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Leasingplattform: Vehiculum meldet Insolvenz an

Die Leasingplattform Vehiculum hat Insolvenz angemeldet.
© Foto: Screenshot vehiculum.de / AHO-Montage

Nach eigener Aussage litt Vehiculum zuletzt unter den Lieferengpässen in der Autobranche. Laut Insolvenzverwalter spielen jedoch auch gescheiterte Gespräche mit Investoren offenbar eine maßgebliche Rolle.


Datum:
28.09.2021
Autor:
aw
Lesezeit: 
3 min
2 Kommentare

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Die Leasingplattform Vehiculum steht am Abgrund: Das 2015 gegründete Start-up hat am Montag (27. September) beim Amtsgericht Berlin Charlottenburg einen Insolvenzantrag eingereicht (Aktenzeichen 36v IN 5179/21). Zu den Gründen teilten die Vehiculum-Gründer und Geschäftsführer Lukas Steinhilber und Melchior Bauer auf Nachfrage von AUTOHAUS lediglich mit, man habe "zuletzt erheblich unter den Lieferengpässen im Automobilbereich" gelitten. Nun wolle Vehiculum gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter Prof. Torsten Martini von der Kanzlei Leonhardt Rattunde die Sanierungsmöglichkeiten des Unternehmens ausloten.

Gegenüber AUTOHAUS erklärte Martini, dass dem Insolvenzantrag ein Scheitern von Gesprächen mit nicht näher benannten Investoren vorausgegangen sei. Die Rede könnte hierbei von der MeinAuto-Group sein: Ende August war bekannt geworden, dass der Online-Neuwagenspezialist plane, Vehiculum zu übernehmen. Sowohl Vehiculum als auch MeinAuto wollten sich damals zu den Gerüchten jedoch nicht äußern.

Wie sich nun zeigt, wurden sich die beiden potenziellen Partner offenbar nicht einig. Warum nach dem Scheitern der Gespräche nun der Gang in die Insolvenz nötig wurde, dazu konnte der Insolvenzverwalter noch keine Angaben machen. Man sei gerade erst dabei, sich ein Bild der Lage zu machen und die Bücher zu prüfen, so Martini.

Ziel sei nun, den Betrieb fortzusetzen und das Unternehmen zu sanieren. Dieses Ziel verfolgen auch Steinhilber und Bauer: "Wir wollen natürlich versuchen, das Maximum für unsere Mitarbeiter und Investoren herauszuholen", erklärten die beiden Verantwortlichen gegenüber AUTOHAUS.

Insolvenzverwalter Martini wurde konkreter: Er wolle zunächst versuchen, die gescheiterten Übernahmegespräche mit den Interessenten wiederaufzunehmen, um doch noch zu einer Übereinkunft zu gelangen. Für die Mitarbeiter der Leasingplattform konnte Martini vorläufig Entwarnung geben: Deren Einkommen ist für die kommenden drei Monate durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert. Bis dahin entscheidet das Gericht, ob das Insolvenzverfahren eröffnet wird.


Über Vehiculum

Das Berliner Start-Up ist seit 2015 mit einen Fahrzeugleasing-Preisvergleich am Markt. Kunden können dort Leasingangebote von Händlern aus ganz Deutschland einsehen, vergleichen und Verträge direkt abschließen. Nach eigenen Angaben hat Vehiculum bis dato ein vermitteltes Umsatzvolumen von mehr als 350 Millionen Euro und beschäftigt 106 Mitarbeiter. Noch 2018 hatte Vehiculum als Ziel ausgegeben, zur führenden Leasingplattform in Europa zu werden.



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KOMMENTARE


AP

28.09.2021 - 14:31 Uhr

Ist gut so. Viel Investorenkapital verbrannt und den Handel viel Geld gekostet. Aber Hersteller und Handel sind ja selber schuld. Hätte es nie gegeben, wenn nicht einige nur stückzahlorientierte mitgemacht hätten. Braucht keiner.


R.G

29.09.2021 - 13:45 Uhr

nicht Vehiculum leidet unter den Lieferengpäassen, sondern der Markenhandel der die beliefert (hat) . Soll doch aber kein Hindernis sein, die Gründer sollen einfach einen Markenhandel eröffnen, und sich dann selbst die Autos verkaufen um diese weiter zu veräußern. Alternativ sich mit den verbliebenen meinauto oder carwow herumärgern, deren Kunden bei uns sich alle Infos u Probefahrten holen, und dann sich dort bedienen lassen. Keine Kosten - höhere Rabatte - kann ich als Händler genau so. Muss nur alles digital bzw. tel. stattfinden - alles gut.. Hoffe der Rest folgt denen, und natürlich die Händler die jahrelang geliefert haben


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