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Forderung: Keine Umweltprämie für Lademuffel

Nur wer elektrisch fährt, soll von der Umweltprämie profitieren, fordert der BVF.
© Foto: REMINDFILMS/stock.adobe.com

Wer mit seinem Plug-in-Hybrid nie elektrisch fährt, soll auch keine Förderung vom Staat bekommen, findet der Bundesverband Fuhrparkmanagement.

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Der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) fordert von der Bundesregierung, die Auszahlung der Umweltprämie bei Plug-in-Hybriden (PHEV) künftig an die Nutzung des elektrischen Fahrmodus zu koppeln. Als Grund führt der Verband an, dass Hybride oft lediglich aus Gründen der Steuerersparnis und wegen der Förderung ausgewählt werden, der tatsächliche Stromanteil bei der Nutzung aber nur minimal ist.

Das laufe dem Nachhaltigkeitsgedanken der Förderung zuwider und schade umweltschonenderen Alternativen wie vollelektrischen Fahrzeugen oder Erdgasfahrzeugen. "Eine Förderung muss nach unserer Ansicht – und da stehen wir nicht alleine – an eine adäquate Stromnutzung von mindestens 50 Prozent gekoppelt werden", sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer des BVF.

Wer nur zehn Prozent elektrisch fährt, soll auch nur zehn Prozent der Prämie erhalten

Alternativ schlägt der Verband vor, die Prämie ausschließlich anhand des E-Anteils zu berechnen. Dazu solle der volle Satz der Innovationsprämie für reine E-Autos mit dem tatsächlichen Elektro-Anteil eines PHEV zu multipliziert werden. Wer also in seinem PHEV nur zehn Prozent des Weges elektrisch zurücklegt, würde auch nur zehn Prozent der Prämie erhalten. Wer hingegen nur elektrisch fährt, würde die volle Prämie erhalten, die auch die Fahrer rein elektrischer Autos bekommen.

Zusätzlich fordert der BVF, dass Dienstwagenfahrer, die mit ihrem Plug-in-Hybrid weniger als 20 Prozent elektrisch fahren, auch nicht mehr vom halbierten Satz für die Besteuerung des geldwerten Vorteils profitieren sollen. Damit soll wieder der vorgesehene Einsatzzweck der Fahrzeuge zum Entscheidungskriterium bei der Wahl des Fahrzeugs werden. Denn bei häufigen Langstreckenfahrten verbrauche ein PHEV wegen seines höheren Gewichts letztlich mehr Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner. "Die derzeitige Situation ist wirklich nicht als zielführend zu bezeichnen. Eine Verlängerung der pauschalen, undifferenzierten Förderung wäre eine Fehlentscheidung", so Schäfer. (aw)

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KOMMENTARE


Karl Seiler

19.11.2020 - 18:27 Uhr

Wie soll der Anteil elektrischer Nutzung "rechtssicher" festgestellt werden, über welchen Zeitraum sollen diese Feststellungen gehen und wann soll dann die so errechnete Teil-Prämie bezahlt werden???


MW

19.11.2020 - 23:00 Uhr

Und wie soll der Anteil kontrolliert werden???


Rudi

20.11.2020 - 13:30 Uhr

das zu prüfen sollte technisch kein großes Problem sein. Die Autos selbst können das doch vielfach schon festhalten und/oder per App für den Nutzer nachvollziehbar machen. Eine zusätzliche Schnittstelle würde also reichen, um die Daten dann per Mobilfunk an eine zuständige Stelle, z.B. BAFA, zu übermitteln. Oder für diejenigen mit Datenschutzbedenken: Die Möglichkeit einbinden, die Aufzeichnungen ausdrucken zu können, ähnlich wie bei einem elektronischen Fahrtenbuch.


M.Bellinger

20.11.2020 - 15:46 Uhr

Das größte Problem ist, das die meisten dieser Fahrzeuge nur eine geringe elektrische Reichweite besitzen. Im Mittel etwa 60km, also bestenfalls im Stadtgebiet. Das wird dazu führen, dass fast keiner die volle Prämie in Anspruch nehmen kann, weil die Elektroreichweite viel zu niedrig ist. Im Umkehrschluss werden dann auf die Zukunft auch deutlich weniger „Plug in“ Fahrzeuge verkauft werden. Aber vielleicht ist das ja auch der Beweggrund des Bundesverbandes.


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