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Reparaturkompetenz im Fokus: ZKF definiert seinen Anspruch neu

Der ZKF-Vorstand warnte auf seiner jüngsten Klausurtagung seine Mitgliedsbetriebe vor einer "zu großen Abhängigkeit von Dritten", durch die sie letztlich "kein wirklich freies Unternehmertum mehr ausüben" könnten.
© Foto: Walter K. Pfauntsch

Der engere Vorstand des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik e. V. (ZKF) hat auf seiner diesjährigen Klausurtagung am 4. und 5. Februar in Eibelstadt die Ziele der kommenden Jahre abgesteckt und dabei den Anspruch seiner Mitglieder neu definiert. Zukünftig wird die gesamte Kompetenz der Fahrzeugreparatur in den Mittelpunkt gestellt.

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"Die Mobilität der Bevölkerung und das Thema Auto befinden sich in einem noch nie dagewesenen Umbruch, der auch Veränderungen in der Fahrzeugreparatur und den Fachbetrieben des Karosserie- und Fahrzeugsbaus mit sich bringen wird", ist der ZKF überzeugt. Mit der aktuellen Situation der Pandemie, einer fortschreitenden Digitalisierung und Elektrifizierung der Fahrzeuge, würden die anstehenden Herausforderungen für die Betriebe noch verstärkt und Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre sichtbar.

Weiter so – oder doch neu und anders?

Jeder Unternehmer müsse sich deshalb die Frage stellen, ob ein "Weiter so" die richtige Zielführung für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens sein kann. Und: Wie werden sich der Markt und die Rahmenbedingungen weiter verändern? Ist die derzeitige Geschäftstätigkeit noch nachhaltig und zukunftsfähig? Möglicherweise verändert sich der Markt und die Gesellschaft schneller als die Betriebe sich anpassen können.

Diese und weitere Themen wurden Anfang Februar vom Engeren Vorstand des ZKF auf einer zweitägigen Klausurtagung im fränkischen Eibelstadt ausgiebig diskutiert und Lösungsansätze für die Mitgliedsbetriebe erarbeitet. Den Einstieg in die Diskussion fanden die Teilnehmer durch einen Impulsvortrag zum Thema "Neues Kaufrecht" von Rechtsanwalt Henning Hamann, Geschäftsführer der auf Verkehrs- und Werkstattrecht spezialisierten Kanzlei ETL Voigt.

Die Teilnehmer – allesamt Unternehmer und Inhaber von Karosserie- und Fahrzeugbau-Fachbetrieben – diskutierten über den Status Quo und den Ausblick auf das kommende Jahrzehnt der Branche. Die Quintessenz lautete, dass man sich "mitten in einem technologischen, gesellschaftlichen und gleichzeitig auch betrieblichen Wandel" befinde.

Quo vadis Unfallgeschäft?

Auch wenn klar sei, dass es deutliche Änderungen in Bezug auf den Autobesitz, die Nutzung des Autos und die Technologien in den Fahrzeugen der Zukunft geben wird, könne keiner seriös voraussagen, wie sich der Unfallmarkt entwickeln wird. Dabei müsse der einzelne Mitgliedsbetrieb mit seinem individuellen Geschäftsmodell darauf achten, "dass er nicht in eine zu große Abhängigkeit von Dritten gerät und kein wirklich freies Unternehmertum mehr ausüben kann".

Die Entwicklung der Mobilität und das Verhalten der Autofahrer in den nächsten zehn Jahren sei ebenso schwer einzuschätzen. Abos, Flotten, Miete und Leasing seien möglicherweise Eigentumsmodelle, die die Kundenstruktur der Betriebe stark beeinflussen, aber gleichzeitig auch neue Chancen böten. Hier setze ein neues Produkt der ZKF-nahen EUROGARANT AutoService AG an. Mit der Plattform "service2muuv" werde der Werkstatt eine ganzheitliche Vertriebs- und Betreuungsplattform für kleine Flotten angeboten, über die eigene und zugekaufte, klassische sowie innovative, Fuhrparkservices für den eigenen (Kleinflotten-) Kunden selektiv bereitgestellt werden.

Fahrzeugkompetenz fordert neue Strukturen im Verband

Sicher sei nur, dass "Vieles nicht so bleiben wird, wie wir es aus der Vergangenheit kennen". Zudem verlange die technische Weiterentwicklung des immer komplexeren, digital-elektronischen Produkts Auto ein umfassendes Know-how auch jenseits von Karosserie und Lack. Hierdurch würden sich in den meisten Betrieben Möglichkeiten im Rahmen einer umfassenden Fahrzeugkompetenz eröffnen, die im Rahmen neuer Geschäftsmodelle dem Kunden angeboten werden können. Es gebe kein Pauschalrezept, doch der ZKF plane mit verschiedenen Themenforen und Informationsangeboten, die Betriebe maximal zu unterstützen und sie auf dem Weg zu begleiten, damit die gesamte Fahrzeug-Kompetenz zukünftig in unseren Fachbetrieben angeboten werden könne. Dies werde auch nicht ohne Auswirkungen auf die Verbandsstruktur des ZKF bleiben, die sich möglicherweise neu auf die veränderten Marktbedingen ausrichten werde.

Automobiles Zukunftsforum auf dem Lausitzring

Neben den mittel- und langfristigen Zielen befassten sich die Klausurteilnehmer auch mit dem laufenden Jahr. So haben sich die Mitglieder des Engeren Vorstandes trotz Pandemiegeschehen zur Durchführung des "Automobilen Zukunftsforums", das als großer ZKF-Branchentreff vom 30.06. bis 02.07.2022 auf dem Lausitzring in Brandenburg erstmals stattfinden wird, ausgesprochen und dafür eingesetzt, dass dort ein "Digitalisierungsforum" angeboten wird. Peter Börner, Präsident des ZKF betont: "Auch die Abläufe und Strukturen in einem Karosseriefachbetrieb werden sich noch stärker digitalisieren und damit gegenüber Versicherern und Schadensteurern potenziell noch transparenter; doch wir wollen das Heft selbst in der Hand behalten und nicht von Dritten bestimmen lassen, wie unsere Branche zu digitalisieren ist." Auf dem Forum sollen digitale Prozesslösungen vorgestellt, hinterfragt und mit den Anbietern diskutiert werden. (fi)

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