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Fahrbericht Mercedes T-Klasse: T wie Trumpf

Vorerst ist die Mercedes T-Klasse nur als kurze Karosserievariante zu haben.
© Foto: Mercedes-Benz

Der Buchstabe T steht bei Mercedes immer für den Kombi, oder eben für die damit verbundenen Transportqualitäten. Jetzt ziert er eine ganze Baureihe, die neu ist, einem aber bekannt vorkommt.  


Datum:
07.06.2022
Autor:
Wolfgang Wieland/SP-X
Lesezeit: 
5 min
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Neuer Buchstabe, neues Glück. Für den komplett neuen Hochdachkombi hat Mercedes das T als Namenskürzel ausgewählt. Die T-Klasse ist quasi eine komfortable Familienvariante des Lieferwagens Citan. Die Preise beginnen bei 29.300 Euro.

Für diesen Einstiegspreis bekommt man den T 160, einen Turbo-Benziner mit 75 kW / 102 PS. Der etwas stärkere Benziner heißt T 180 und leistet 96 kW / 131 PS. Auch zwei Diesel sind zum Marktstart im Angebot, mit 70 kW / 95 PS und 85 kW / 116 PS. Bei der Benziner-Basismotorisierung ist das manuelle Sechsgangschaltgetriebe gesetzt, die drei anderen Motorisierungen können auch wahlweise mit Siebengangautomatik bestellt werden. Der Aufpreis hierfür beträgt jeweils rund 2.600 Euro. Das Schwestermodell Renault Kangoo spendiert hier die Antriebe für den Daimler, die dann ebenfalls in dem dritten Verwandten, dem Nissan Townstar, verwendet werden. Bestellt werden kann die neue T-Klasse ab sofort, die voraussichtliche Auslieferung startet ab Juli 2022.

Große Schiebetüren serienmäßig

Vorerst ist nur eine kurze Karosserievariante mit einer Gesamtlänge von 4,50 Meter, einem Radstand von 2,72 Meter und fünf Sitzplätzen zu haben. Später im Jahr folgt noch eine 40 Zentimeter längere Version, dann mit wahlweise fünf oder sieben Sitzen. Bereits in der Fünfsitzer-Variante können bis zu vier Kindersitze montiert werden, davon drei nebeneinander in der zweiten Sitzreihe, die beiden äußeren Kindersitze können mit der Isofix-Verankerung befestigt werden. Der Beifahrerairbag schaltet bei einem vorn rechts montierten Kindersitz aus Sicherheitsgründen automatisch ab, eine in die Sitzfläche integrierte Matte erkennt den Kindersitz anhand der Gewichtsverteilung. Die beiden großen Schiebetüren, geöffnet bieten sie 61,4 Zentimeter in der Breite und 106 Zentimeter in der Höhe, sind für alle Versionen serienmäßig, allerdings kosten die elektrischen Fensterheber Aufpreis.

Premium-Small-Van nennt Mercedes seine neueste Kreation, auch wenn die Hauptentwicklungsarbeit vom französischen Kooperationspartner Renault stammt. Damit die verwöhnten Mercedes-Kunden den gewohnten und erwarteten Komfort auch hier erfahren können, waren die Ingenieure aus Stuttgart von Anfang an bei der Entwicklung vor Ort, haben sich vor allem für ein optimiertes Fahrwerk entschieden. Auch die Optik von Front und Heck sind Mercedes-eigen, man erkennt die schwäbische Gründlichkeit bei der Verarbeitung.

Zehn Lackfarben, davon sechs Metalliclackierungen sind wählbar. Die äußerst edel, wirkende Farbe Rubellirot metallic ist ein echtes Highlight, wird in dem Segment auch exklusiv für die T-Klasse angeboten. Auf dem Dach befindet sich ein weiterer Clou, die variable Dachreling, die sich per Knopfdruck und dann mit wenigen Handgriffen zu einem Dachträger mit 80 Kilogramm Traglast verwandeln lässt.

Auch im großzügigen Innenraum ist nicht alles von Renault, zahlreiche Bedienelemente kennen wir aus den unterschiedlichsten Mercedes-Baureihen, so auch das Multifunktionslenkrad mit den Touch-Control-Buttons. Die Ausstattungslinien "Basis" und "Style" bieten zahlreiche Komfortausstattungen. Richtig premium ist dann die höchste Ausstattungslinie "Progressive", mit Lederoptik und doppelten Ziernähten, Chromapplikationen und hochglänzenden Zierleisten. Auch das MBUX-Infotainmentsystem und die elektrische Parkbremse sind inklusive. Selbst die Oberfläche des Armaturenbretts fasst sich angenehm an, verwöhnt geradezu die Fingerspitzen, kein Vergleich zum kommerziellen Bruder Citan.

Bei unseren Testfahrten konnten wir jeweils die größeren Motorisierungen von Benziner und Diesel erfahren. Das Automatikgetriebe schaltet seidenweich und bei kurvenreichen Landstraßen kommt trotz des komfortabel abgestimmten Fahrwerks so etwas wie Fahrspaß auf. Trotzdem konnten die werkseitig angegebenen Verbrauchswerte von 6,7 Litern bei den Benzinern und rund 5,5 Litern bei den Dieseln in etwa erreicht werden. Dank des variablen Kofferraumvolumens mit der umklappbaren Rücksitzbank, von 520 auf bis zu 2.127 Liter erweiterbar, ist neben der Familientauglichkeit auch Platz für jede Menge großvolumiger Freizeitaktivitäten.

Fazit: Mercedes ist mit der T-Klasse ein preiswerter Einstieg in die Welt des Sterns gelungen. Und wer jetzt nach einer reinelektrischen T-Klasse fragt, muss sich nur noch ein paar Monate gedulden, dann kommt der EQT.

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