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Händlertagung: Hochstimmung bei Seat-Partnern

Händlertagung
Hochstimmung bei Seat-Partnern
Deutschlands Seat-Händler zeigten sich auf der Händlertagung sehr zufrieden.
© Foto: Seat Deutschland

Auf ihrer jährlichen Händlertagung zeigen sich Deutschlands Seat-Händler mehr als zufrieden. Die Erträge werden allerdings auch dringend für Investitionen benötigt, etwa den kostspieligen Aufbau der Ladeinfrastruktur.

Von Armin Wutzer/AUTOHAUS

Deutschlands Seat Händler sind derzeit bestens gelaunt. "Die Stimmung war noch nie so gut wie jetzt", sagte Benno Schulz, der Vorsitzende des Seat Händlerbeirats. Warum, das wurde auf der diesjährigen Tagung des Händlerbeirats am vergangenen Dienstag in Berlin deutlich: Dort konnten die Händlervertreter den rund 110 anwesenden Händlern ein Absatzplus von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum sowie eine durchschnittliche Umsatzrendite von mehr als zwei Prozent verkünden - Werte, von denen viele Händlerkollegen anderer Marken derzeit nur träumen können. Weil gleichzeitig die Kosten nicht aus dem Ruder laufen und die Absatzprognosen weiterhin gut sind, sind mittelfristig sogar 2,5 Prozent möglich glaubt, Schulz. "Wenn der Handel weiterhin mit so viel Herzblut bei der Sache ist, dürfte das machbar sein", so Schulz.

Hinzu kommt, dass das Verhältnis zu Seat Deutschland offenbar überaus intakt ist. So seien die zahlreich anwesenden Seat-Vertreter um Vertriebschef Jens Scheele nicht nur bei der Podiumsdiskussion um einen sachlichen Ton und verbindliche Aussagen bemüht gewesen. Auch sonst würden Probleme partnerschaftlich auf Augenhöhe besprochen und Vereinbarungen möglichst einvernehmlich getroffen.

Handel muss in Vorleistung

Ein gutes, partnerschaftliches Verhältnis und vor allem die guten Erträge seien aber mit Blick auf die Zukunft auch dringend nötig, betont Schulz. Denn um in Zukunft zu bestehen, seien erhebliche Investitionen nötig. Dabei müsse der Handel teilweise in Vorleistung gehen, ohne zu wissen, ob und wie sich die Investments in Digitalisierung, CNG-Technik oder die E-Mobilität amortisieren. Das gehe nicht ohne eine solide wirtschaftliche Basis. So koste etwa ein CNG-Arbeitsplatz durchschnittlich 3.500 Euro und allein das Spezialwerkzeug für Reparatur und Wartung von Elektroautos im Schnitt 9.000 Euro. Hinzu kommt der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den Betrieben, der auf der Versammlung dem Vernehmen nach für reichlich Gespräche und Diskussionen sorgte.

Dabei waren weniger die im neuen Händlervertrag festgelegten Hardware-Vorgaben von Seat das Problem (je eine elf und 22kW Ladestation im Außenbereich, eine Dummy-Ladestation im Showroom sowie ein Ladepunkt in der Werkstatt), sondern der Anschluss an die oftmals ungünstige Netzinfrastruktur vor Ort. So müssten manche Betriebe für die Erweiterung ihres Netzanschlusses bis zu 30.000 Euro investieren. "Zur Notwendigkeit der Ladeinfrastruktur selbst gab es keine Diskussionen", sagte Schulz. Er lobte zudem den Importeur, der den Händlern bei der Umsetzung helfe und auch anbiete, passende Ladesäulen direkt bei Seat Deutschland zu bestellen.

Junge Fachkräfte gewinnen

Ein weiteres Thema der Tagung war der Fachkräftemangel. Auch hier ist aus Händlersicht eine langfristig gute Ertragssituation entscheidend. Denn nur wenn die Branche auch finanziell attraktiv sei, gelinge es, junge gut ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen. Das sei vor allem bei Seat wichtig, glaubt Schulz: "Seat hat die jüngsten Kunden der Branche. Um diese auf Dauer zu erreichen, brauchen wir junge Mitarbeiter, die mit den Gewohnheiten und dem Kommunikationsverhalten junger Menschen vertraut sind."

Abgesehen von diesen Zukunftsthemen gab es auf der Versammlung bei Themen des Alltagsgeschäfts nur wenige, kleinere Baustellen zu besprechen. So ist beispielsweise das neue Bestellsystem Nadin derzeit bei manchen Modellen wie dem Ateca nicht immer aussagefähig. Das führt dazu, dass die Händler ihren Kunden keine Informationen geben können, wann ihr Fahrzeug gebaut wird und bereit zur Übergabe ist. Auch gebe es beim Ateca infolge der WLTP Umstellung noch Wartezeiten von bis zu vier Monaten. Bei den übrigen Modellen hat sich die Liefersituation dagegen nach Aussage von Schulz normalisiert. "Ich habe auf der Versammlung niemanden mit Sorgenfalten gesehen", kommentiert Schulz – dafür aber "Respekt, vor dem was auf uns zukommt".

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