Mercedes-Benz GLS: Mehr als nur Kosmetik

01.04.2026 16:01 Uhr | Lesezeit: 4 min
Mercedes-Benz GLS (2027)
Mercedes hat den GLS stark überarbeitet.
© Foto: Mercedes-Benz

Mercedes macht sein 2019 gestartetes Flaggschiff GLS fit für die nächste Runde. Nach der ersten Überarbeitung vor zwei Jahren kommt diesmal deutlich mehr zum Einsatz als nur eine Portion Schminke: Die Ingenieure haben das S-Klasse-SUV rundum massiv modernisiert.

Der erste Blick auf die Frontpartie zeigt: Hier wurde wirklich kräftig hingelangt. Als Hommage an die S-Klasse präsentiert sich der GLS jetzt mit aufrecht stehendem Stern auf der Motorhaube. Der steht, O-Ton Mercedes, für ein "ikonisches Element von Tradition, Prestige und souveräner Leistung". Während der Stern in China zumindest im Stand und in den USA auch beim Fahren leuchten darf, ist diese Funktion in Deutschland noch nicht zulässig. Mit Betonung auf noch. Alternativ dazu gibt es in den Ausstattungspaketen AMG Line und AMG Line Plus den gewohnten Zentralstern.

Zur Verstärkung der physischen Präsenz des GLS wurde der chromumrahmte Kühlergrill mit Konturbeleuchtung vergrößert, dazu kommen kräftigere Streben und das Mercedes-Pattern in Chrom. Auch die neuen Stoßfänger vorne wie hinten sollen für einen noch markanteren Auftritt sorgen. Serienmäßig ist die jüngste Ausprägung des Digital Light-Systems verbaut. Mikro-LED-Technik und ein leistungsstarker Chip sorgen für ein um 40 Prozent vergrößertes Beleuchtungsfeld bei einem um 50 Prozent verringerten Stromverbrauch. Optional gibt es, auch noch nach dem Kauf, die Möglichkeit, etwa Führungslinien, Symbole und Animationen auf die Fahrbahn projizieren zu lassen.

Das Einsteigen in den überarbeiteten GLS ist wie der Zutritt in einen luxuriösen Kokon, der die Nutzenden nachhaltig von den Unbilden der Außenwelt abschirmt. Dabei helfen neue Materialien für die Verkleidungen, neue Designs der Sitzbezüge und die Möglichkeit, das Interieur ganz auf die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse abstimmen zu können. Dazu kommen ovale statt wie bisher eckige Lüftungsdüsen für die erste Sitzreihe und das Wippe-und-Walze-Bedienkonzept am Lenkrad.

Mercedes GLS: Jeder Platz ist der beste Platz

Auch wenn laut Mercedes im stets siebensitzigen GLS jeder Platz der beste Platz ist: Im Fond, in Reihe zwei, geht es schon ganz besonders komfortabel zu, speziell wenn die Multikontursitze mit Kuschel-Kopfstützen geordert wurden. Dazu kommen noch die zwei 11,6 Zoll großen Bildschirme plus die Fernbedienung etwa für Klimatisierung, Sitzeinstellung inklusive Massagefunktion und Rücksitz-Entertainment. Und ja: Wer nur ansatzweise gelenkig ist, kann es sich auch in Reihe drei durchaus eine Zeitlang gemütlich machen.

Völlig neu gestaltet wurde das Armaturenbrett mit dem über die komplette Fahrzeugbreite reichenden Superscreen. Unter dieser Glasfläche finden sich drei je 12,3 Zoll große Displays – also immer auch eines für den Menschen auf dem rechten Vordersitz. In den Tiefen des GLS werkelt ein mit KI unterfütterter Supercomputer als lernender und sich ständig weiterentwickelnder Helfer für alle Lebenslagen. Über die Intelligent Cloud von Mercedes lässt sich die Software auf den neuesten Stand bringen. Dank der KI, unter anderem aus dem Hause Microsoft, kann das gesammelte Wissen aus dem Internet abgerufen werden – und zwar in Form von komplexen, mehrteiligen Dialogen.

Serienmäßig ist die Luftfederung namens "Airmatic" installiert, sie soll jetzt straffer und sportlicher abgestimmt sein, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Ein Schritt weiter geht die E-Active Body Control, die laut der Entwickler mithilfe von fünf Multi-Core-Prozessoren und mehr als 20 Sensoren eine sehr weite Spreizung des Fahrverhaltens von knackig-sportlich bis sänftenartig-komfortabel ermöglicht. Oder wie es Mercedes ausdrückt: die Wahl zwischen dem Komfort einer Luxus-Limousine und der Agilität eines sportlichen SUVs.

Mercedes GLS: Mehr Power, mehr Durchzug 

Der GLS ist stets mit dem bei den 4Matic genannten Allradantrieb ausgestattet. Die von einem integrierten Starter-Generator unterstützten Motoren sollen dank kräftiger Modifikationen vom Start weg agiler sein und auch bei mittleren Drehzahlen besser durchziehen. Etwa beim Spitzenmodell GLS 580. Dessen V8 leistet statt bisher 380 kW / 517 PS nun 395 kW / 537 PS, das Drehmomentmaximum kletterte um 20 auf 750 Nm.

Beim 270 kW / 367 PS starken Sechszylinder-Benziner des GLS 450 steht jetzt vor allem im Teillastbereich mehr Drehmoment bereit, maximal sind es 560 Nm. Neu in den beiden Diesel-Sechszylindern GLS 350d mit 230 kW / 313 PS und GLS 450d mit 270 kW / 367 PS ist der elektrische Heizkatalysator, der die Abgasanlage fix in den optimalen Temperaturbereich bringt. Zur Gewichtsreduzierung sind Motorblock und Zylinderkopf jetzt aus Aluminium. 

Für einen Rundumblick bei der Erfassung der Verkehrssituation im Umfeld sorgen beim runderneuerten GLS zehn Außenkameras sowie bis zu fünf Radar- und zwölf Ultraschallsensoren. Funktionen wie der Abstands- oder der Parkassistent sind serienmäßig installiert. In China darf der MB.Drive Assist Pro das Luxus-SUV schon mit Autonomie-Level 2++ auch durch den dichten Stadtverkehr lotsen. Die USA sollen in Kürze folgen – in Europa warten die Stuttgarter noch auf die entsprechenden Freigaben. 

Die Preise dürften weiterhin bei und 115.000 Euro starten. Mit den ersten Auslieferungen ist im Herbst zu rechnen.


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