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Volkswagen: Händler beschwert sich über Kontrollaktion des Herstellers

VW hat die Prüfung der Herstellerbeteiligung am Umweltbonus angekündigt.
© Foto: VW

Volkswagen hat die Prüfung der Herstellerbeteiligung am Umweltbonus angekündigt. Ein Händler beklagt sich über die indirekte Unterstellung, er habe die Zahlung von VW nicht ordnungsgemäß weitergegeben.


Datum:
10.05.2021
Autor:
Doris Plate
Lesezeit: 
4 min
4 Kommentare

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"Das passt ja wunderbar in die aktuelle Zeit." Mit diesen Worten hat sich ein Händler bei AUTOHAUS über die Mitte vergangener Woche von Volkswagen angekündigte Prüfung der Herstellerbeteiligung am Umweltbonus beschwert. Der Hersteller unterstelle damit, dass die Zahlung aus Wolfsburg nicht ordnungsgemäß weitergegeben worden sei. "Da muss ich jede Akte ziehen, weil die E-Autos und Plug-In Hybride nicht extra gekennzeichnet sind", sagt der Händler, der AUTOHAUS bekannt ist aber nicht namentlich genannt werden will. "Die Volkswagen AG macht sich keinen Kopf, wie der Handel das in Corona-Zeiten bewältigen soll." In seinem Fall handele es sich um rund 2.500 Verkäufe, die geprüft werden müssten, rund ein Drittel davon seien Elektrofahrzeuge oder Plug-In-Hybride, so der Unternehmer gegenüber AUTOHAUS.

Datenschutz im Homeoffice

Weil viele Mitarbeiter im Homeoffice seien und solche Akten aus Datenschutzgründen auch nicht für die Arbeit im Homeoffice freigegeben seien, werde der Nachweis der ordentlichen Abwicklung sehr schwierig – auch wenn Volkswagen über die 100-prozentige Tochter Volkswagen Group Partner Services GmbH eine Online-Prüfung anbiete, betonte der Händler.

Partnerverband sieht keinen Handlungsbedarf

Der Volkswagen Audi Partnerverband (VAPV) sieht in dieser Angelegenheit aber keinen Handlungsbedarf. Wie VAPV-Präsident Dirk Weddigen von Knapp auf Anfrage mitteilte, könne man sich in Corona-Zeiten zwar darüber aufregen, der Hersteller habe aber das Recht die korrekte Verwendung seiner freiwilligen Zahlungen zu überprüfen. "Verkaufsaktionen werden immer geprüft", erläuterte der Verbandsvertreter.

Hersteller bekräftigt Prüfung

Auch von VW kommt auf Anfrage von AUTOHAUS nur eine lapidare Antwort: "Der sachgemäße Einsatz von Fördergeldern ist uns sehr wichtig. Aus diesem Grund überprüfen wir diesen auch beim Umweltbonus", teilte ein Sprecher mit. Aktuell gibt es beim Kauf eines Elektrofahrzeugs oder Plug-In-Hybrids eine Förderung von bis zu 9.000 Euro auf Neuwagen oder junge Gebrauchtwagen. Die eine Hälfte des Umweltbonus übernimmt der Hersteller, für die andere Hälfte muss ein Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ausgefüllt werden.

 

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KOMMENTARE


Verkäufer

11.05.2021 - 08:10 Uhr

Die Beziehungen der VW AG (inkl. der meisten ihrer Marken) mit dem Handel ist schon lange im Eimer. Da hilft der dem Konzern wohl gesonnene Händlerverband kein Stück. Der Handel wird neben dem Abgasskandal, der belastenden und verkorksten WLTP - Umstellung, der Corona - Krise und dem nun beginnenden Lieferzeiten -Chaos wegen Ersatzteilengpässen und Rohstoffverknappung eh schon seit Jahr und Tag nur mit Standards, Vorschriften, Finanzprüfungen, Audits, Gewährleistungsprüfungen, Noraprüfungen und was sonst noch schikaniert!


Edi

11.05.2021 - 10:15 Uhr

Das passt doch irgendwie nicht richtig zusammen. Einerseits wird geschrieben, dass Volkswagen den Umweltbonus prüft, andererseits spricht der Händler von 2.500 Vorgängen die er vorlegen muss von denen überhaupt nur 1/3 einen Bonus bekommen haben. Was ist denn dann mit den restlichen 2/3? Prüft man da die "nicht Auszahlung" des Bonus? Entweder hat der Händler hier was falsch verstanden oder sollte erst einmal klären, was überhaupt überprüft werden soll.


