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Flutkatastrophe 2021: Teuerstes Schadenereignis in 135 Jahren DEVK-Geschichte

Die Flutschäden von Mitte Juli 2021 in Westdeutschland waren für die DEVK das schadenträchtigste Ereignis in der gesamten Unternehmensgeschichte.
© Foto: DEVK/Peter Joester

Betrachtet man das Neugeschäft, so verzeichnete die DEVK 2021 ein echtes Rekordjahr. In die Geschäftsbilanz geht allerdings auch das Hochwasserkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz mit ein – und zwar als teuerster Schaden in der 135-jährigen Historie des Versicherungskonzerns.

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Vergangene Woche stellten Konzernchef Gottfried Rüßmann und seine Vorstandskollegen:innen in Köln die Geschäftsergebnisse 2021 der DEVK Versicherungen vor. Mit einem Neugeschäftsbeitrag von 945 Mio. Euro und einem Beitragswachstum von 5,1 Prozent war es ein Rekordjahr. Aber durch die Hochwasserkatastrophe in Westdeutschland gleichzeitig auch beaufschlagt mit dem teuersten Schadenereignis in 135 Jahren Unternehmensgeschichte.

2021 verlief für die DEVK letztlich "zufriedenstellend", wie es Vorstandschef Rüßmann formulierte. Das gilt für die Gruppe insgesamt wie auch jeweils für alle großen Einzelunternehmen und Versicherungszweige. "Die Beitragseinnahmen der DEVK-Gruppe sind 2021 um mehr als fünf Prozent auf 4,1 Mrd. Euro gestiegen", so Gottfried Rüßmann.

Rund 1,7 Millionen Neuabschlüsse

Das DEVK-Neugeschäft entwickelte sich 2021 mit 945 Mio. Euro Neugeschäftsbeitrag (+ 1,8 Prozent) erfreulich. Die Anzahl der versicherten Risiken und Verträge stieg auf 15,5 Mio. Damit wuchs der Bestand um 0,5 Prozent. Die Bruttobeiträge der DEVK-Gruppe erhöhten sich auf 4,1 Mrd. Euro (+ 5,1 Prozent).

Das inländische Erstversicherungsgeschäft der Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 2,2 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro Beitrag (Branche: + 2,4 Prozent). Stärker als im Markt entwickelten sich die Einnahmen in der Kfz-Versicherung (+ 1,1 Prozent, Branche: + 0,7 Prozent) und der Rechtsschutzversicherung (5,8 Prozent, Branche: 4,5 Prozent).

Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung (inklusive Pensionsfonds) stiegen um 3,4 Prozent (Branche: - 1,1 Prozent) auf rund 1,1 Mrd. Euro. Die DEVK-Krankenversicherung wuchs auf 107 Mio. Euro gebuchte Bruttobeiträge und verbesserte ihre Vorjahreseinnahme um 4,5 Prozent (Branche: 5,0 Prozent).

Kräftig ausgebaut wurde das Geschäftsfeld Rückversicherung. Die Zahl der Kunden erhöhte sich von 691 auf 753. Die gebuchten Beiträge der DEVK-Rückversicherung inkl. Echo Re aus DEVK-fremdem Geschäft lagen bei 670,9 Mio. Euro – ein Plus von 22,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Steuern erzielte die DEVK-Rückversicherung einen Jahresüberschuss von 34,3 Mio. Euro (Vorjahr: 45,5 Mio. Euro).

Das Volumen der Kapitalanlagen der DEVK stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 5,3 Prozent auf 21,0 Mrd. Euro. Daraus wurde ein Netto-Kapitalanlageergebnis in Höhe von 684 Mio. Euro erzielt – das sind 44,3 Prozent mehr als 2020.

Teuerstes Schadenereignis aller Zeiten

Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft des Konzerns inklusive Rückversicherungs- und Auslandsgeschäft lagen die Bruttobeitragseinnahmen mit über 2,9 Mrd. Euro erfreuliche 5,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Dennoch: 2021 war ein schadenträchtiges Jahr. Allein die Flutkatastrophe im Juli verursachte bei den Erstversicherern der DEVK einen Schadenaufwand von 234,9 Mio. Euro und geht damit als bisher teuerstes Schadenereignis in die Unternehmensgeschichte ein. Der Großteil der Schadenbelastung wurde immerhin von den Rückversicherern übernommen, sodass der Nettoschadenaufwand der DEVK-Erstversicherer bei 15,0 Mio. Euro lag.

Kraftfahrt aufgrund steigender Schäden und Kosten wieder defizitär

Die inzwischen wieder verstärkte Mobilität vieler Menschen und vor allem deutlich steigende Preise bei Werkstätten und Handwerksbetrieben erhöhten laut Vorstandschef Rüßmann das Schadenaufkommen. Im Schaden- und Unfallbereich verschlechterte sich deshalb das Verhältnis von Aufwendungen für Schäden und Kosten zu den Beitragseinnahmen – die Combined ratio netto – auf 96,3 Prozent (Vorjahr: 92,0 Prozent). Dieser Trend machte sich auch in der Kfz-Versicherung bemerkbar: Die Combined ratio netto stieg hier von 98,1 Prozent im Vorjahr auf 103,0 Prozent. Damit ist das Kraftfahrtgeschäft der DEVK bereits wieder in die roten Zahlen geraten.

