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DS-Marketingchef Schupp: "Wachstumsampeln stehen auf grün"

Bastien Schupp ist seit Anfang 2020 Direktor Marketing und Kommunikation von DS Automobiles.
© Foto: DS Automobiles

DS Automobiles spielt 2021 auf Angriff – allen Unsicherheiten zum Trotz. Wie will die französische Premium-Marke das schaffen? Ein Anruf in Paris.


Datum:
22.02.2021
4 Kommentare

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Von Ralf Padrtka, Leiter Online-Redaktion AUTOHAUS

DS Automobiles hat bisher nur SUV im Programm. Das ändert sich in diesem Jahr: Zunächst bringen die Franzosen die Mittelklasse-Limousine DS 9 an den Start, im Herbst reichen sie den neuen DS 4 in der Kompaktklasse nach. AUTOHAUS sprach mit Marketingdirektor Bastien Schupp über die Entwicklungen und Erwartungen 2021.

AUTOHAUS: Welche Bedeutung hat der neue DS 4 für die nach wie vor jungen Marke DS?

Bastien Schupp: Der DS 4 ist strategisch extrem wichtig, weil wir mit dem Modell ins Premium-C-Segment einsteigen. In dieser Klasse erwarten wir höhere Volumen, das wird die Sichtbarkeit der Marke, auch in Deutschland, stark erhöhen. Das neue Modell ist die beste Realisierung von Pariser Luxus-savoir-faire und Technologie. Wir erwarten, dass das Auto auf der Straße einen Unterschied machen wird.

AH: Welche Zielgruppen haben Sie mit dem Newcomer im Blick?

B. Schupp: Wir sehen zwei Zielgruppen für den DS 4, das sind einerseits Käufer von kompakten Premium-SUV bzw. SUV-Coupés wie BMW X2 oder Lexus UX und andererseits Kunden klassischer Modelle wie Mercedes A-Klasse und Audi A3. Der DS 4 ist genau zwischen diesen beiden Segmenten positioniert. Das Auto ist zwar „nur“ 4,40 Meter lang, wirkt aber sehr viel größer. Seine Breite und die großen Räder sorgen zusätzlich für eine starke Präsenz.

AH: Wie wird der DS 4 dem Premium-Anspruch gerecht?

B. Schupp: Gerade im Innenraum spiegelt der DS 4 unser Verständnis von Luxus und Eleganz wider. Ein Beispiel sind die verschiedenen Lederausstattungen, die präzise und hochwertig verarbeitet werden. Das Interieur besitzt eine hohe Materialqualität und ist sehr klar gestaltet. Es gibt etwa keine sichtbaren Lüftungsschlitze mehr im vorderen Bereich. Hinzu kommt, dass der DS 4 technologisch auf dem neuesten Stand ist und mit seiner Fahrdynamik beeindruckt. Wir sind also sowohl von der Fahrweise, als auch von der Technologie und den Materialien komplett premium.

AH: Der DS 4 wird bei Opel in Rüsselsheim gebaut. Welche Rolle spielt das Siegel "Made in Germany" für das Markenverständnis?

B. Schupp: Auf dem deutschen Markt ist der Produktionsort sicherlich ein Vorteil. Das werden wir in der Kommunikation nutzen – nach dem Motto "Designed in Paris, Made in Germany". Für die Kunden ist es ein beruhigendes Argument, dass das Fahrzeug in Deutschland hergestellt wird. International werden wir auf der Kommunikationsschiene anders unterwegs sein, ein "Made in Germany" würde bei einer Pariser Luxusmarke eher verwirren.


Weltpremiere DS 4 (2022)

Bildergalerie

AH: Der DS 4 kommt in drei Modellvarianten und mit fünf Motorisierungen. Spitzenmodell ist ein Plug-in-Hybrid mit 225 PS. Welchen Antriebs- und Ausstattungsmix erwarten Sie?

B. Schupp: Unsere Erwartungen zum Antriebs- und Ausstattungsmix kommunizieren wir nicht. Grundsätzlich hat DS einen sehr hohen Elektrifizierungsanteil, in Europa liegt dieser bei über 30 Prozent. Mit durchschnittlich 83 Gramm CO2 pro Kilometer sind wird die effizienteste Multi-Energie-Marke. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass auch beim DS 4 der Plug-in-Hybrid eine führende Rolle einnehmen wird.

AH: Wann steht das Modell bei den deutschen DS-Händlern?

B. Schupp: In Deutschland ist die Markteinführung für den Herbst geplant.

AH: Wird der DS 4 auch digital vermarktet?

B. Schupp: Bereits seit 2017 vermarkten wir alle Modelle auch über den DS Online-Store. Durch die Covid-19-Pandemie ist die Plattform ein extrem wichtiger Kanal geworden. Selbstverständlich werden wir darüber auch den DS 4 anbieten, eine Sonderrolle wird das Auto aber nicht einnehmen.

AH: In Deutschland lief das Geschäft 2020 trotz Corona verhältnismäßig gut. Wie hat sich DS Automobiles im vergangenen Jahr weltweit geschlagen?

B. Schupp: Es war für die gesamte Branche ein schwieriges Jahr, aber wir haben weniger unter der Krise gelitten als andere Wettbewerber. Wir konnten weltweit Marktanteile hinzugewinnen. In Europa sind wir mittlerweile auf Augenhöhe mit Jaguar und Lexus, obwohl es DS als eigenständige Marke erst seit fünf Jahren gibt. Alfa Romeo und Smart haben wir bereits überholt, das ist ein großer Erfolg.

