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Nissan-Marketingdirektor Niewöhner: "Wir haben uns voll der Elektrifizierung verschrieben"

Frank Niewöhner, Direktor Marketing bei Nissan, im Gespräch mit AUTOHAUS.
© Foto: Nissan

Marketingleiter Frank Niewöhner verrät im Gespräch mit AUTOHAUS, wohin die Reise von Nissan geht - und mit welchen Wartezeiten Händler und Kunden derzeit rechnen müssen.


Datum:
22.07.2022
Autor:
Timo Bürger/AUTOHAUS
Lesezeit:
5 min
1 Kommentare

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Seit 50 Jahren ist die Marke Nissan - zu Anfang noch unter Datsun bekannt - in Deutschland vertreten. In der Allianz mit Nissan und Renault stehen die Zeichen der Japaner jetzt ganz auf Elektrifizierung. Mit dem Nissan Ariya und dem Qasqai e-Power stellt der Autobauer nun zwei unterschiederliche Konzepte für den hiesigen Markt vor. AUTOHAUS hat mit Frank Niewöhner, Direktor Marketing Nissan, über die Erfolgsaussichten der Fahrzeuge, Lieferschwierigkeiten und die Produktausrichtung gesprochen.

AUTOHAUS: Wir sind hier in Stockholm den neuen Nissan Qashqai e-Power gefahren; bei dem Fahrzeug liefert der Benzinmotor den Strom für Elektromotor und/oder Batterie. Warum so kompliziert – und warum nicht gleich ein reines E-Fahrzeug?

F. Niewöhner: Fahrzeuge mit Nissan e-Power Technologie richten sich an diejenigen, die die unverkennbaren Vorteile des elektrischen Fahrens – also Beschleunigung, Laufruhe und Unkompliziertheit – mit der Sicherheit verbinden wollen, nicht von einer Ladesäule abhängig zu sein. Für viele wird dies das "letzte Fahrzeug" vor einem reinen Stromer sein. Und diese Brücke möchten wir sehr gerne bauen. Wer bereits heute die reine Elektromobilität sucht, wird im gleichen Segment bei Nissan den Ariya entdecken.


Nissan Qashqai e-Power (2022)

Nissan Qashqai e-Power (2022) Bildergalerie

AUTOHAUS: Der Ariya hingegen in ein vollelektrisches Fahrzeug. Welche Erwartungen für den deutschen Markt haben Sie an das Fahrzeug – gerade im Hinblick auf die Unwägbarkeiten bezüglich der staatlichen Förderung?

F. Niewöhner: Die Unsicherheit im Hinblick auf die Zukunft der staatlichen Förderkulisse betrifft derzeit alle Hersteller gleichermaßen. Wir können und möchten da keine Prognosen abgeben – das liegt in der Hand des Gesetzgebers. Unabhängig davon aber beobachten wir, dass das Interesse an rein elektrischem Fahren ungebrochen ist – hier bieten wir jetzt mit dem Nissan Ariya im wichtigen C-SUV Segment ein hervorragend ausbalanciertes Konzept, das Energieeffizienz mit Fahrspaß, bestechendem Design und Großzügigkeit im Innenraum verbindet.

AUTOHAUS: Welche Performance erwarten Sie vom Nissan Ariya in der Flotte?

F. Niewöhner: Ohne jetzt einen Blick hinter die Kulissen gewähren zu können: Seit der Öffnung der Vorbestellungen im April dieses Jahres haben bereits fast 1.000 Kundinnen und Kunden einen Nissan Ariya bestellt – sogar ganz ohne Probefahrt, die wird erst in wenigen Wochen möglich sein. Unter den Bestellungen findet sich ein signifikanter Anteil von gewerblichen Kunden. Wir sehen, dass das Fahrzeug im Flottenbereich hervorragend ankommt.


Nissan Ariya Fahrbericht (2022)

Nissan Ariya Fahrbericht (2022) Bildergalerie

AUTOHAUS: Sind denn beide Fahrzeuge – Qashqai e-Power und Ariya – lieferbar – und mit welchen Wartezeiten?

