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Altkanzler Schröder: Entscheidung gegen Verbrenner-Kaufprämie falsch

Altbundeskanzler Gerhard Schröder zu Gast bei einer Veranstaltung im Februar.
© Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress/Ulrich Stamm

Nachdem die SPD bereits Kritik wegen der verhinderten Kaufprämie für Verbrenner einstecken musste, bläst Altkanzler Gerhard Schröder ins gleiche Horn. Auch er hält die einseitige Förderung für einen Fehler.

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Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat seiner Partei vorgeworfen, sich gegen staatliche Auto-Kaufprämien für Verbrenner gestellt zu haben. "Das halte ich für einen Fehler", sagte er im Podcast "Corona und wir" (Dienstag) des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Ich hätte mir gewünscht, dass man in der jetzigen, sehr schwierigen Situation für die deutsche Automobilindustrie entschieden hätte: Wir fördern nicht nur E-Mobilität, wir fördern auch diejenigen, die sauberere Diesel und Benziner bauen."

Die von der großen Koalition beschlossene Kaufprämie gilt nur für E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge. Die SPD hatte in den Verhandlungen mit der Union eine Kaufprämie auch für Neuwagen mit Verbrennungsmotor abgelehnt. Die IG Metall und Betriebsräte aus der Auto- und Zulieferindustrie hatten dies kritisiert.

Es sei "diskussionswürdig, ob Elektroautos in jedem Fall umweltfreundlicher sind", sagte Schröder. Auch Batterien müssten schließlich hergestellt werden, "und die Umweltbilanz bei der Batterieherstellung wird häufig gern vergessen". Zudem könne die Mobilitätswende nicht "über Nacht" gelingen. "Deswegen finde ich, man hätte sagen müssen: Ja, es ist richtig, einen Schwerpunkt bei der E-Mobilität zu setzen, aber den anderen muss auch geholfen werden. Denn daran hängen auch Existenzen", sagte Schröder. (dpa)

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KOMMENTARE


Alter Zausel

23.06.2020 - 14:01 Uhr

Da hat er recht - der Herr Schröder!! Und sowohl der VDA als auch die „Autobosse“ sollten mal krachend mit der Faust auf den Tisch in Brüssel u. Berlin hauen!! Stattdessen lassen sich alle am „Nasenring durch die Manege“ u. „Milliarden aus der Tasche“ ziehen - zum einen als Strafe wegen Überschreitung unsinniger Grenzwerte, zum anderen als Investitionen in vielfach unbrauchbare Elektromobilität. Für saubere Verbrenner gibt es keine Alternative. Hinzu kommt die absolut autofeindliche Politik in vielen Städten. „Kampfradler“ genießen Narrenfreiheit, Autofahrer werden ausgebremst, abgezockt u. teilw. angefeindet! Verödeten Innenstädte gehört sicher die Zukunft - u. der Paketbranche mit Dieseltransportern wegen der erforderlichen Reichweite!!


Beibachter

23.06.2020 - 18:06 Uhr

Blödsinn! Der „Altkanzler“ soll sich gefälligst um seine Gas-Geschäfte in Russland kümmern und sich aus der deutschen Wirtschaftspolitik raushalten, das ist nicht mehr seine Baustelle. Und wenn hier einer am Nasenring durch die Manege geführt worden ist, dann war es die Politik geführt durch die Lobby!


Eric Schmidt

23.06.2020 - 19:50 Uhr

Ein sehr weiser Politiker.


Heidjer14

23.06.2020 - 19:56 Uhr

Besser wäre es gewesen, die niedersächsische Landesregierung hätte im VW-Aufsichtsrat die katastrophalen Folgen von Dieselgate verhindert. Jetzt ist der Verbrenner, auch ich meine: zu Unrecht, völlig diskreditiert. Kaufprämien erzeugen nur ein Strohfeuer, der Katzenjammer wird hinterher noch größer.


s.g.

23.06.2020 - 21:02 Uhr

Natürlich war es falsch - falsch ist der Begriff "Konjunkturprogramm für die dt. Wirtschaft und Industrie" im Zusammenhang mit der begrenzten Ausgestaltung der Förderung pro E-Mobilität. Hier schafft man allenfalls Eliten und spaltet die Gesellschaft an einem sensiblen Nerv weiter. Beispiel gefällig? SKODA. SKODA (SAD), immerhin mittlerweile erfolgreichste Importmarke in Deutschland, quotiert die Belieferung im Händlernetz bei den iV-Modellen Superb und Citigo. Ein Händler mit 2-300 EH im Jahr erhält da etwa 20 Bauplätze im Jahr! Wie kann man da von einem konjunkturellem Anschub sprechen? Da schafft man eher Eliten, Neid und Missgunst - im Klartext: Es ist eine Riesen-Sauerei - die Headline! Am Rande: Ich persönlich bin kein Befürworter von Subventionen, egal welcher Natur, denn Fakt ist auch, das die Industrie (Edit: Der Handel sei hier ausdrücklich ausgenommen, wird hier gern gleichgesetzt) genug Geld an ihren Produkten verdient. Oder ist Herrn Diess ein Leben mit einem mtl. Einkommen von 100.000 € nicht zumutbar?


Josef Schwab

25.06.2020 - 17:35 Uhr

Altkanzler Schröder hat hier vollkommen Recht. Man muss darauf bedacht sein, die ganze deutsche Automobilindustrie am Leben zu erhalten. Es hängen sehr viele Arbeitsplätze dran.Was nützt ein Elektroauto, wenn es hinten und vorne an der Infrastruktur fehlt und Strom mit Kohlekraftwerken erzeugt wird.Geschweige denn dass nicht jeder, der auf ein Fahrzeug angewiesen ist (davon gibt es außerhalb der Ballungsräume sehr viele), ausreichend Möglichkeiten zum Aufladen hat.Auch die Ökobilanz bei der Herstellung von E-Fahrzeugen ist zu bedenken. Sie stimmt derzeit sicher noch nicht.Hier wird wieder einmal viel zu schnell und zu unüberlegt gehandelt.Ein Übergang ist sehr wohl zu befürworten, aber er muss stufenweise und bedacht unter Berücksichtigung der vorhandenen Möglichkeiten erfolgen.


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