positive Signale. Und zwar gibt es momentan keinen Anschein, dass die angekündigte Förderprämie den E-Auto Markt vorher zum Erliegen bringt. Die Quoten bleiben momentan stabil, viel eher sind die Verbrenner-Zulassungen am Kränkeln."


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