Uwe Kersten

11.05.2021 - 00:00 Uhr

***** Achtung nur der letzte Satz ist ernst gemeint. ***** Lustig wie VW seine Kunden verspottet. Das müssen ja Volldeppen sein. Normal sind Kunden frech und wollen einen besseren Preis als in der Preisliste des Herstellers steht. Der Händler gibt sein letztes Hemd um ein Fahrzeug zu verkaufen. Es soll auch ganz schlimme geben die Angebote vergleichen. Bei VW-Kunden ist das offensichtlich anders. Da zahlen die Kunden den vollen Listenpreis evtl. noch zzgl. Verkaufsberatung, Probefahrt und Kaffee. Der Händler teilt sich mit dem Verkäufer die Verkaufsförderung und die gönnen sich so auf VW-Kosten das nächste Strandhaus auf Sylt. Ist ja bekannt dass da nur Autoverkäufer wohnen. Konzernmitarbeiter oder Vorstände können sich das ja wegen den gierigen Autohäusern/Verkäufern nicht leisten. Das muss natürlich durch gut ausgebildete Mitarbeiter des Herstellers überprüft werden. Und dann beschweren sich die Händler dass Ihre Marge aufgrund höherer Kosten des Herstellers sinkt. Die Bande versteht nicht dass auch "Group Partner Services GmbH" Ergebnisse liefern muss. Ein Teufelskreis ! Nicht dass die gigantischen Erträge der Händler aus Neufahrzeugen sinken und noch ein Hilfspaket geschnürt werden muss. Liebe Leute wo sind wir ????????????????????


Peter Schwarz

12.05.2021 - 16:43 Uhr

So wie ich es verstanden habe, geht es hier eigentlich dem Händler um die Verärgerung, dass VW seinen Händlern nicht traut und diese daher kontrollieren muss. Aus dem Artikel habe ich weiter entnommen, dass VW seine 100% Tochter beschäftigen will und daher die Kontrolle durch diese durchführen lassen will. Der üble Beigeschmack der dabei entsteht ist, dass VW selber im großen Stil betrogen hat (Diesel). Die Folgen hat und hatte der Handel und dieser wird dies auch in der Zukunft tragen müssen. Zukunft, hier will ich im Konkreten die Situation der Gebrauchten E-Automobile nennen. Was sich kaum einer zu sagen traut ist, die Werte dieser Fzg. sinken erheblich (verschiedene Faktoren). Meiner Meinung nach sind auch die Berechnungsmodelle, für Diesel und Benzin, für E-Autos nicht anwendbar! Sie werden die Probleme haben, wenn Sie ein neues Fzg. verkaufen wollen, diese alten zurücknehmen zu müssen, sonst springt der Kunde ab. Ein Fzg. das so gut wie keiner mehr haben will. Was machen Sie mit einem E-Auto das 7 Jahre alt ist und einen neuen Akku bräuchte. Keiner traut es sich laut aussprechen, diese Autos sind wirtschaftlich ein "Totalschaden" (Restwert Fzg. - Akku Kosten). Und diese Anzahl der Fzg. wird ansteigen und sich weiter auf die Werte negativ auswirken. Besonders bei den Leasingrückläufern (E-Auto und Plug-In Hybrid) werden Sie eine noch erheblichere Differenz zwischen Ankauf von der Autobank und der tatsächlichen Realität erleben. Aber falls es Sie tröstet, die BMW Händler zahlen seit 2007 tausende von Euro, pro Fzg., zu viel für die Leasingfahrzeuge beim Vertragsende Ankauf (sie wissen es sogar) und als einige Händler vor Gericht, gegen DEKRA, geklagt hatten, bekamen diese keine Unterstützung. Dabei gab unter den anderen Händlern jemanden, einen dem sie vertrauen, der alles hatte (Beweis, Zeuge) was nötig war um zu gewinnen und das hätten sie auch, denn es war noch viel schlimmer. Und so zahlen sie weiter und durch die Auswirkung, somit auch auf die Händler anderer Marken, liegt seit 2007 die bisherige Schadenssumme, aus diesem Gerichtsurteil wohl inzwischen bei 140 – 180 Milliarden Euro nur für die Markenhändler. Das mit dem Vertrauen ist wohl so eine Sache.


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