Autoscout-Umfrage: Nachfrage nach günstigen Fahrzeugen steigt

Das Autokauf-Budget vieler Kunden ist durch die Krise kleiner geworden. Das hat Folgen für die Fahrzeugwahl.
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Durch die Corona-Krise schränken viele Kunden ihre Budgets für den Kauf eines neuen Autos ein. Das führt zu erhöhter Nachfrage nach günstigeren und älteren Fahrzeugen. Zudem werden alternative Besitzmodelle sowie der Online-Kauf attraktiver.

Durch die Corona-Krise steigt die Nachfrage nach günstigeren und älteren Fahrzeugen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Online-Automarktplatzes Autoscout24. Dieser wollte untersuchen, wie sich die Pandemie auf das Auto-Kaufverhalten in Europa auswirkt und hat dazu 6.000 Nutzer aus Deutschland, Österreich, Italien, Belgien und den Niederlanden befragt.

Hintergrund der wachsenden Nachfrage nach preiswerteren Fahrzeugen ist, dass europaweit viele infolge der Krise ihre Budgets für den Autokauf reduzieren. So gaben beispielsweise in Deutschland 31 Prozent und in Österreich 38 Prozent der Umfrageteilnehmer an, weniger Geld für ein neues Auto ausgeben zu wollen als vor Corona. Mehr Geld ausgeben möchten hierzulande dagegen nur vier Prozent. Gefragt nach den Gründen für die reduzierten Budgets, erklärten 36 Prozent der Deutschen, Geld für schlechte Zeiten zurücklegen zu wollen. 33 Prozent der Deutschen und 34 Prozent der Österreicher nannten außerdem eine "generelle Unsicherheit" als Gründe für die geringere Ausgaben-Bereitschaft.

Bereitschaft zu Zugeständnissen wächst

Geht es dann mit dem reduzierten Budget an die Fahrzeugsuche zeigte sich in der Umfrage vor allem bei den deutschen Kunden der Wille, Zugeständnisse zu machen. So gaben jeweils rund 25 Prozent der Befragten mit reduziertem Budget an, den Kauf älterer Autos in Betracht zu ziehen oder bei den Extras zu sparen. 21 Prozent konnten sich auch vorstellen, ein Fahrzeug zu erwerben, dessen Farbe ihnen eigentlich nicht gefällt. Für 17 Prozent kommen nun außerdem auch Fahrzeuge mit höherem Kilometerstand in Frage, und für zehn Prozent sogar Autos mit leichten Schäden wie etwa Kratzern oder Dellen.

Das lässt sich laut Autoscout in anderen Ländern nicht in vergleichbaren Ausmaß beobachten: In Italien oder den Niederlanden wären beispielsweise nur 11 Prozent zu Einschränkungen bei den Extras bereit. Gemeinsam ist nach Angaben von Autoscout jedoch allen untersuchten Ländern, dass sich im Fall von krisenbedingt kleineren Portemonnaies die Markenauswahl hin zu günstigeren Marken verschiebt. In Deutschland gaben 22 Prozent, in Österreich 24 und in Italien 25 Prozent an, jetzt nach preiswerteren Fabrikaten zu suchen.

Laut der Umfrage nehmen sich diejenigen Autokäufer, die in der Umfrage angaben, krisenbedingt weniger Geld für ein Auto ausgeben zu wollen, zudem mehr Zeit für die Suche nach dem passenden Fahrzeug. In Deutschland, Belgien und Österreich bestätigte das jeweils mehr als die Hälfte der Befragten. Italien und die Niederlande lagen nur knapp darunter.

Alternative Besitzmodelle im Aufwind

Ein weiterer Effekt von Corona: Rund ein Viertel aller Befragten kann sich laut Umfrage nun eher vorstellen, ein neues Fahrzeug komplett im Internet zu bestellen. Am höchsten liegt dieser Wert mit 28 Prozent in Belgien. Dahinter folgen Italien (27 Prozent), Deutschland und die Niederlande (je 24 Prozent) und Österreich (23 Prozent). Aufwind spüren zudem alternative Besitzmodelle wie Leasing oder Auto-Abos. So kommen beispielsweise für 24 Prozent der Österreicher Leasing oder Auto-Abos nun eher in Frage als vor der Krise. Für Deutschland liegen diese Werte bei je 19 Prozent. Die anderen untersuchten Länder bewegen sich ebenfalls in diesem Spektrum. Dass diese alternativen Besitzmodelle in der Krise einen Aufschwung erfahren liegt nach Ansicht von Autoscout hauptsächlich daran, dass hierbei keine großen Einmalinvestitionen anfallen. (aw)

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