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Mitsubishi fährt Europa-Geschäft zurück: "Das ist bitter"

Mitsubishi fährt Europa-Geschäft zurück
"Das ist bitter"
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Mitsubishi-Rückzug auf Raten: Die aktuellen Modelle bleiben in Europa zwar zunächst noch auf dem Markt. Aber dann dürfte Schluss sein.
© Foto: picture alliance/Silas Stein/dpa

Den Mitsubishi-Handel hat die Ansage des Herstellers von Montag, keine neuen Modelle mehr nach Europa zu bringen, kalt erwischt. Kein Partner hat das angesichts der derzeitigen Erfolgswelle der Marke hierzulande erwartet.

Von Doris Plate/AUTOHAUS

Es war ein Paukenschlag. Am Montag wurde bekannt, dass Mitsubishi keine neuen Modelle mehr nach Europa bringen will. Angesichts der derzeitigen Erfolge der Marke hierzulande hatte niemand geglaubt, dass der Hersteller Ernst machen würde. Obwohl schon seit Monaten bekannt war, wie die regionale Aufteilung zwischen den Allianzpartnern Renault, Nissan und Mitsubishi laufen soll. Mitsubishi jedenfalls will sich zukünftig auf die Märkte Afrika, Ozeanien und Südamerika konzentrieren.

Betretene Gesichter beim Handel

Noch im Juni hatte der deutsche Importeur MMD Automobile, der mehrheitlich zur Emil Frey Gruppe gehört, zu einer "Green Mobility Roadshow 2020" eingeladen, auf der neue Modelle vorgestellt werden sollten. Diese wurde heute abgesagt. Beim Handel gibt es betretene Gesichter. "Ich bin sprachlos", sagt ein Partner der Marke auf AUTOHAUS-Anfrage. Für die 450 Händler ist es mehr als bitter: "Ausgerechnet jetzt, wo wir auf der Erfolgsschiene waren."

Denn in früheren Jahren hat die Marke schon mal geschwächelt, derzeit geht es aber nach oben. 2019 wurden in Deutschland rund 52.000 Mitsubishi-Pkw neu zugelassen. Das war ein Marktanteil von 1,4 Prozent. Im ersten Halbjahr 2020 schafften die Händler trotz Corona-Shutdown 24.222 Zulassungen und damit einen Marktanteil von zwei Prozent. Und der Importeur verbreitete Zuversicht – und wurde offenbar ebenfalls kalt erwischt. Denn noch Mitte Juni hatte Emil Frey-Geschäftsführer Bernhard Linnenschmidt verkündet, dass die große Handelsgruppe in Neu-Ulm für Mitsubishi ein Autohaus bauen würde. Doch dann kam die Entscheidung des Herstellers.

Problematisch wird es 2022

Die Autohäuser haben nun einige Monate Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen. Denn zunächst geht das Geschäft weiter. Wie zu hören ist, steht schon fest, was dieses und nächstes Jahr noch geliefert wird. Problematisch wird es 2022, wenn dann keine neuen Modelle wie zum Beispiel der geplante Nachfolger des Outlander Plug-In Hybrid kommen. Hunderte Existenzen und Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Ob es angesichts des Rückzugs der Marke einen Ausgleichsanspruch geben wird, wird derzeit geprüft. Garantiearbeiten und Service werden wohl noch länger bleiben.

Ein Fünkchen Hoffnung

Manche hoffen aber auch noch. "So ein Management wechselt auch schon mal", heißt es. Die Autos gebe es weiter. Auch der Importeur verhandelt offenbar noch. In der Absage der Roadshow heißt es jedenfalls von Mitsubishi Motors Deutschland: "Durch den neuen Produktplan werden wir die Informationen zu zukünftigen Modellen leider verschieben müssen." Hoffentlich nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.


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