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Abgasuntersuchung: 10.000 Partikelzähler bis Jahresende

Der ASA-Vorstand und Fachbereichsleiter (v. l.): Ralf Koch, stellv. Leiter Fachbereich Prüfstände, Bernhard Hoffmann, Leiter Fachbereich Reifendienst und Achsmessgeräte, Jürgen Spieker, Beirat im ASA-Verband, Karsten Meinshausen, ASA-Vizepräsident, Harald Hahn, Leiter Fachbereich Diagnose- und Abgasmessgeräte, Frank Beaujean, ASA-Präsident, Marco Kempin, ASA-Vizepräsident Finanzen, Anja Heinl, Leiterin Fachbereich Business to Business, Harald Pfau, Leiter Fachbereich Software und Dienstleistung sowie Markus Kesselmeier, Leiter Fachbereich Klimaservicegeräte
© Foto: ASA-Verband

Die Hersteller von Partikelzählgeräten für die Abgasuntersuchung wollen bis Ende des Jahres mindestens 10.000 Geräte in den Markt bringen. Die Liefersituation bei der AU war eines der Top-Themen beim Pressegespräch des ASA-Verbandes.


Datum:
25.11.2022
Autor:
Dietmar Winkler/asp AUTO SERVICE PRAXIS
Lesezeit:
4 min
1 Kommentare

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Die Hersteller von Partikelzählgeräten für die Abgasuntersuchung wollen bis Ende des Jahres mindestens 10.000 Geräte in den Markt bringen. Das sagte Harald Hahn, Leiter des Fachbereichs Diagnose- und Abgasmessgeräte im ASA Bundesverband, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbands. Derzeit liege die Produktionskapazität zwischen 800 und 1.400 Geräte pro Monat. Zum Stichtag 18.11. waren 4.353 Geräte produziert und kalibriert. "Die Liefersituation ist nach wie vor sehr angespannt", sagte Hahn. Mit Blick auf die Verzögerung bei der Einführung der Partikelzählung bei der Abgasuntersuchung für neuere Dieselfahrzeuge erklärte er: "Es gibt jetzt einen flexiblen Einführungstermin. Abhängig von einer ausreichenden Marktabdeckung wird die Partikelmessung spätestens zum 01.07 2023 eingeführt. Nach meiner Einschätzung wir das noch vor dem 1. Juli passieren." Daher appellierte Hahn an alle Werkstätten, die die AU für Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 6 anbieten wollen, sich möglichst sofort um die Bestellung der entsprechenden Geräte zu kümmern.

Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) soll permanent die Verfügbarkeit von Partikelzählgeräten im Markt bewerten. Erst wenn nach Ansicht der Arbeitsgruppe ausreichend Geräte zur Verfügung stehen, soll der Einführungstermin der Partikelmessung als alleiniges Messverfahren für die entsprechenden Fahrzeuge durch eine Veröffentlichung im Verkehrsblatt festgelegt werden. "Das kann innerhalb von zwei bis vier Wochen nach dem positiven Votum der Arbeitsgruppe passieren", sagte Hahn.

Ab Januar soll die Produktionskapazität zwischen 2.600 und 4.000 Geräten pro Monat liegen. Dem steht eine große Zahl an Abnehmern entgegen: Prüfgesellschaften benötigen um die 50.000 Geräte und im Markt gibt es rund 30.000 AU-Werkstätten. Bisher wurde nur zwei deutschen Herstellern die Baumusterprüfung für ihr AU-Gerät erteilt. Ein weiterer Gerätehersteller steht kurz vor Erteilung der Baumusterprüfung. Sieben weitere deutsche Hersteller haben Anträge gestellt und durchlaufen das Verfahren.

Eingetrübte Stimmung im Ausrüstermarkt

ASA-Präsident Frank Beaujean gab einen Überblick über die aktuelle Situation des Ausrüstermarktes. Die Mitglieder des ASA, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, wurden im Oktober zu ihrer wirtschaftlichen Situation und zu den Erwartungen für das kommende Jahr befragt. "Die Stimmung hat sich deutlich eingetrübt", sagte Beaujean mit Blick auf die eher pessimistische Zukunftserwartung der ASA-Mitglieder. Nur 21 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Entwicklung im kommenden Jahr optimistisch (18 Prozent) oder sogar sehr optimistisch (drei Prozent).

42 Prozent sind in der Frage unentschieden und 34 Prozent schauen eher pessimistisch in die Zukunft. Als dominierende Einflussfaktoren für die wenig optimistische Einschätzung kristallisierten sich die hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie die hohe Inflation heraus. Die Einschätzung ihrer Lage im laufenden Jahr war etwa optimistischer: Demnach waren zwei Drittel zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Geschäftsjahr, nur 16 Prozent eher unzufrieden. 18 Prozent der Befragten waren in der Beurteilung neutral.

