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AVAG: Albert K. Still kündigt Rückzug an

Avag-Aufsichtsratsvorsitzender Albert K. Still (li.) und sein designierter Nachfolger Johannes Hall (re.)
© Foto: AVAG

60 Jahre Autohandel sind genug: Branchen-Urgestein Albert K. Still will im April nicht mehr als AVAG-Aufsichtsratsvorsitzender antreten. Der designierte Nachfolger Johannes Hall besitzt ähnlich viel Erfahrung.


Datum:
04.02.2021
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Der langjährige Chef des größten deutschen Autohändlers, Albert K. Still zieht sich nach 60 Jahren altersbedingt aus der Branche zurück. Das teilte die AVAG Holding SE heute mit. Auf der nächsten Hauptversammlung im kommenden April will Still, der am 06. Februar seinen 78. Geburtstag feiert, daher nicht mehr als Aufsichtsratsvorsitzender antreten. "60 Jahre sind eine lange Zeit und ich war schon immer der Meinung, dass man zum richtigen Zeitpunkt den Jüngeren das Feld überlassen sollte. Dieser Moment ist nun gekommen", erklärte Still.

Nachfolger soll Johannes Hall werden. Der 67-jährige Österreicher ist seit 1973 in der Automobilbranche tätig und sitzt als Gesellschafter der AVAG und von Opel Beyschlag in Wien bereits im Aufsichtsrat. "Albert K. Still ist eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit aus Augsburg mit großen Verdiensten für die Automobilbranche. Dabei hat er stets mit schwäbischer Sorgsamkeit, der notwendigen Voraussicht und Handelsgeschick agiert. Es ist mir eine Ehre, ihm als Vorsitzender des AVAG-Aufsichtsrates zu folgen", so Hall.

In seiner langen Karriere hat Still die Geschichte des bundesdeutschen Automobilhandels wesentlich mitbestimmt. So entwickelte er das familiengeführte Traditionsunternehmen seit 1972 federführend zum absatz- und umsatzstärksten Automobilhändler Deutschlands.

Von der Schmiede zum Autohandels-Riesen

Still absolvierte bis 1962 zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Danach stieg er 1967 im Alter von 24 Jahren in die Verkaufsleitung des väterlichen Unternehmens ein. Sein Großvater Albert Sigg hatte die Firma 1915 als Schmiede in Augsburg gegründet und zu einer Vertretung für BMW, NSU und Horex gemacht. Nach dem zweiten Weltkrieg baute Joseph Still die Firma Sigg weiter aus – unter anderem zum Opel-Vertragshändler (seit 1. Januar 1963). Als Albert Still 1972 die Geschäftsführung übernahm, beschäftigte das Handelshaus bereits 52 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 9,37 Millionen DM.

Still trieb in den 1980er Jahren die Expansion im Augsburger Umfeld, von Füssen bis München, weiter voran. Nach dem Mauerfall 1989 engagierte er sich auch in den neuen Bundesländern. Nach der Gründung der AVAG Holding 1991 folgte der Gang ins Ausland: nach Kroatien, Ungarn, Polen und Österreich. 2006 schied Still aus dem operativen Geschäft der AVAG aus und wechselte in den Aufsichtsrat. Heute ist die AVAG an 176 Standorten mit 16 verschiedenen Marken vertreten. Zuletzt verkaufte der Handelsriese mit mehr als 5.000 Mitarbeitern über 112.000 Fahrzeuge.

Trotz des Abschieds ist das Unternehmen aber weiterhin in Familienhand: Seit 2014 führen die Söhne Albert C. und Roman Still als Vorstandssprecher die Arbeit ihres Vaters fort. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Markus Kruis sowie Ulf Pfeiffer. "Einerseits finden wir es schade, dass unser Vater sich nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen lassen wird. Andererseits freuen wir uns, dass er nun mehr Zeit für seine Familie und das Reisen haben wird. Wir hoffen, dass die gesundheitlichen Vorgaben es zulassen werden, ihn im April standesgemäß zu verabschieden. Er kann stolz auf das Erreichte sein. Sein Engagement ebnete den Weg, auf dem wir uns aktuell befinden", so Albert C. und Roman Still. (AH)

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