13 Mio. Euro Beitragsrückerstattung

2021 profitierten die Versicherten allerdings von der im Vorjahr deutlich günstigeren Schadenentwicklung. So erstattete die DEVK insgesamt 13 Mio. Euro: 8 Mio. Euro erhielten Kfz-Versicherte im allgemeinen Markt, 5 Mio. Euro bekamen Hausratversicherte im Verkehrsmarkt – d.h. Beschäftigte von Verkehrsunternehmen. 2022 erhalten rund 460.000 haftpflichtversicherte Mitglieder insgesamt über 5 Mio. Euro.

Aufgrund der schlechteren Schadenentwicklung sank das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung auf 69 Mio. Euro (Vorjahr: 173 Mio. Euro). Nach einer Entnahme aus der Schwankungsrückstellung in Höhe von 7 Mio. Euro (Vorjahr: 61 Mio. Euro Zuführung) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung von 77 Mio. Euro (Vorjahr: 112 Mio. Euro).

Zusammen mit den versicherungstechnischen Ergebnissen der Lebens- und Krankenversicherung sowie des Pensionsfondsgeschäfts ergibt sich ein Betrag in Höhe von 83 Mio. Euro (Vorjahr: 121 Mio. Euro).

Wegen niedrigerer Abschreibungen und stark gesunkener Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen übertraf das Kapitalanlageergebnis der nichtversicherungstechnischen Rechnung 2021 mit 223,7 Mio. Euro deutlich den Vorjahreswert von 87,9 Mio. Euro.

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf 185 Mio. Euro (Vorjahr: 107 Mio. Euro). Nach Steuern ergab sich ein Jahresüberschuss in Höhe von 92 Mio. Euro (Vorjahr: 77 Mio. Euro).

Fondsgebundene Rente erfolgreich

In der Lebensversicherung besonders gefragt waren 2021 weiterhin fondsgebundene Rentenversicherungen. Die Beitragseinnahmen der fondsgebundenen DEVK-Rentenversicherungen legten erfreulich zu.

Bei den Einmalbeiträgen entwickelte sich das Neugeschäft der DEVK-Lebensversicherer 2021 leicht rückläufig. Gegenüber dem hohen Vorjahreswert gaben die Einmalbeiträge im eingelösten Neugeschäft mit 217,4 Mio. Euro nur um 0,9 Prozent nach (Vorjahr: 219,3 Mio. Euro).

Die gebuchten Bruttobeiträge der DEVK Lebensversicherungen im engeren Sinne verzeichneten einen leichten Rückgang auf 806,3 Mio. Euro (Vorjahr: 812,2 Mio. Euro). Mit -0,7 Prozent entwickelten sie sich aber besser als in der Branche (-1,4 Prozent). Die Beiträge der Lebensversicherung im weiteren Sinne (inklusive DEVK-Pensionsfonds) erhöhten sich um 3,4 Prozent (Branche: -1,1 Prozent) auf 1,1 Mrd. Euro.

112 Mio. Euro für Gewinntopf der Versicherten

Nach Einnahmen und Ausgaben ergab sich für 2021 in der Lebensversicherung ein Gesamtüberschuss von 128 Millionen Euro (Vorjahr: 66 Millionen Euro). Davon wurden 88 Prozent bzw. 112 Millionen Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt, dem Gewinntopf für die Versicherten.

Der DEVK Lebensversicherungsverein a.G. senkt für das Geschäftsjahr 2022 seine laufende Überschussbeteiligung moderat auf 2,5 Prozent ab, liegt damit aber weiterhin über dem Branchenschnitt. Die DEVK Allgemeine Lebensversicherungs-AG reduziert die laufende Überschussbeteiligung ebenfalls moderat auf 1,9 Prozent.

Die Stornoquote lag mit 4,36 Prozent unter Vorjahresniveau (4,80 Prozent) und näherte sich damit dem Branchenschnitt (4,22 Prozent).

Die an die Versicherungsnehmer ausgezahlten Leistungen gingen um 11,7 Prozent auf 815 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 923 Mio. Euro). Bei den ausgezahlten Leistungen handelt es sich um die Aufwendungen für Versicherungsfälle und Rückkäufe sowie ausgezahlte Überschussguthaben.

Verhaltener Ausblick 2022

Im Jahresverlauf 2022 gab es laut Gottfried Rüßmann bereits viele Unwetterereignisse. Außerdem würden die aktuellen Rahmenbedingungen die DEVK weiter beschäftigen. Der Vorstandsvorsitzende zählte in diesem Zusammenhang namentlich die deutlich steigende Inflation, ferner Lieferengpässe und regulatorische Vorschriften auf.

Für 2022 erwartet der DEVK Vorstand für die Gruppe einen Beitragszuwachs von über 6 Prozent. Hauptwachstumstreiber ist dabei die aktiv betriebene Rückversicherung. (wkp)

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