Mit Blick auf die einzelnen Fachbereiche und Produktgruppen stachen die Achsmessgeräte durch Verkaufszuwächse hervor sowie die Geräte zur Kalibrierung von Kamers und Sensoren für Fahrerassistenzsysteme (ADAS). Die Zuwachsraten bei 3d-Achsmessgeräten lag bei 26 Prozent gegenüber Vorjahr (Januar bis September). Der Bereich CCD-Achsmessgeräte ist sogar um 78 Prozent gegenüber Vorjahr gewachsen. "Diese Entwicklung ist auf die zunehmende Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen in den Fahrzeugen zurückzuführen. Die dazu notwendigen Kameras und Sensoren müssen nach bestimmten Reparaturen und Beschädigungen kalibriert werden. Das geht in der Regel einher mit einer vorangestellten Achsvermessung", erklärte Beaujean. Dieser Trend werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen, so die Prognose im ASA.

Rückgang bei Geräten für Reifenmontage

Einen deutlichen Rückgang gibt es im laufenden Jahr bei Geräten für die Reifenmontage und für das Wuchten. Von Januar bis August des laufenden Jahres sank der Absatz von Montiermaschinen um 30 Prozent, bei den Wuchtmaschinen liegt der Rückgang bei 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders drastisch ist der Rückgang bei Lkw-Wuchtmaschinen (minus 41 Prozent). "Lkw-Reifen werden immer häufiger mobil gewuchtet", sagte Bernhard Hoffmann, Leiter Fachbereich Reifendienst und Achsmessgeräte. Weitere Ursachen liegen in den gestörten Lieferketten aufgrund des Ukraine-Krieges und dem Mangel an elektronischen Bauteilen.

Harald Hahn, Leiter Fachbereich Diagnose- und Abgasmessgeräte, gab einen Überblick zum aktuellen Stand bei der Partikelmessung.
© Foto: Dietmar Winkler

Weitere Themen, die für Werkstätten in naher Zukunft bei der Abgasuntersuchung relevant sein könnten, sind die Ausweitung der Messung auf Stickoxide (NOx) und die Einführung des Partikelmessverfahrens auch für Ottomotoren. Der ASA ist bei beiden Themen in entsprechenden Projekten eingebunden, um die Grundlagen für Messtechnik zu schaffen. Die Einführung des Partikelmessverfahrens für Ottomotoren dürfte mit der Einführung der Partikelmessung für Dieselmotoren bis spätestens Juli 2023 weiter an Bedeutung gewinnen, glaubt Harald Hahn. "Technisch sind hier mehrere Herausforderungen zu meistern. Der Partikelausstoß von Ottomotoren ist um den Faktor zehn bis 100 geringer als bei Dieselmotoren", so Hahn. Zudem würden Partikel nur unter bestimmten Lastbedingungen emittiert, nicht im Leerlauf. Daher könne die bei Dieselmotoren angewandte Messprozedur nicht einfach auf Ottomotoren übertragen werden. Die gute Nachricht für AU-Berechtigte Betriebe: "Die Messtechnik für die Partikelmessung an Ottomotoren wird sicherlich die gleiche sein wie beim Dieselmotor", sagte Harald Hahn. Eine Anschaffung neuer Geräte sei daher nicht notwendig.

Dass es offenbar sinnvoll ist, die Abgase der Fahrzeuge zu messen, zeigen erste Erfahrungen im Ausland. In Belgien, wo man die Partikelmessung zum 1. Juli 2022 kurzfristig eingeführt hatte, belegen die ersten Messergebnisse bei über 313.000 untersuchten Fahrzeugen die Wirksamkeit des Messverfahrens. "Die Belgier haben mittels PN-Messverfahren in wenigen Wochen signifikante Ausfallraten von Diesel-Abgasreinigungssystemen ermittelt. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Partikelmessung mit Revision der EU-Richtlinie 2014/45 europaweit vorgeschrieben wird", sagte Hahn. Gemessen am in Deutschland geltenden Grenzwert von 250.000 Partikeln pro Kubikzentimeter lag die Ausfallrate bei vier Prozent. Nur in den allerwenigsten Fällen leuchtete die Motorkontrollleuchte im Fahrzeug, die einen Fehler bei der Abgasbehandlung anzeigt. Das war nur bei 0,29 Prozent der Autos der Fall.

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KOMMENTARE


FrankF

27.11.2022 - 10:21 Uhr

Was für ein Unsinn, man schaue sich um in der Welt, nachgerade in Ländern, deren Fertilitätsraten nicht die völlige Auslöschung der angestammten Bevölkerung anzeigen. Und ja, natürlich brauchen wir pro Partikelzähler einen Betriebsrat, einen Gleichstellungs-, Frauen- und Diversivitätsbeauftragten. Denn Arbeit schafft ja Wohlstand…….


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