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Automarkt 2022: Fulminantes Finale

Automarkt 2022: Fulminantes Finale
Der deutsche Automarkt ist auch 2022 unter den Erwartungen geblieben.
© Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser

In Deutschland sind 2022 etwas mehr Neuwagen zugelassen worden als ein Jahr zuvor – vor allem aufgrund deutlicher Zuwächse ab dem Herbst. Im Dezember drehte der Markt dann richtig auf.


Datum:
04.01.2023
Autor:
rp
Lesezeit:
5 min
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Der deutsche Automarkt ist erwartungsgemäß im Dezember kräftig gewachsen. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Mittwoch in Flensburg mitteilte, wurden im Berichtsmonat 314.318 neue Pkw registriert. Das entspricht einer Steigerung von 38,1 Prozent gegenüber dem Dezember 2021. Neben der traditionell starken Verkaufsentwicklung zum Jahresende dürften die zum neuen Jahr erfolgten Kürzungen bei der E-Auto-Prämie die Neuzulassungen maßgeblich beeinflusst haben.

Dank der Dezember-Dynamik drehte der Pkw-Markt auch kumuliert ins Plus. Laut KBA kamen im Gesamtjahr 2,65 Millionen Neuwagen zur Anmeldung, 1,1 Prozent mehr als im Jahr davor. 64,1 Prozent (minus 0,9 Prozent) der Fahrzeuge gingen dabei auf das Konto von Unternehmen. Der Anteil der Privatkunden stieg um 4,9 Prozent auf 35,9 Prozent.

VDIK: "Versöhnlicher Abschluss"

Während die Autobranche im ersten Halbjahr noch mit elf Prozent weniger Neuzulassungen konfrontiert war, gingen die Zahlen ab September stetig nach oben. Schon im November lag das Plus bei über 30 Prozent. "Mit diesem starken Endspurt schließt das Autojahr 2022 versöhnlich, auch wenn der Markt insgesamt deutlich unter den Erwartungen blieb", sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), in Bad Homburg. Die Lieferfähigkeit sei weiterhin eine Herausforderung, habe sich aber deutlich verbessert. "Die Hersteller können die derzeit hohen Auftragsbestände nach und nach abarbeiten."

Mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen entfielen 2022 auf fünf Segmente: SUV (29,3 Prozent), Kompaktklasse (15,9 Prozent), Kleinwagen (12,4 Prozent), Geländewagen (11,3 Prozent) und Mittelklasse (10,2 Prozent). Die Großraum-Vans verzeichneten mit 26,9 Prozent den deutlichsten Zuwachs, sie erreichten einen Marktanteil von 2,2 Prozent.

Stark nachgefragt waren im vergangenen Jahr elektrifizierte Autos. Der amtlichen Statistik zufolge wurden 827.321 Hybrid-Pkw (plus 9,6 Prozent) neu angemeldet. Ihr Marktanteil erreichte 31,2 Prozent. Darunter erreichten 362.093 Plug-in-Hybride (PHEV; plus 11,3 Prozent) eine Quote von 13,7 Prozent. Die Zahl der neuen Elektroautos (BEV) erhöhte sich um 32,2 Prozent auf 470.559 (Marktanteil: 17,7 Prozent).

BEV-Neuzulassungen mehr als verdoppelt

Allein im Dezember wurden laut KBA über 104.000 BEV erstmals in den Verkehr gebracht – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Hinzu kamen fast 70.000 PHEV. Die beiden Gruppen standen zusammen für mehr als die Hälfte der in dem Monat neu zugelassenen Autos. Das Beratungsunternehmen EY sieht in den Zahlen einen "künstlichen Elektro-Boom".

Für 2023 erwarten Verbände und Experten, dass sich vor allem Plug-In-Hybride schlechter verkaufen werden. Diese Antriebsart wird seit Jahresbeginn nicht mehr gefördert. Für reine Elektroautos sind die Prognosen unterschiedlich. "Die Katerstimmung in den kommenden Monaten ist damit allerdings vorprogrammiert", schrieb EY. Auch aus Sicht des Verbands der Automobilindustrie (VDA) lässt die Entwicklung auf "vorgezogene Käufe" schließen.

Federn lassen mussten auf Jahressicht die Verbrenner: Der Anteil benzinbetriebener Pkw (863.445 Stück / minus 11,2 Prozent) lag mit 32,6 Prozent 4,5 Punkte unter dem Niveau von 2021. Einen Dieselmotor hatten im vergangenen Jahr 472.274 Neuwagen unter der Haube (minus 9,9 Prozent). Ihr Anteil gab um 2,2 Punkte auf 17,8 Prozent nach. Aufgrund der Verschiebungen gingen die CO2-Emissionen der Pkw um 7,7 Prozent weiter zurück. Im Durchschnitt lagen sie bei 109,6 g/km.

Audi mit starker Leistung – Opel verliert zweistellig

Die deutschen Hersteller lieferten 2022 eine durchwachsende Performance auf ihrem Heimatmarkt ab. Audi schaffte mit einem Zuwachs von 17,3 Prozent die höchste Zuwachsrate. Ebenfalls mit einem positiven Vorzeichen schlossen Mercedes-Benz (plus 8,3 Prozent), Ford (plus 3,9 Prozent) und Porsche (plus 1,3 Prozent) die Jahresbilanz. Dagegen waren die Neuzulassungszahlen bei Opel (minus 10,7 Prozent), BMW (minus 5,7 Prozent) und Branchenprimus VW (minus 1,8 Prozent) rückläufig.

Bei den Importmarken fiel die Spreizung noch größer aus: Während Polestar (plus 166,4 Prozent), DS (plus 91,2 Prozent), Tesla (plus 76,2 Prozent) und Dacia (plus 49,7 Prozent) kräftig zulegen konnten, liefen die Geschäfte bei Suzuki (minus 43,1 Prozent), Jaguar (minus 25 Prozent) und Renault (minus 24,6 Prozent) signifikant schlechter. Starke Ergebnisse fuhren die größeren Anbieter Kia (plus 15,6 Prozent) und Toyota (plus neun Prozent) ein. 

Top-Importeur blieb Skoda – trotz rückläufiger Neuzulassungen (minus 3,9 Prozent). Der tschechische Autobauer erzielte einen Marktanteil von 5,4 Prozent, dahinter rangierten die Schwestermarke Seat (4,2 Prozent) und Hyundai (vier Prozent).

Weitere Details zur Neuzulassungsentwicklung im Dezember und im Gesamtjahr 2022 sind unten als PDF-Download abrufbar!


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