Herstellerverband Acea: Rekord-Einbruch auf EU-Automarkt

Der europäische Automarkt war 2020 auf dem niedrigsten Stand seit 1990.
© Foto: Mosolf Gruppe

Die Corona-Krise hinterlässt auf dem europäischen Pkw-Markt eine Spur der Verwüstung. Sämtliche Märkte lagen am Ende des Jahres mindestens zweistellig im Minus - bis auf eine kleine Ausnahme.


Datum:
19.01.2021

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Das Corona-Jahr war für den europäischen Automarkt das schlimmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1990. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Neuzulassungen für Passagierautos im Jahr 2020 um fast 24 Prozent auf 9,42 Millionen Fahrzeuge, wie der europäische Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte. Die zwei Corona-Wellen mit Lockdown-Phasen im abgelaufenen Jahr haben starke Bremsspuren in der Statistik hinterlassen. Zudem sorgte die große Verunsicherung der Kunden durch die schweren wirtschaftlichen Folgen für eine klare Kaufzurückhaltung.

In Deutschland brach der Markt im Jahresvergleich um knapp ein Fünftel ein (-19,1 Prozent). Ähnlich dramatische Verluste gab es in den anderen europäischen Ländern. So verzeichnete Frankreich ein Minus von 25,5 Prozent, Italien ein Minus von 27,9 Prozent, Spanien ein Minus von 32,3 Prozent und Großbritannien ein Minus von 29,4 Prozent. Den Negativrekord stellte Kroatien mit einem Minus von 42,8 Prozent auf. Die geringsten Einbußen gab es in Norwegen mit einem Minus von nur 0,7 Prozent und Dänemark mit 12,2 Prozent. Zulegen konnte kein einzigger der europäischen Märkte.

Im Dezember nur ein moderates Minus

Im Dezember ging die Zahl der in der Europäischen Union neu registrierten Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um moderate 3,3 Prozent auf 1,031 Millionen Fahrzeuge zurück. In Deutschland gab es hier sogar eine Gegenbewegung mit einem Plus von fast 10 Prozent. Die anderen großen europäischen Märkte erwischte es im Dezember schlimmer: In Spanien blieben die Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahr praktisch stabil, in Frankreich sanken die Zahlen um fast 12 Prozent. Auf dem italienischen Automarkt gab es ein Minus von fast 15 Prozent.

Daimler musste im Dezember bei den Neuzulassungen in der Europäischen Union ein Minus von knapp 15 Prozent hinnehmen, womit die Stuttgarter unter den deutschen Autobauern am schlechtesten dastanden. Bei BMW waren es minus 6,2 Prozent. Die Volkswagen Gruppe konnte dagegen mit einem Plus glänzen - sie brachten fast 10 Prozent mehr Autos auf die Straße. Die Opel-Mutter PSA legte um knapp 3 Prozent zu, Renault verzeichnete ein Minus von 13 Prozent. 

PSA verliert 2020 am stärksten

Im Gesamtjahr lag von den sieben größten Autokonzernen (mit allen Marken) auf dem europäischen Markt PSA mit einem Minus von 30,3 Prozent am stärksten unter dem Vorjahr. Dahinter folgen FCA (minus 26 Prozent, Renault (minus 25,7 Prozent), Daimler (minus 23,8 Prozent), Volkswagen (minus 21,7 Prozent), Hyundai (minus 21 Prozent) und BMW (minus 19,2 Prozent).

Der Blick aufs Jahr zeigt auch: Einzig im September wurde ein Zulassungsplus verzeichnet, in allen anderen Monaten des Jahres waren die Zahlen teils erheblich rückläufig. Den Negativrekord stellte der Lockdown-Monat April mit einem Einbruch der Neuzulassungen um 76,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. (dpa / aw)

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