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Früherer Nürnberger-Vorstand: Zum Tode von Konrad Falk

AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat (l.) mit Konrad Falk.
© Foto: AUTOHAUS

Mehr als 40 Jahre lang prägte Falk das Kfz-Versicherungsgeschäft inklusive Schadenmanagement und Betriebsversicherungen in der Automobilbranche.


Datum:
04.10.2017
5 Kommentare

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Ein Nachruf von Prof. Hannes Brachat

Konrad Falk ist am Dienstag in Happburg-Hersbruck gestorben. Der gebürtige Nürnberger wäre am 19. Oktober 83 Jahre alt geworden. Bis Ende 1999 wirkte er als Vorstand der Nürnberger Versicherung und Sprecher des Vorstands der Nürnberger Schadenversicherungsgruppe. Falk prägte über 40 Jahre lang das Kfz-Versicherungsgeschäft inklusive Schadenmanagement und Betriebsversicherungen in der Automobilbranche. Er setzte Maßstäbe und markante Weichenstellungen: strategisch, in der Fachliteratur, in zahlreichen Vorträgen. Zusammen mit ZDK-Ehrenpräsident Fritz Haberl, Hermann Haas und Eberhard Schön bildete er das Quartett, das im Versicherungsgeschäft der Branche bis heute sichtbare Erfolge "produziert" hat.

Was eigentlich 1969 in der Mahag begann und Haberl dann 1972 als Idee in Form der Techno Versicherungsdienst GmbH dort einbrachte, führte 1985 zur Gründung der Garanta Versicherungs AG. Zu den Techno-Gesellschaftern gehörten die großen Händler wie Dello, Raffay, Schmidt + Koch, die Schulz-Gruppe und die Hahn-Gruppe. Diese enge Verbindung zu den großen Handelshäusern, die Falk kultivierte, führte später zu diversen Beteiligungen der Nürnberger an diversen Autohäusern. Die letzte Entflechtung aus seinem Gruppen-Werk fand zum 1. Januar 2015 mit dem Kauf der Dürkop Gruppe durch Dello statt.

Falk war in jeder Hinsicht eine eloquente Persönlichkeit, ein Multitalent. Zugänglich, offen, entgegenkommend, fortschrittlich, kommunikativ. Ein glänzender Unterhalter. Unvergesslich wenn er zusammen mit Haberl auftrat. Da war immer etwas los. Sie bewegten. Vielfach mit unvergesslich geistigem Humor. Die ZDK-Beteiligung in Höhe von zehn Prozent an der Garanta ist heute noch die wertvollste Position im VerbandsvVermögen. Sprich, das benannte Quartett verstand das Geschäft.

Falk war strategischer Denker wie Macher. Wenn er die Autohändler zu besonderen Abenden einlud, dann trugen diese Veranstaltungen unverkennbar seine kulturelle Handschrift. Falk war auch in Sachen Geschichte und Kunst ein hochgebildeter Mann. Wer ihn bei einer seiner berühmten Stadtrundgänge in Nürnberg begleiten durfte, wird seine Detailausführungen in der Lorenzkirche oder oben auf der Kaiserburg, über Albrecht Dürer oder Veit Stoß nie vergessen.

Es sei festgehalten, dass er einen redaktionell immer auf Augenhöhe einbezogen hat und wahrlich viel Geduld mitbrachte, um die fachlich notwendigen Hintergründe aufzuzeigen. Wenn der ADAC damals ins Versicherungsgeschäft einstieg, dann hatte in der Branche "vulkanisierende" Wirkung. Und er fand Antworten. Nicht nur juristische. Sein Vermächtnis, das er uns hinterlässt und immer wieder ins Stammbuch schrieb hieß: Kundenbindung, Kundenbindung und nochmals Kundenbindung! AUTOHAUS ist seiner Frau Hamiyet Tanriverdi-Falk, seinen vier Kindern, voran seinem Sohn Dr. Jürgen Falk in dieser besonderen Zeit des großen Abschieds ganz besonders verbunden. Wir nehmen Abschied von einer Branchengröße, die in Sachen Autohaus & Versicherungsmanagement ein markantes Stück Handelsgeschichte geschrieben hat!

