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Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: "Wir brauchen eine Öffnungsperspektive"

Aus Sicht von Michael Ziegler ist das Kfz-Gewerbe kein Treiber der Corona-Pandemie.
© Foto: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg

Im verlängerten Lockdown fordert Michael Ziegler die Öffnung des Kfz-Handels unter Auflagen. Positiv: Der Landesverbandspräsident sieht erste Anzeichen für ein Umdenken auf politischer Seite.


Datum:
15.01.2021
7 Kommentare

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Das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg macht sich weiter für eine schnellstmögliche Öffnung der Autohäuser im Corona-Lockdown stark. "Wir leisten derzeit auf allen Kanälen Überzeugungsarbeit dafür", sagte Verbandspräsident Michael Ziegler am Freitag in Stuttgart. Er begrüße, dass die Politik beginne umzudenken. Ziegler verwies auf einen Vorstoß der FDP-Landtagsfraktion, den Handel wieder zu öffnen, aber das Tragen von FFP2-Maske verbindlich vorzuschreiben. "Das geht in die richtige Richtung." Dass Bayern ebenfalls auf FFP2-Masken setze, bestärke diese Auffassung.

Der Branchenvertreter erklärte weiter: "Optimale Lüftung, ein optimales Verhältnis von Fläche zu Kunden, das oft bei mehreren hundert Quadratmetern pro Person liegt, tragfähige Hygienekonzepte – im Autohandel ist alles vorhanden." Man könne auch Besichtigungstermine mit den Kunden vereinbaren, um eine kontinuierliche Frequenz sicherzustellen. Ziegler zeigte sich bereit, mit dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.

Das Kfz-Gewerbe drängt seit längerem darauf, den stationären Autohandel in Deutschland während des Lockdowns zu erlauben. Die Argumentation: Die Showrooms werden die meiste Zeit über nur von einer Handvoll Kunden frequentiert. Zudem sind die Verkaufsflächen im Neuwagenhandel in der Regel mehrere hundert bzw. tausend Quadratmeter groß, und die Ausstellungsflächen für Gebrauchtwagen finden sich meist im Außenbereich.

Ziegler: "Das Kraftfahrzeuggewerbe treibt die Corona-Infektionen nicht". Die im Lockdown geöffneten Kfz-Werkstätten seien eindeutig keine Hotspots. Deshalb zeigte sich der Landesverbandspräsident überzeugt: "Was wir im Servicebereich schaffen, schaffen wir im Handelsbereich erst recht."

Mit Blick auf das umsatzstarke Frühjahrsgeschäft ab Februar und die verlängerten Corona-Einschränkungen betonte Ziegler: "Wir brauchen eine Öffnungsperspektive." Ansonsten werde eine Insolvenzwelle im Kfz-Gewerbe immer wahrscheinlicher. Der Autohandel benötige dringend Liquidität, denn wegen der ohnehin geringen Rendite seien mittlerweile viele Betriebe in der Verlustzone. "Hilfe zur Selbsthilfe durch eine zügige Öffnung unter Auflagen ist da der beste Weg." (rp)

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KOMMENTARE


bonaquamichel

15.01.2021 - 15:41 Uhr

Dem ist nichts hinzuzufügen.


Joe

15.01.2021 - 21:23 Uhr

Wann werden Sie es endlich begreifen?Die Regierung macht die Läden erst dann wieder auf, wenn die Regierung sicher ist, dass dann keiner mehr öffnen wird.


mein Name

18.01.2021 - 11:26 Uhr

@ Joe: Korrekt, dies gilt allerdings für nahezu alle Branchen und Bereiche für Unternehmen ab Mittelstand und kleiner (KMU).


Heinrich

19.01.2021 - 10:29 Uhr

Interessant, aber die Mitarbeiter ohne Auto dürfen also sich jeden Tag auf den Weg mit dem ÖPNV machen, nur damit man dem gelangweilten Rentner Heinz ein Auto nach dem anderen öffnen darf und sich Geschichten aus seiner 50-jährigen Autofahrerkarriere anhören darf. Nein, die einzig sinnvolle Alternative wäre es endlich mal den Onlinevertrieb zu verstärken. Ich kann meine Fahrzeuge genauso auch vom Homeoffice verkaufen. Meinetwegen dann nur zu wichtigen Terminen ins Autohaus kommen, aber den Rest des Tages gefälligst zuhause bleiben. Es geht ja nicht nur um Kundenverkehr, sondern durch die Treffen in der Kaffeeküche, beim Rauchen etc.


mein Name

21.01.2021 - 07:44 Uhr

@ Heinrich: An wen wollen Sie online Autos verkaufen, wenn keiner mehr einen Job hat und somit auch kein Geld für ein Auto? Oder druckt das auch die EZB und Frau Lagarde bringt das persönlich jedem Auto-Bedürftigen/-Willigen?Grundsätzlich spricht natürlich nichts gegen den Online-Verkauf, nur brauchen Sie dazu Menschen, die gewillt sind sich ein Auto zu kaufen und dies auch bezahlen können - egal wie dies nachher vonstatten geht. Nur ohne Arbeit könnte das schwierig werden.


Henry

21.01.2021 - 11:12 Uhr

Hören Sie doch der Politik zu. Sie sagen doch, was kommen wird, aber es will keiner glauben. Frau Merkel hat doch vor dem WEF in Davos vom „Great Reset“ geschwärmt, hat doch ausdrücklich gesagt, dass sich unsere „Art zu leben“ komplett ändern wird. Und zuvor sagte sie, es gäbe kein Recht auf „Soziale Marktwirtschaft“. Unter der „Chimäre“ Industrie 4.0, hören Sie doch den großen Einflüsterern Klaus und Hilde Schwab, die Initiatoren vom World Economic Forum, zu, soll das Privateigentum überflüssig sein und abgeschafft werden bis spätestens 2030 (natürlich nur „unseres“, versteht sich) und wir alle werden „glücklich“ sein, heißt es von dort, keine „Verschwörungstheorie“ kann man alles offiziell nachlesen. Und auf diesem Weg dorthin sind wir. Alles andere, so sehr Sie an den veröffentlichten Nachrichten auch hängen mögen, macht auch keinen Sinn. Von gaaanz „links“ wird doch schon der „Lockdown“ bis zum Inzidenzwert „0“ gefordert, was einem Systemwechsel zur Staatswirtschaft entspricht.


J.F.

21.01.2021 - 11:52 Uhr

@meinname, dass ist genau das was ich schon seid Monaten hier versuche klar zu machen. Verkaufen, egal in welcher Form, geht nun mal nur mit Käufer die sicher sind sich das zu leisten. Wenn Unsicherheiten da sind, dann ist es egal ob jetzt Online mehr angeboten wird oder nicht. Und noch was, mein zuhause ist mein Ruhepol und die Firmenkultur möchte ich gerne mit meinen Kollegen und Vorgesetzten bitte schön auch in der Firma leben. Eine Firma lebt nicht nur von einem Produkt oder einer Dienstleistung, sondern auch sehr stark durch seine eigene Kultur. Das sind Werte die gut funktionieren, und nur weil jetzt viele denken die Digitale Zeit mit Gewalt einzuleiten und solche Werte mit den Füßen zu treten, das sehe ich als sehr schädlich und kompliziert. Nicht alles ist schlecht was älter ist.


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