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Automarkt im August: Kleines Plus, aber keine Trendwende

© Foto: harbucks / stock.adobe.com

Monatelang ging es für den deutschen Neuwagenmarkt nur abwärts. Im August gab es wieder einen leichten Zuwachs. Der hat vor allem statistische Gründe.


Datum:
05.09.2022
Autor:
rp/dpa
Lesezeit:
5 min
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Das deutsche Autogeschäft läuft weiterhin vergleichsweise schlecht. Im August wurden 199.183 Pkw neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Montag in Flensburg mitteilte. Das waren zwar 2,8 Prozent mehr als im extrem schwachen August vergangenen Jahres, der Kalender ließ aber auch einen zusätzlichen Verkaufstag zu.

Zwar bremsen Lieferengpässe bei wichtigen Bauteilen nach Branchenangaben nicht mehr ganz so stark die Autoproduktion wie zuletzt. Dafür scheuten die Menschen angesichts steigender Preise etwa für Energie und Lebensmittel nun zunehmend größere Anschaffungen. "Das monatliche Neuzulassungsniveau liegt weiterhin erheblich unter dem langjährigen Durchschnitt. Und auch die Auftragseingänge gehen deutlich zurück", sagte Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Auch das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) sieht in dem Mini-Plus an Neuzulassungen im August noch lange keine Trendwende. Der Verband verwies auf Vergleichszahlen von 2019 mit rund 2,5 Millionen Neuwagen zwischen den Monaten Januar bis August. Selbst im ersten Corona-Jahr 2020 waren es in diesem Zeitraum noch rund 1,78 Millionen Einheiten. Aktuell steht die KBA-Statistik nach den ersten acht Monaten bei rund 1,64 Millionen Fahrzeugen (minus 9,8 Prozent).

Schlechteste Verkaufszahlen seit 30 Jahren erwartet

Der deutsche Automarkt steuere in diesem Jahr auf die schlechtesten Verkaufszahlen seit 30 Jahren zu, betonte Zirpel. Die deutschen Hersteller hatten erst kürzlich ein weiteres Mal ihre Prognose gesenkt (wir berichteten). Inzwischen geht der Verband der Automobilindustrie (VDA) für 2022 nur noch von 2,5 Millionen Neuzulassungen in Deutschland aus. Das wäre ein Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Einzelmonat August legte die Zahl der gewerblichen Neuzulassungen laut KBA um 2,8 Prozent zu, ihr Anteil betrug 62,9 Prozent. Bei den Privatkunden waren es 3,4 Prozent mehr. In puncto Segmente gab es bei den Großraum-Vans (plus 64,5 Prozent), Utilities (plus 31,1 Prozent) und Geländewagen (plus 24,8 Prozent) die prozentual höchsten Steigerungen. Beliebteste Fahrzeugklasse waren einmal mehr die SUV mit einem Marktanteil von 29,4 Prozent (plus 11,4 Prozent). Dagegen waren unter anderem Mini-Vans, Kleinstwagen und Wohnmobile im August weniger gefragt.

Mit rund 35 Prozent hatte im August der größte Teil der Neuwagen einen Benzinmotor unter der Haube (plus 1,2 Prozent). 18 Prozent tanken Diesel (plus 6,3 Prozent). Rein batteriebetriebene Elektroautos erreichten einen Marktanteil von 16 Prozent, 32.006 BEV-Einheiten bedeuteten einen Zuwachs von knapp elf Prozent. Zwölf Prozent waren Plug-in-Hybride (24.719 Einheiten). Ingesamt hatten 59.835 Hybride (30 Prozent) einen Doppelantrieb. 

Porsche fährt voraus

Überwiegend zweistellige Zulassungssteigerungen beobachteten die Flensburger Statistiker bei den deutschen Marken. An der Spitze stand Porsche mit einem Marktanteil von 1,0 Prozent und einem Plus von 47,9 Prozent gegenüber dem August 2021. Ebenfalls stark verbessert: Mercedes-Benz (plus 31,2 Prozent), Audi (plus 21,7 Prozent) und Ford (plus 12,6 Prozent). Branchenprimus VW (19,1 Prozent) legte um fünf Prozent zu, Opel um 3,1 Prozent. Lediglich BMW (minus 1,3 Prozent) und Smart (minus 84,1 Prozent) mussten Federn lassen.

Bei den Importeuren erreichten zehn Marken im August ein positives Ergebnis. Punkten konnten besonders die Nischenabnieter DS (plus 176,9 Prozent) und Land Rover (plus 121,2 Prozent). Für den Budget-Hersteller Dacia wies die Statistik eine Verbesserung um 76,1 Prozent auf. Die Elektroautomarken Polestar und Tesla verbuchten jeweils rund 40 Prozent mehr Neuzulassungen. Auf der Verlierer-Straße waren unter anderem Suzuki (minus 61,1 Prozent), Renault (minus 48 Prozent) und Mitsubishi (minus 46,4 Prozent) unterwegs.

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