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Ocean Innovation Group: Bechmann holt Geisternetze aus den Meeren

Noch in diesem Jahr will Ullrich Bechmann (2.v.l.), Mitbegründer der Ocean Innovation Group GmbH, in See stechen und die insgesamt acht Meter hohen "Clean Sea Pods" auf die Weltmeere ausbringen, damit dort "Geisternetze" eingeworfen werden können. Toyota-VD-Geschäftsführer Udo Jüngling (l.) gefiel das Projekt auf Anhieb, Stefan Paschke (Wieländer+Schill), Siegbert Müller und Felix Scholl (beide Carbon) unterstützen es auch finanziell. Bei der Siegerehrung zum AH-VersicherungsMonitor lagen für Teilnehmer und Gäste detaillierte Informationsunterlagen aus.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Im Rahmen der Siegerehrung zum AUTOHAUS VersicherungsMonitor 2021/2022 stellte der in Kürze beim Stuttgarter Schadenmanager Innovation Group ausscheidende Leiter für Netzwerkentwicklungen, Standards und Qualitätssicherung, Ullrich Bechmann, sein neues Umweltschutz-Projekt vor, dem er sich künftig widmen will.

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"Ich werde in ein paar Wochen nochmals etwas ganz Anderes machen. Dabei geht es dann nicht um Rendite, sondern um Nachhaltigkeit", begann Ullrich Bechmann die Vorstellung seines künftigen Projekts, das er u.a. mit dem offshore-erfahrenen Schiffsbau-Ingenieur Rick Martini angehen wird und dazu auch eine eigene Firma gegründet hat, die OIG - Ocean Innovation Group GmbH (https://www.oceaninnovation.group).

"Weltweit erstmalig und CO2-neutral"

Das neue Unternehmen wird sich allerdings nicht mit Autos und Kfz-Schadensteuerung, sondern mit aktivem, nachhaltigem Umweltschutz auf den Weltmeeren beschäftigen. "Wir stellen das weltweit erste CO2-neutrale Meeresreinigungs- und Transportsystem vor. In einem einzigen cleveren Design", sagte Bechmann.

Vor 30 Jahren habe er mit der Seglerei angefangen und früh gesehen, "was da wirklich im Argen liegt". Den Ansatz, den er und Martini verfolgen, dreht sich in erster Linie um sogenannte "Geisternetze im Meer". 46 Prozent von ihnen seien alleine beim Fischfang verloren gegangen, beispielsweise weil sie sich am Meeresboden oder an anderen Stellen verfangen hatten. Daneben würden aber defekte Netze oftmals von Fischern auch einfach über Bord geworfen, um sie nicht auf regulärem Weg kostspielig entsorgen zu müssen. Dass die "tausende von Netzen", die auf den Weltmeeren mitsamt einer Vielzahl weiterer Verschmutzungen herumschwimmen, dem Lebensraum von Tieren und Pflanzen in den Gewässern nicht gerade zuträglich sind, verstehe sich fast von selbst, so Bechmann.

Wind, Flut und GPS statt Unmengen von Diesel

Sein Umweltprojekt sah er nicht zuletzt deshalb als nachhaltig, ökologisch und zukunftsweisend an, weil es mit einem völlig anderen Ansatz startet: "Wir wollen gerade eben nicht mit ein oder zwei Schiffen, die täglich 2.000 bis 3.000 Liter Diesel verbrauchen und jeden Tag zusätzliche Kosten von 20.000 bis 30.000 Euro inklusive der Besatzung erzeugen, antreten. Das wäre für die Energiebilanz einfach nicht gut." Stattdessen habe die Ocean Innovation Group zusammen mit der in der K&L Branche bestens bekannten Firma Wieländer+Schill ein Produkt entwickelt, das per GPS-Technik durch einen Operator "von jedem Punkt der Welt aus gesteuert" werden könne: Einen sogenannten CleanSeaPod, den man sich als acht Meter hohen Seesack (Foto oben) vorstellen kann, der im Meer rein durch die natürliche Strömung bewegt wird. Und wenn die Winde gut stehen, so Bechmann, könne man den Sack auch bis zu einem Meter aus dem Meer herausholen – er wird dann zusätzlich durch den Wind und die Flut getrieben. Sinn und Zweck des CleanSeaPod: Defekte oder eingesammelte Netze können in den schwimmenden Sack von oben eingeworfen und später von der Ocean Innovation Group wieder entnommen und umweltgerecht entsorgt – bzw. möglicherweise in Einzelfällen auch wieder aufbereitet – werden.

Den ersten Prototypen hat OIG-Geschäftsführer Ullrich Bechmann mit nach Eigeltingen gebracht, wo ihn sich alle Teilnehmer der bei Carbon stattgefundenen Siegerehrung zum AUTOHAUS VersicherungsMonitor anschauen und detailliert erklären lassen konnten. "Oben ist ein relativ komplexes Teil mit Solarzellen und einem GPS-Empfänger drauf, unten befindet sich eine Membran, mit der man diesen Sack aufpumpen kann – je nachdem, was gewünscht ist." Der steuernde Operator, der den Sack das rauf- und runterlassen kann, müsse sich nicht in der Nähe des CleanSeaPod aufhalten, sondern "kann irgendwo auf der Welt sitzen". Das Wesentliche an dem "Netzsammler"  sei, dass er "vollkommen CO2-neutral unterwegs" ist. 

Bis zu sechs Jahre immer wieder verwendbar

Ins Meer gesetzt werden die Säcke zuvor von Segelbooten ab zwölf Metern Länge; danach sind die CleanSeaPods rund drei bis fünf Monate unterwegs, können immer wieder benutzt werden und halten eine Lebensdauer von ca. fünf bis sechs Jahren . "Für das gesamte Projekt gibt es eine klar skalierbare und überzeugende Energiebilanz, da bei uns alles auf CO2-Neutralität ausgelegt ist", so Bechmann in Eigeltingen.

"Jede Hilfe ist ausdrücklich erwünscht"

Er machte auch kein Hehl daraus, dass er für sein OIG-Umweltprojekt noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren und Investoren ist, mit deren Hilfe er die Säuberung der Meere langfristig auf dem Laufenden halten könne. Zwischenzeitlich  gebe es auch den von Anfang an für das Projekt mit angestrebten gemeinnützigen Verein, der gültige Spendenquittungen und CO2-Zertifikate an hilfsbereite Personen und Unternehmen ausstellen dürfe.  Der CleanSeaPod wurde laut Bechmann inzwischen auch zum Patent angemeldet. Unter anderen über YouTube wolle er regelmäßig aus den jeweiligen Einsatzgebieten berichten, alle Sponsoren auf dem Laufenden halten und eine breite Öffentlichkeit informieren.  

Bisherige Projektpartner

Zu den ersten Partnern des Ocean-Rescue-Projectes gehören bisher folgende Unternehmen: Ocean Legacy Foundation, The Whale Research Institute, Coders Unlimited, Carbon GmbH, Innovation Group, Wieländer+Schill sowie Fan Factory. (wkp)

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