Traueradresse: Hamiyet Tanrverdie-Falk, Höhenweg 32, 91230 Happburg.

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KOMMENTARE


Burkhard Weller

04.10.2017 - 18:11 Uhr

Lieber Hannes Brachat, Deinen Worten zu Konrad Falk ist kaum etwas hinzuzufügen. Auch ich habe Ihn über 10 Jahre aktiv erleben dürfen und war begeistert von seiner ansteckenden Energie. Wir waren ja sogar einmal 2 Jahre Geschäftspartner durch Dürkop/ACB und ich habe einen sehr fairen, ehrlichen und aufrichtigen Partner erlebt. Als ich Ihn vor 3 Jahren traf, war er noch immer der Feingeist, der Charmeur und stets freundliche Mann den wir vor 17 Jahren in einer fränkischen Besenwirtschaft in den Ruhestand verabschiedet haben. Ruhe in Frieden lieber Konrad Falk, ich verneige mich vor einem Grande, Burkhard Weller


Volker Borkowski

04.10.2017 - 18:50 Uhr

R.i.P. lieber Konrad Falk! Gerne erinnere ich mich noch heute an mein erstes prägendes Erlebnis mit Konrad Falk, das mich am Karfreitag 1993 in unsere Branche gebracht hat, denn aus einer Vielzahl von Verquickungen hatte ich just an diesem Tag morgens um 9 Uhr meinen Vorstellungstermin bei ihm in der Nürnberger Versicherung - ich war beeindruckt! Ein Vorstand der NV lud mich "frisch" Promovierten an einem Feiertag in sein Büro - das war wahre Dynamik! (Kirchenanhänger mögen mir meine Euphorie trotz Feiertag bitte verzeihen) Ich habe viel von ihm und den ehemaligen Autohausbeteiligungen der NV lernen dürfen und bin bis heute für diese Entwicklung dankbar. Auch wenn der Kontakt weniger geworden ist, so weiß ich doch, wer mich begeisternd für unsere Branche geworben hat. Herzlichen Dank Konrad Falk, Ihr Volker Borkowski


Insider

05.10.2017 - 13:17 Uhr

Als langjähriger Mitarbeiter bei HUK - Verkauf kann ich nur zustimmen, besonders Herrn Dr. Borkowski. Herr Falk, ein tiefgründiger Mensch, der gerade dann seinen Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zur Seite stand wenn es Probleme gab, ob im Beruf oder geschäftlich. Ich habe das selbst erlebt, als mir Herr Falk in einer großen Not moralisch zur Seite stand, dafür bin ich ihm immer dankbar ! Natürlich erwartete Herr Falk konzentrierten Einsatz seiner Mitarbeiter, aber er hörte auch seinen Mitarbeitern zu wenn es um Entscheidungen ging, gerade imKfz.-Gewerbe. So verneige ich mich auf seinem letzten Weg und danke Herrn Falk !!!


Andreas Müller

05.10.2017 - 21:13 Uhr

Möge er in Frieden ruhen! Er war der beste Vorstand, den die Nürnberger je hatte. In tiefer Trauer Andreas Müller


Branchenkenner

07.10.2017 - 17:16 Uhr

Konrad Falk hat mit dem Kfz.-Gewerbe konstruktiv gesprochen, dies fehlt der NÜRNBERGER / TECHNO schon seit Jahren, allerdings ist dies der Unkenntnis einiger dieser s.g. Führungskräfte geschuldet, die " wissen " nämlich alle wie esnicht geht, aber das " wissen " sie genau !!! Kooperieren sollte die NÜRNBERGER mit der Kfz.-Branche und mit jenen reden, die beide Seiten kennen, denn, die Aussage Autos bewachen war schon immer falsch, den das Vers.-Geschäft findet direkt i m Autohaus statt. Wer das beachtet wird erfolgreich in der Penetration sein, wie auch bei der Werkstattbelegung und Kundenbindung !!!


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