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Studie: Premiumhersteller profitieren nicht von Umweltprämie

Laut einer Studie profitieren Premiummarken von der Umweltprämie nicht sonderlich.
© Foto: Wellnhofer Designs / stock.adobe.com

Einer Studie zufolge profitieren Volumenhersteller aufgrund ihrer Rabattstrategien stärker von der Umweltprämie als Premiumhersteller, die auf den Listenpreis abzielen.

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Die Kaufprämie für Elektroautos geht zulasten von Premiummarken und zugunsten von Marken im Niedrig- und Mittelpreissegment. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Goethe Universität Frankfurt und der WHU – Otto Beisheim School of Management.

Der Grund dafür, dass Premiumhersteller nicht von der Prämie profitieren würden, ist laut Prof. Christian Schlereth von der WHU, dass die Kaufprämie von 9.000 Euro sich auf den Listenpreis beziehe und die Autohersteller verpflichtet seien, davon mindestens 3.000 Euro selbst an die Kunden weiterzugeben. Autohersteller im Volumensegment würden jedoch auch ohne die Kaufprämie von sich aus Rabatte von 20 Prozent und mehr anbieten. Premiummarken hingegen würden versuchen, den Listenpreis durchzusetzen. „Die 3.000 Euro Rabatt, die sie (die Premiumhersteller, Anm. d. Red.) selbst übernehmen müssen, werden laut unseren Berechnungen nicht durch die höhere Nachfrage ausgeglichen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben sie aber keine Wahl. Sie müssen ebenfalls diesen Rabatt anbieten. Und das geht zulasten ihrer Marge“, erklärt Schlereth.

Nicht der Preis, sondern die Reichweite ist entscheidend

Der Professor am Lehrstuhl für Digitales Marketing erforscht die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Oliver Hinz und Katharina Keller von der Frankfurther Goethe-Universität seit nunmehr sieben Jahren. Dabei habe sich gezeigt, dass der Preis für Kunden nicht das entscheidende Kaufkriterium ist. Von den Studienteilnehmern konnten sich selbst angesichts der Kaufprämien 2019 nur fünf Prozent den Erwerb eines Elektroautos vorstellen. „Die Kaufprämie steigert die Nachfrage in Deutschland lediglich um ein Prozent, was etwa 36.000 zusätzlichen neu zugelassenen Elektroautos im Jahr entspricht“, sagt Schlereth. Seiner Ansicht nach senke die Umweltprämie daher in erster Linie die Kosten der Autohäuser und der OEM. Entscheidender für die Nachfrage ist seiner Ansicht nach die Reichweite, die sich zuletzt deutlich verbessert habe: „Diese ist der stärkere Nachfragetreiber“, so Schlereth. (aw)


Die Studie mit dem Titel "Sample-based Longitudinal Discrete Choice Experiments: Preferences for Electric Vehicles Over Time" von Prof. Christian Schlereth, Prof. Oliver Hinz und Katharina Keller erscheint im Journal of the Academy of Marketing Science und ist online verfügbar: https://www.researchgate.net/publication/345643045

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KOMMENTARE


Matze

19.11.2020 - 17:45 Uhr

Wenn wir von den 9000€ Bafaprämie reden sind also reine E-Fahrzeuge gemeint. Und da 36.000 laut Artikel 1% sind, wollt ihr also sagen das 3,6 Mio E-Fahrzeuge verkauft wurden? Das sehe ich nicht so. Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Statistik sind in diesem Jahr 121.000 Fahrzeuge zugelassen worden. Wo nehmt ihr also eure Zahlen her?Und eine andere Statistik sagt aus das der BMW i3 auf Platz 2 hinter Renault liegt bei den Zulassungen. Ist BMW nicht mehr Premium?Vielleicht sollte mal besser recherchiert werden bevor so etwas veröffentlicht wird.


SH

20.11.2020 - 12:15 Uhr

Allein die Aussage, dass die Premiumhersteller versuchen den Listenpreis durchzusetzen ist ein Zeichen vollkommenen Realitätsverlustes und disqualifiziert die Urheber je mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Kontakt gewesen zu sein.


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