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Targobank Autostudie 2023: Renaissance des Benziners

Targobank Autostudie 2023: Renaissance des Benziners
Die Targobank hat wieder untersucht, was deutsche Autofahrer bewegt.
© Foto: Poba/Getty Images/iStockphoto

Die Targobank hat wieder die aktuelle Stimmungslage der deutschen Autofahrer eingefangen – mit teils überraschenden Ergebnissen.

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Unter Deutschlands Autofahrern werden Benziner wieder beliebter. Wie die diesjährige Autostudie der Targobank zeigt, würden 30 Prozent der Befragten dem Ottomotor beim nächsten Fahrzeugerwerb den Vorrang geben. Zum Vergleich: 2022 waren es nur 22 Prozent. Dazu passt, dass 65 Prozent (plus fünf Prozent) das ab 2035 geplante Verbrennerverbot in der EU ablehnen.

"Die Verkehrswende oder Entscheidungen wie das Verbrennerverbot treiben nicht nur den Handel um, sondern auch die Autofahrerinnen und Autofahrer. In der aktuellen Befragung war die Renaissance des Benziners eines der überraschendsten Ergebnisse", sagte Markus Häring, Chef der Targobank Autobank, am Montag in Düsseldorf. Möglich sei, dass aktuelle Diskussionen um das Aus für Verbrennungsmotoren, E-Fuels und die Verfügbarkeit von E-Auto-Ladestationen diese Entwicklung begünstigt hätten.

Mit Blick auf das eigene Geschäft sei dies noch nicht merklich spürbar, betonte Häring: "Der Anteil an E-Auto-Finanzierungen war bei uns 2022 konstant zum Vorjahr." Die Targobank Autobank habe zum Ziel, den Wandel zu nachhaltiger Mobilität zu unterstützen und biete deshalb passgenaue Finanzierungen für jede Antriebsart sowie alternative Mobilitätslösungen wie Auto-Abos an.

Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Das Interesse an alternativen Antrieben nimmt im Vergleich zum Vorjahr deutlich ab. So planen nur noch knapp 36 Prozent der Befragten beim nächsten Autokauf einen Umstieg, das entspricht einem Rückgang um sieben Prozent. Weniger gefragt sind vor allem Hybridautos, deren Anteil um vier Prozent auf 18 Prozent sinkt. Leicht rückläufig ist auch die Beliebtheit von reinen E-Autos (16 Prozent) und Diesel-Pkw (zehn Prozent). Jeder fünfte Befragte ist bezüglich des Antriebs noch unentschlossen.

Öko-Image von Elektroautos bröckelt

Laut Studie schwindet auch das Öko-Image von Elektrofahrzeugen seit 2016 kontinuierlich: Nur noch 39 Prozent der Befragten halten Stromer pauschal für umweltfreundlicher als Verbrenner (minus fünf Prozebt). Im Vergleich zu Verbrennungsmotoren der neusten Generation sind sogar 66 Prozent (plus fünf Prozent) der Meinung, dass E-Autos keine umweltfreundlichere Alternative darstellen.

Die Bedenken gegen die Technik liegen zum Teil in Nachhaltigkeitsaspekten begründet: Wie im Vorjahr bemängeln 57 Prozent die Umweltschädlichkeit der Akkus, 49 Prozent (plus zwei Prozent) deren begrenzte Lebenszeit. 63 Prozent führen als Argumente gegen den Kauf eines E-Autos das zu gering ausgebaute Ladesäulennetz, 66 Prozent (plus zwei Prozent) die zu geringe Reichweite an. Für 64 Prozent (plus vier Prozent) spricht der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis dagegen ein E-Auto.

Hybridfahrzeuge bieten für die Mehrheit einen guten Kompromiss aus geringer Umweltbelastung und Reichweite – dennoch sinkt auch hier die Zahl der Befürworter: Nur noch 57 Prozent (minus zwei Prozent) halten diesen Antrieb für eine gute Alternative.


Targobank Autostudie 2023: Weitere Ergebnisse im Überblick

>>> Der Wegfall bzw. die Reduzierung der staatlichen Förderung für Hybride und E-Autos hat für zehn Prozent der Befragten Einfluss auf ihr Kaufverhalten. Sie haben die Anschaffung eines Autos aus diesem Grund vorgezogen oder aufgeschoben.

>>> Die generelle Befürwortung der finanziellen Förderung von Elektroautos sinkt: 49 Prozent (minus fünf Prozent) der Befragten halten diese trotz des bereits beschlossenen Wegfalls weiter für richtig, 47 Prozent (plus vier Prozent) sprechen sich dagegen aus. Die Verwendung von Steuergeldern für Kaufprämien halten nur noch 35 Prozent für richtig (minus sieben Prozent7), 61 Prozent (plus sechs Prozent) sind dagegen.

>>> Die zeitweise hohen Kraftstoffpreise führen bei 63 Prozent der Befragten zu einer Veränderung der Fahrweise. Gut ein Drittel gibt an, die Fahrweise nicht ändern zu wollen oder zu können, da dies z.B. durch die Arbeit oder die Anbindung an den ÖPNV als nicht praktikabel erachtet wird oder das Fahrverhalten bereits optimiert ist.

>>> Die aktuell auf politischer Ebene diskutierten E-Fuels sind deutlich bekannter als noch 2022: 78 Prozent ist der Begriff geläufig (plus 23 Prozent). 54 Prozent (minus drei Prozent) finden, die Technik sollte weiterverfolgt werden.

>>> Beim Dauerbrenner-Thema Tempolimit auf Autobahnen liegt die Zahl der Befürworter wie 2022 bei 63 Prozent. 35 Prozent lehnen eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung ab. Auch die Höhe des als angemessen empfundenen Tempolimits bleibt mit 135 lm/h nahezu auf dem Vorjahresniveau.

>>> In Bezug auf die Verkehrsentwicklung innerorts lehnen 77 Prozent generell autofreie Innenstädte oder ein pauschales Tempolimit von 30km/h ab und präferieren stattdessen individuelle Lösungen je nach Bedingungen vor Ort. 

>>> 79 Prozent der Befragten sprechen sich für die Einführung eines kostenlosen ÖPNV aus. 

>>> Einen Kauf des geplanten 49-Euro-Ticket planen 19 Prozent der Autofahrer sicher ein, 18 Prozent eventuell. Jeder Zweite potenzielle 49-Euro-Ticket-Käufer gibt an, dass sichdurch das Ticket voraussichtlich die eigene Pkw- bzw. Motorrad/Motorroller-Nutzung reduziert. 

>>> Auto-Abos sehen 31 Prozent als mögliche Alternative zur Anschaffung eines eigenen Wagens an. 49 Prozent haben schon mal von der Möglichkeit gehört, ein Auto im Abo zu nutzen.



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KOMMENTARE


Kurt Nürnberg

28.03.2023 - 14:53 Uhr

Das wird ein Run auf Tageszulassungen geben wenn es soweit kommt. Zubehör/ ET Geschäfte sowie Autoverschrotter werden sich duselig verdienen an Ersatzteilen. Der zugelassene Gebrauchte Verbrenner wird Höchstpreise erzielen am Markt und die Restwerte beim Benziner bleiben stabil, denn als Händler wird man diese gerne zurück nehmen. Der Gebrauchtwagen Markt wird nach oben gehen und die Beschaffung für den Handel wird schwierig . 34Mio Autos kann man nicht so einfach auslaufen lassen und die Neu Anschaffungspreise als Verbraucher aktzeptieren. Bin gespannt !


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