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Elektroauto-Hersteller Nio kommt nach Deutschland: "Wir sind im Anflug"

Ralph Kranz leitet das Deutschland-Geschäft von Nio.
© Foto: Nio/AHO-Montage

Seit März leitet Ralph Kranz den Aufbau von Nios Vertriebsstrukturen für den deutschen Markt. Im Gespräch mit AUTOHAUS erklärt der Manager die nächsten Schritte des chinesischen Elektroauto-Herstellers.


Datum:
24.05.2022
Autor:
Stefan Schmid
Lesezeit: 
4 min
4 Kommentare

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Mit Nio schickt sich in diesem Jahr ein weiterer Hersteller aus China an, auf dem deutschen Automarkt Fuß zu fassen. "Jetzt geht's richtig los. Wir sind im Anflug und in Q4 werden wir landen", erklärte Ralph Kranz, General Manager Germany bei Nio, am Dienstag in München.

Der Premiumhersteller wurde 2014 in Shanghai gegründet und ist seitdem auf Wachstumskurs. Das Erfolgsrezept: hochwertige Fahrzeuge, eine schnelle Ladeinfrastruktur, eine interessierte Community und die Möglichkeit, die Traktionsbatterie einfach tauschen zu können.

Vertrieb per App und Nio Houses

Vertrieben werden die Fahrzeuge direkt von Nio. "Man kann das Fahrzeug über die App oder das Nio House kaufen", sagte Kranz. Die "Houses" werden vom Hersteller selbst betrieben – eine Händlerstruktur brauche man daher nicht, so der Manager. Wo genau solche Showrooms bald stehen werden, ist noch nicht klar, man wolle aber "in den größten Städten vertreten sein".


Nio ET7 (2022)

Bildergalerie

Ebenso im Aufbau befindet sich derzeit noch das Alleinstellungsmerkmal des Herstellers: die "Swap Station" genannten Stationen zum Wechseln des Akkus. Diese wolle Nio den Kunden schon ab Markteintritt zur Verfügung stellen können, betonte Kranz. "Da sind wir gerade dabei, das Netz aufzubauen." Swap-Stationen sollen an der Autobahn, in den Städten und um die Städte herum zu finden sein.

Das Prinzip des Batterietauschs steht eben jenen Kunden offen, die ihre Fahrzeugbatterie nicht gekauft, sondern gemietet haben – was der großen Mehrheit der Fahrzeughalter entspricht. Im norwegischen Markt liegt der Anteil der Batterie-Mieter beispielsweise bei 95 Prozent.

Autonomer Batterietausch

Der Batteriewechsel läuft vollautomatisch ab, das Fahrzeug wird autonom auf die dafür vorgesehene Plattform gefahren, die entsprechenden Schrauben gelöst und schließlich die Traktionsbatterie getauscht. Die Kapazität der Batterie kann man dabei frei wählen, die Akkus sind, trotz unterschiedlicher Kapazität, gleich groß. Mehrere Millionen dieser "Swaps" habe man in China bereits durchgeführt, so Kranz.


Nio-House in Peking

Bildergalerie

Die ganze Prozedur soll nicht länger als fünf Minuten dauern. Etwa 900 solcher Stationen verrichten in China bereits ihren Dienst – und auch in Norwegen, wo Nio bereits im September 2021 in den Markt eintrat, gibt es bereits eine erste Anlage.

Feststoffbatterie geplant

Trotz des Wechselakku-Prinzips knausert Nio bei der Reichweite nicht. Den ET7, der noch in diesem Jahr in Deutschland erhältlich sein soll, gibt es mit 70 und 100 kWh Speicherkapazität. Zudem ist eine Feststoffbatterie mit deutlich höherer Leistungsdichte und einer Kapazität von 150 kWh in Planung und soll noch in diesem Jahr auf dem asiatischen Markt angeboten werden.


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KOMMENTARE


Klaus Erdmann

24.05.2022 - 19:16 Uhr

Elektroauto-Hersteller Nio kommt nach Deutschland: "Wir sind im Anflug" Die chinesischen Automobilherstellen kommen mit Macht nach Europa. Sie haben viel investiert und haben große Ziele. Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, solange sich China nicht eindeutig zu dem Überfall auf die Ukraine erklärt, mir ein Auto aus China anzuschaffen. Dazu wird sich natürlich kein Politiker äußern. Wir, die Verbraucher müssen entscheiden wie wir uns in diesem Fall verhalten. Wir müssen Druck aufbauen. Wir brauchen Autos aus China unter diesen Umständen nicht wirklich.


Emobilitãtsberatung-berlin K.D. Schmitz

25.05.2022 - 19:26 Uhr

Ein sehr guter Standpunkt, Herr Erdmann, den wir voll unterstützen können. Aber, leider ist die Realität des erreichbaren eine andere. Wir haben bereits Chinesische Hersteller in Deutschland, und bald kommt Smart zurück. Da ist sogar Daimler, wie Sie wissen, als Deutscher Hersteller führend beteiligt. Ich habe noch keinen Boykottaufruf bezüglich Chinesischer Waren mitbekommen. Selbst gegen russische Waren wird kein General Boykott, außer bei Gas wo es nicht möglich ist, ausgerufen oder gefordert. Unabhängig von NIO hoffe ich das der Krieg bis zum Jahresende beendet ist.


Matthias E.

30.05.2022 - 09:00 Uhr

Sehr spannend. Insbesondere weil Better place ja mit den Wechselstationen schon einmal gescheitert ist. Wundert mich wie Nio diese auch nur annähernd profitabel gestalten will. Zumindest kommt mal wieder frischer Wind in das Geschäft und es ist anfangs auch ein USP.


Darryl

02.06.2022 - 17:15 Uhr

"Wir sind im Anflug" - Können gleich wieder den Abflug machen. Brauchen wir nicht. Ich würde nicht nur wegen der Positionierung Chinas zum UA-Krieg verzichten, sondern aus vielen anderen Gründen. Bei so viel Unklarheiten … Es wird aus meiner Sicht eine "Invasion" der chin. E-Auto-Hersteller geben und am Ende nur ganz wenige bis keine übrig bleiben. Für mich ist noch nicht mal ausgemacht, dass das E-Auto die große Zukunft ist.


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