AH: Worauf führen Sie die Entwicklung zurück?

B. Schupp: Wir haben das Glück, dass unsere Marke und ihre Positionierung vom Kunden verstanden und akzeptiert wird. In Deutschland haben wir sicherlich noch ein gutes Stück Strecke vor uns, es ist auch ein anspruchsvoller Markt. Über 70 Prozent der Kunden stehen ausländischen Marken nicht aufgeschlossen gegenüber. Gerade französische Anbieter werden nicht besonders ernst genommen, ich spreche aus eigener Erfahrung. Helfen wird uns aber nicht nur der neue DS 4, sondern auch der DS 7 Crossback als Plug-in-Hybridmodell mit 300 PS. Das ist eine gute Waffe. Ein weiteres wichtiges Argument sind die Formel-E-Weltmeisterschaften, die DS in den vergangenen beiden Jahren erringen konnte. Wir haben alle deutschen Premium-Anbieter geschlagen. Das unterstreicht unsere E-Tense-Technologie und damit die technische Glaubwürdigkeit von DS.

AH: Welche Erwartungen haben Sie für 2021?

B. Schupp: Ziel ist in jedem Fall das Geschäft weiter auszubauen. Wir wissen natürlich nicht, wie sich der Markt entwickeln wird und hoffen wie alle, dass 2021 ein einfacheres Jahr wird als 2020. Bei DS stehen die Wachstumsampeln jedenfalls auf Grün: Wir werden in diesem Jahr von zwei auf vier Modelle aufstocken. Noch vor dem DS 4 wird im späten Frühjahr der DS 9 in die Autohäuser kommen. In den meisten Märkten haben wir die Bestellbücher für die neue Limousine bereits geöffnet. Ziel ist auch unser Händlernetz zu stärken. Das gilt vor allem für Deutschland, wo wir noch nicht flächendeckend präsent sind. Aktuell haben wird 30 Händler angeschlossen, mittelfristig sollen es doppelt so viele werden. Wir arbeiten derzeit mit dem deutschen Team an neuen Investoren. 

AH: Wie positioniert sich DS im neu geschmiedeten Stellantis-Konzern? 

B. Schupp: Wir sehen unsere Position in der neuen Konstellation sehr positiv und als echte Chance, besonders die Tatsache, dass wir zusammen mit Alfa Romeo und Lancia eine Premium-Gruppe aufbauen. Das wird uns helfen, stärkere Forderungen an die Entwicklung fortschrittlicher Technologie zu stellen. DS hat eine klare Positionierung, die Kombination aus Pariser Luxus und technischer Raffinesse gibt es weder im Konzern noch auf dem Markt. Wir haben gerade erst angefangen, mit den Kollegen aus Italien zu arbeiten. Die Kooperation kündigt sich sehr kollegial an. Wir können gemeinsam nur gewinnen.

AH: Herr Schupp, herzlichen Dank für das Gespräch!



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KOMMENTARE


Panda

22.02.2021 - 22:23 Uhr

Nur zur Erinnerung - wir reden hier von nicht mal 3000 EH p.a. in den letzten beiden Jahren. Und davon noch 2/3 Vorführer/TZ. das ganze bei einem normalen Markt in Deutschland von ca. 3,3 Mio EH. Ganz schön kess!


Bär

23.02.2021 - 09:37 Uhr

Ich finde DS macht eine tolle Entwicklung durch. Bisher hatte DS gerade einmal zwei Modelle mit denen die 3.000 Einheiten abgesetzt wurden. Das schafft Lexus nach 30 Jahres mit über 10 Modellen. Der Pariser Luxus in der Automobilwelt ist ein Alleinstellungsmerkmal - wenn auch nicht für jeden etwas - und der DS 4 mehr als vielversprechend. Weiter so DS!


Opel Händler

23.02.2021 - 13:17 Uhr

DS hat schon während der Zugehörigkeit zu Citroen, wie auch nach dessen Eigenständigkeit keine nennenswerten Stückzahlen verkauft und wird dieses auch als künftiges Mitglied des „Superkonzern“ Stellantis NICHT tun! Die Händler, die jetzt in diese Marke investieren, können einem in der sowieso schon gebeutelten Automobilbranche leidtun!


Neutrale Mitte

24.02.2021 - 10:31 Uhr

Ich bin gespannt, wie es bei DS weitergeht. Bei der deutschen Premium Konkurrenz haben sie es jedenfalls nicht leicht. In Frankreich sieht das Ganze ja schon deutlich besser / anders aus. Ich finde den DS 4 auf jeden Fall super gelungen und vielleicht haben sie ja damit auch eine Chance in Deutschland. Ob DS zu verkaufen ein Geschäftsmodell ist oder NICHT, entscheiden am Ende ja nicht die Stückzahlen, sondern der Business Case - ob das Autohaus daran etwas verdienen kann. Bei 3.000 Einheiten auf 30 Händler, macht jeder Händler 100 - lass es 80 sein - Autos im Schnitt pro Jahr. Wenn ein Autohaus damit mehr verdient als mit 300 Opeln, passt es doch. Dass der Trend steigend ist auch einfach aufgrund des Ausbaus der Modellpalette ist für mein Gefühl nur positiv.


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