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Insolvenzantrag: Autohaus Sessner vor dem Aus

Geschäfte mit Autovermietern aus den Jahren 2007 und 2008 wurden Sessner zum Verhängnis.
© Foto: Imago/Imagebroker/Sessner/AHO-Montage

Der Kitzinger VW- und Audi-Betrieb ist zahlungsunfähig. Die Volkswagen-Bank hat die Kredite zum 31. Juli gekündigt. Geschäfte mit Autovermietern aus den Jahren 2007 und 2008 wurden dem Unternehmen zum Verhängnis.


Datum:
30.06.2011
10 Kommentare

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Das VW- und Audi-Autohaus Sessner in Kitzingen hat am Mittwoch (29. Juni) Insolvenzantrag gestellt. Der Grund für die Zahlungsunfähigkeit: Die Volkswagen-Bank hat die Kredite zum 31. Juli 2011 gekündigt. Das erklärte Autohauschef Jens Bergmann gegenüber AUTOHAUS Online.

Die finanzielle Schieflage des Unternehmens geht auf Geschäfte mit Autovermietern in den Jahren 2007 und 2008 zurück. 11.000 Fahrzeuge verursachten ein Minus von rund 30 Millionen Euro. Die zuvor kalkulierten Restwerte konnten nicht mehr am Markt realisiert werden. VW hat diese Geschäfte mit Autovermietern gewünscht und finanziell subventioniert.

Sessner hatte sich im Rahmen der Abwrackprämie 2009 mit einer kreativen Marketingkampagne und einem gelungenen Organisationskonzept in der Branche für Aufsehen gesorgt (wir berichteten). Innerhalb von drei Monaten verkaufte der Betrieb fast 2.900 Pkw. Für die hervorragende Vertriebsleistung wurde das Unternehmen auch von einem Fachmagazin ausgezeichnet.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 115 Mitarbeiter. Sie verkauften im vergangenen Jahr 4.000 Neu- und 3.500 Gebrauchtwagen. Der regionale Marktanteil betrug mit den Marken Audi und VW 45 Prozent. Es ist davon auszugehen, dass das Würzburger VW-/Audi-Autohaus Spindler das Autohaus Sessner übernehmen wird. (hb)

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KOMMENTARE


Thomas Neubeck

30.06.2011 - 12:01 Uhr

Na endlich ist die Konditionsschleuder vom Markt weg. Ein Händlerkollege


Dieter M. Hölzel

30.06.2011 - 13:12 Uhr

Na ja, " Hauptsache die Autovermieter gibts noch " !


Mike Müller

30.06.2011 - 13:22 Uhr

Die Spatzen pfeifen es ja schon lange von den Dächern! Volumen ohne Ertrag bringt ja nichts! Lang genug hat VW den Händler gestützt!


jott aah

30.06.2011 - 13:26 Uhr

autohaus als "partner" von herstellern zu sein, das macht wirklich keinen spass mehr. hersteller-mot partnerschaft ist, wenn der partner schafft. und dabei ginge es doch so einfach... unser mot offen, ehrlich, einfach und langfristig sowie fair im umgang und/aber gerne auch hart in der sache! ich bin diese überflüssigen "nebenkriegsschauplätze" so leid!!! schlimm, das ist alles so schlimm (geworden)! allen autohaus-kollegen einen herzlichen überlebensgruß PS das allerschlimmste ist übrigens, dass es keinen "bypass" mehr gibt... denn "offen, ehrlich, einfach..." gibt es ja nicht mehr wirklich, bei KEINEM hersteller :-(


Meisch

30.06.2011 - 15:15 Uhr

Viel zu lange hat der Hersteller die desaströsen Verkaufstouren des Herrn Bergmann unterstützt und zugesehen. Stückzahlen sind halt eben alles.


hans hase

30.06.2011 - 16:25 Uhr

... klassische Entsorgung eines Partners, den der Hersteller nicht mehr haben will... nichts besonderes.....dies ist die übliche Vorgehensweise.....schneller kommt man aus einem Vertragsverhältnis nicht raus.


Jörn Mechenbier

30.06.2011 - 16:32 Uhr

Die Realitäten: ca. einem Drittel der Auslieferungen generiert der Hersteller direkt, ca. 800.000 Neuwagen werden durch Prämienmodelle (regionale Marktanteile 45%!) zum Gebrauchtwagen, verbleiben noch 1.200.000 echte kaufende Kunden! General Motors wird mit seiner preisgünstigen "Weltmarke" Chevrolet die Vorherrschaft von Volkswagen in Europa beenden wollen. Wie sich VW über Jahre die Marktanteile erkauft hat, zeigt das Beispiel Autohaus Sessner deutlich.


Christoph Schreiner

01.07.2011 - 10:57 Uhr

Das ist doch mal wieder der Beweiß, dass Stückzahlen nicht alles ist. Am Anfang viel Geld bekommen vom Hersteller (VW), für die Vermiet-Zulassungen und am Ende alles verbrant.( gute Geschäftsidee ;-) ) Warum machen eigentlich die Händler Vermietgeschäfte ? Das könnte man doch gut über die eigenen Retail-Niederlassungen tätigen, da spielt das Geld (Verlust) doch keine Rolle.... In diesem Sinne, es fängt immer gut an und endet desaströs !


T. Meier

04.07.2011 - 10:01 Uhr

Wer nicht das Marketing-Gedöns beachtet, sondern dafür vielmehr die echten Preise und Leistungen verglichen hat, konnte daraus seinen eigenen Schlüsse ziehen (und woanders kaufen). Also wirklich gute (und für das Umfeld zu günstige) Konditionen hat es hier nicht gegeben, das kann man dem Autohaus nicht vorwerfen.


Michael Kühn

12.07.2012 - 19:22 Uhr

schon im Jahr 2008 munkelte man über Sessners Finanzprobleme- bzw. Status; VW + Audi Rückläufer wurden viel zu teuer zurückgekauft, ich erinnere mich an die Buy-Backs u. weitere Zukäufe von z. B. ex-Mietwagen... es gab damals schon "besondere" Geschäftsverbindungen", die die normalen kaufmännischen Grundsätze ausser Acht liessen. Zu teuer eingekauft=unverkäufliche"Muster.


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