F. Niewöhner: Beide Fahrzeuge sind seit Anfang Juli uneingeschränkt im Handel bestellbar. Wegen des bereits reichhaltigen Auftragsbestandes beim Nissan Ariya, muss dort mittlerweile mit Lieferzeiten bis ins neue Jahr hinein gerechnet werden – beim Nissan Qashqai E-Power kann es schneller gehen, nicht zuletzt, da das Fahrzeug in unserem europäischen Werk im englischen Sunderland produziert wird.

AUTOHAUS: Vor 50 Jahren kam Nissan nach Deutschland – was macht heute das Besondere der Marke aus – und wie geht es Nissan heute angesichts Ukraine-Krieg, Teilemangel, Corona-Pandemie?

F. Niewöhner: Richtig, Nissan (inklusive seiner Marke Datsun) kann auf eine stolze Historie in Deutschland zurückblicken. Über all die Jahre hat Nissan für viele das Grundversprechen eines japanischen Herstellers, Top-Zuverlässigkeit bei marktgerechter Preisgestaltung, voll erfüllt. Heute gehen wir einen Schritt weiter, und haben uns voll der Elektrifizierung unserer Produktpalette verschrieben – mit einem klaren Schwerpunkt im Bereich der Crossovers.

Wir haben das Crossover-Segment 2007 mit dem Nissan Qashqai begründet, heute sehen wir, dass sich dort fast das gesamte Kundeninteresse konzentriert. Ein schöner Erfolg, der uns stolz macht. Die von Ihnen angesprochen Herausforderungen betreffen nicht nur uns, sondern die gesamte Automobilindustrie und viele andere Branchen. Wir stellen uns diesen Herausforderungen und versuchen, gemeinsam mit unserem Handel, die Auswirkungen den Impact für unsere Kundinnen und Kunden klein zu halten.


Nissan Juke Hybrid (2022)

Nissan Juke Hybrid (2022) Bildergalerie

AUTOHAUS: Was genau ist das Alleinstellungsmerkmal von Nissan in der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi?

F. Niewöhner: Zuerst einmal ist die Allianz ein absoluter Wettbewerbsvorteil – sie ermöglicht es allen darin vertretenen Marken, wichtige Investitionen in die Zukunft der Mobilität mit vereinten Kräften "hinter den Kulissen" voranzutreiben. So war Nissan in der Lage, vor wenigen Monaten öffentlich den Start in die nächste Generation der Batterietechnologie, die Feststoffbatterie, anzukündigen und hat den Start der Serienproduktion noch in diesem Jahrzehnt in Aussicht gestellt. Innerhalb der Allianz werden wir, Nissan, unsere Kompetenz im Bereich der elektrifizierten Crossover ausbauen, immer in Verbindung mit unseren  japanischen Genen.

AUTOHAUS: Einige Autobauer ziehen sich aus kleineren Segmenten aus Rentabilitätsgründen zurück. Mit Micra und Juke hat Nissan verhältnismäßig günstige Modelle in den unteren Segmenten. Wie positioniert sich Nissan dazu?

F. Niewöhner: Richtig – Nissan hat in diesen Segmenten eine reiche Tradition, und aktuell stärken wir unser Angebot im Segment mit dem komplett neuen Nissan Juke Hybrid. Aber Sie sprechen ein wichtiges Thema an: die berechtigterweise immer stärker wachsenden Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit und zusätzlich die Entwicklung hin zum Elektroantrieb werden die Kosten in Entwicklung du Produktion nach oben treiben.

Bei den größeren Fahrzeugsegmenten ist dieser Kostenblock naturgemäß leichter zu absorbieren, bei kleinen Fahrzeugen fallen absolut die gleichen Kosten an, führen aber zu einer relativ höheren Steigerung der Fahrzeugpreise. Trotzdem – und hier bewährt sich erneut unsere starke Allianz – haben wir einen Nachfolger für unseren Nissan Micra angekündigt: rein elektrisch, von Nissan entwickelt & konzipiert, und dann von unserem Allianzpartner Renault in Europa produziert. Darauf freuen wir uns!

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KOMMENTARE


Walter Kreuchi

22.07.2022 - 18:52 Uhr

Der Micra ist leider schon länger Geschichte, was dem Interviewer eigentlich bekannt sein sollte. Das grössere Problem ist aber wie das Händlernetz mit einer Grundmarge beim Aryia von 2% überleben soll?


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