Arbeiten an E-Autos: ZDK verteidigt höhere Stundensätze

02.02.2026 15:43 Uhr | Lesezeit: 3 min
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ZDK-Präsident Thomas Peckruhn zur Diskussion um Reparatur- und Wartungskosten von E-Fahrzeugen und Verbrennern: "Stundenverrechnungssätze sind kein Instrument der Gewinnmaximierung, sondern dienen der Deckung real entstehender Kosten"
© Foto: ZDK

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) verteidigt höhere Stundensätze von Kfz-Werkstätten für Arbeiten an Elektroautos und spricht von einem verzerrten Bild.

Der Eindruck, es würden bei E-Fahrzeugen pauschal höhere Arbeitskosten verlangt werden als bei Verbrennern, greife zu kurz und ignoriere die tatsächlichen Kostenstrukturen, so der ZDK.

Höherer Invest, geringerer Wartungsaufwand

"Zusätzliche Investitionen in die Elektromobilität rechtfertigen einen anderen, angemessenen Stundenverrechnungssatz als bei klassischen Verbrennerfahrzeugen", erklärt Verbandspräsident Thomas Peckruhn. "Der tatsächliche Wartungsaufwand ist insgesamt jedoch geringer als beim Verbrenner, so dass die Gesamtkosten für Kundinnen und Kunden oft günstiger sind."

Was muss der SVS leisten?

Bei vergleichbaren Schadensreparaturen könne die Rechnung allerdings anders aussehen. Elektrofahrzeuge haben in der Regel mehr elektrische und komplexere Komponenten. Dabei gelte: "Der Stundenverrechnungssatz einer Kfz-Werkstatt ist nicht mit dem Stundenlohn des Mechanikers gleichzusetzen. Er bildet zahlreiche Kostenfaktoren ab: Personalkosten, Qualifikation und Arbeitssicherheit, Kosten einer immer komplexeren Werkstattinfrastruktur mit Spezialwerkzeugen, gestiegene laufende Betriebskosten sowie Aufwendungen für Gewährleistung, Haftung und weitere betriebliche Risiken", stellt der ZDK klar.

"Reale Kosten decken"

Gerade bei Elektrofahrzeugen seien diese Gesamtkosten für die Betriebe deutlich gestiegen, denn Hochvolttechnik stelle neue technische, organisatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen. Vor allem fabrikatsgebundene Betriebe hätten aufgrund der Vorgaben der Fahrzeughersteller bereits erheblich in die Werkstattausstattung investiert. "Stundenverrechnungssätze sind kein Instrument der Gewinnmaximierung, sondern dienen der Deckung real entstehender Kosten", betont Peckruhn.

Herstellervorgaben seien für autorisierte Betriebe verbindlich. Dazu gehörten kontinuierliche Schulungen für unterschiedliche Batteriesysteme, regelmäßige Zertifizierungen, strenge Sicherheitsauflagen sowie die Vorhaltung von Spezialwerkzeugen, Schutzausrüstung und Werkstattladeinfrastruktur. Diese Voraussetzungen müssten erfüllt werden, um E-Fahrzeuge warten und reparieren zu dürfen – und müssen wirtschaftlich abgebildet werden.

"Vergleichbare Kosten von E- und Verbrenner-Fahrzeugen"

In der Gesamtschau der meisten Marken und Modelle seien die Reparatur- und Wartungskosten während der durchschnittlichen Haltedauer von Elektrofahrzeugen und Verbrennern laut Kfz-Gewerbe vergleichbar. 

HASHTAG


#Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK)

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