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DGB-Ausbildungsreport: Mehrheit der Azubis zufrieden

DGB-Ausbildungsreport
Mehrheit der Azubis zufrieden
Angehende Kfz-Mechatroniker sind mit 71,2 Prozent recht zufrieden mit ihrer Ausbildung.
© Foto: goodluz/stock.adobe.com

Laut einer Untersuchung ist eine große Mehrheit der Auszubildenden mit ihrer Lehrstelle zufrieden. Die Kfz-Branche liegt im Mittelfeld.

Von AUTOHAUS-Redakteur Armin Wutzer

Pünktlich zum Ausbildungsstart am 1. September hat der der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)  mit  einer repräsentativen Befragung untersucht, was Azubis hierzulande von in ihrer Ausbildung halten. Wichtigstes Ergebnis: 71,3 Prozent der Befragten geben an, sie seien "zufrieden" (46,9 Prozent) oder sogar "sehr zufrieden" (24,3 Prozent). Allerdings variiert die Zufriedenheit je nach Branche ganz erheblich. Am zufriedensten sind demnach Verwaltungsfachangestellte (84,4 Prozent). Dahinter folgen Industriemechaniker (84,2 Prozent), Bankkaufleute (84,1 Prozent) und Mechatroniker (79,4 Prozent). Das Schlusslicht auf den Plätzen 24 und 25 bilden Verkäufer (63,9 Prozent) und zahnmedizinische Fachangestellte (61,8 Prozent).

Kfz-Branche im Mittelfeld

Angehende Kfz-Mechatroniker sind mit 71,2 Prozent recht zufrieden mit ihrer Ausbildung. Angesichts des generell hohen Zufriedenheitsniveaus reicht dieser Wert allerdings "nur" für Platz 12. Das liegt laut Birgit Behrens, Geschäftsführerin der Abteilung Berufsbildung beim ZDK hauptsächlich daran, dass die Branche an sich in jeder Hinsicht sehr heterogen strukturiert ist. Das zeige schon allein ein Blick auf die unterschiedlichen Betriebsgrößen, die von freien Werkstätten mit zwei oder drei Mitarbeitern bis hin zu Autohausgruppen mit hunderten Mitarbeitern reichen. "In dieser Gemengelage ist es schwierig eine Top-Bewertung zu erhalten", so Behrens. Abgesehen davon sei die Zufriedenheit über die Jahre hinweg konstant besser geworden. Noch vor ein paar Jahren sei man noch deutlich im hinteren Teil des Mittelfeldes gelandet. "Wir schlagen uns immer besser", sagt Behrens.

Arbeitsbelastung und marode Berufsschulen sorgen für Unzufriedenheit

Äußern Azubis Unzufriedenheit liegt das über alle Branchen hinweg oftmals an der Arbeitsbelastung. Rund ein Viertel gibt an, sich nach der Arbeit nicht richtig erholen zu können. Klagen gibt es vielerorts auch über die Qualität der Berufsschulen. So finden 43 Prozent der Auszubildenden die fachliche Qualität des Berufsschulunterrichts nur befriedigend bis mangelhaft. Hinzu kommt eine oftmals völlig veraltete Infrastruktur. "Niemand hat Lust auf Unterricht in maroden und kaputten Gebäuden. Die Berufsschulen brauchen dringend mehr Geld. Es fehlen Lehrkräfte, es fehlt technische Ausstattung, die Bausubstanz ist teilweise marode. Die Corona-Krise hat dazu den digitalen Nachholbedarf an vielen Berufsschulen deutlich gemacht", kommentiert DGB-Jugendsekretärin Manuela Conte. Zustimmung hierzu kommt von den Arbeitgebern. "Der DIHK teilt die Einschätzung des DGB, dass hier an vielen Stellen dringender Nachholbedarf besteht – ganz besonders bei der Digitalisierung", sagt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks.

Belastend ist für viele auch die Frage der Übernahme nach der Ausbildung. Fast 40 Prozent der Auszubildenden wissen im letzten Ausbildungsjahr noch immer nicht, ob sie von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Selbst wenn es eine Zusage gibt, werden laut DGB knapp 30 Prozent dieser Azubis nur zeitlich befristet – meist bis zu einem Jahr – eingestellt. "Wer eine Ausbildung macht, braucht auch eine Perspektive für die Zeit danach. Wir wollen die unbefristete Übernahme", fordert die Gewerkschaftsvertreterin. Für die Kfz-Branche sieht Birgit Behrens aufgrund der hohen Übernahmequote eher wenig Bedarf für Übernahmegarantien. "Wir sind in einer Branche, die die Engagiertesten hält", sagt die ZDK-Geschäftsführerin.

Viele Ausbildungsplätze bleiben offen

Gute Mitarbeiter ziehen zu lassen, kann sich ohnehin kaum mehr ein Unternehmen leisten. Viele wären froh, wenn sie überhaupt Azubis hätten, die sie unbefristet übernehmen könnten. Laut einer Umfrage des DIHK blieben 2019 mehr als 53.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Rund 18.000 Betriebe vermeldeten sogar, nicht eine einzige Bewerbung erhalten zu haben. "Überproportional häufig gingen vor allem kleine und mittlere Betriebe leer aus, die zudem weniger Möglichkeiten haben, für sich zu werben oder schwächere Schulabgänger intensiv zu coachen“, sagt Dercks. Auch wenn die Kfz-Branche im Vergleich zu anderen Branchen hier noch vergleichsweise gut dasteht, gibt es dennoch stellenweise einen Mangel an Auszubildenden. Nicht zuletzt deshalb haben sich Automobilhersteller, Importeure, die Robert Bosch GmbH und der ZDK kürzlich darauf verständigt, die Nachwuchsinitiative "Auto Berufe – Mach Deinen Weg!" fortzuführen (wir berichteten) und so gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen.


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