Eigentümerwechsel: Dello erwirbt Mehrheit an Dürkop

Ernst Dello übernimmt die Aktienmehrheit der Braunschweiger Dürkop Automobile von der Nürnberger Versicherung.
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Zum 1. Januar 2015 übernimmt Dello von der Nürnberger Versicherung deren Anteile an Dürkop Automobile. Der Hamburger Mehrmarkenhändler wird damit Mehrheitsgesellschafter.

Paukenschlag im Opel-Handel: Ernst Dello übernimmt zum 1. Januar 2015 von der Nürnberger Versicherung das Aktienpaket an Dürkop Automobile mit Sitz in Braunschweig. Der Hamburger Mehrmarkenhändler wird damit Mehrheitsgesellschafter von Dürkop.

Laut Unternehmensmitteilung vom Dienstag unterzeichneten die Nürnberger-Vorstände Armin Zitzmann und Peter Meier sowie Kurt Kröger, geschäftsführender Gesellschafter der Dello-Gruppe, jetzt einen entsprechenden Vertrag. Beide Unternehmensgruppen sollen laut Kröger eigenständig bleiben. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Insgesamt kontrollieren die neuen Gesellschafter künftig 50 Betriebe, rund 1.400 Mitarbeiter sowie etwa 700 Millionen Euro Umsatz. Dies schaffe die "Möglichkeit, den veränderten Rahmenbedingungen des Marktes sowie allen Verbraucher- und Herstellerwünschen gerecht zu werden", erklärte Kröger. Gebietsüberschneidungen für die beiden Handelsorganisationen gebe es nicht.

Dürkop gehörte von 1989 bis 2013 vollständig zur Nürnberger Versicherung. Seitdem hält Vorstandschef Stefan Quary 20 Prozent an dem Unternehmen. Die Nürnberger hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche ihrer finanziellen Beteiligungen an Autohäusern abgestoßen, jetzt wurde das Kapitel Kfz-Handel komplett geschlossen. "Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz, das Versicherungsgeschäft im Kfz-Gewerbe", betonte Zitzmann. Neue Perspektiven biete eine zukünftige Vertiefung der Versicherungsaktivitäten von Dello und Dürkop – unter Führung der Nürnberger/Garanta.

Zwei Opel-Schwergewichte

Dello und Dürkop sind zwei deutsche Branchenriesen. Im Ranking des Instituts für Automobilwirtschaft sind beide Unternehmen unter den Top 20 der größten Händlergruppen platziert. Gegründet 1898 als erstes Autohaus Hamburgs ist Dello mittlerweile an über 30 Standorten in Norddeutschland präsent. Im vergangenen Jahr verkauften die Hanseaten 22.500 Fahrzeuge und machten 360 Millionen Euro Umsatz. Neben der Hauptmarke Opel werden Fahrzeuge von Chevrolet, Toyota, Ford, Citroën, Honda, Cadillac und Corvette vermarktet. Hinzu kommen die GW-Eigenmarken "AutoMega" und "Dello Gebrauchtwagen".

Das Dürkop-Netz umfasst 20 Standorte in Berlin, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Marken Alfa Romeo, Dacia, Fiat, Ford, Jeep, Kia, Lancia, Opel, Peugeot und Renault werden im Vertrieb und Service geführt. 2013 erlöste die Gruppe mehr als 380 Millionen Euro, 9.000 Neu- und 13.500 Gebrauchtwagen wurden gehandelt. (se/rp)

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KOMMENTARE


Insider

09.12.2014 - 18:20 Uhr

Au Backe. Wenn das mal gut geht. AlphaItiere unter sich


Erklärbär

10.12.2014 - 10:33 Uhr

@Insider , ich weiß nicht wo sie ihr sicher fundiertes Wissen erworben haben , aber sowohl die Dello Gruppe, als auch die Dürkop -Gruppe sind recht erfolgreich im Autombilhandel und nicht im Tierhandel aktiv.. Meiner Erachtens sind die dort beschäftigten Mitarbeiter Menschen und nicht im Tierreich anzusehen. Insofern wundere ich mich , wen oder was sie mit Alphatieren bezeichnen ....


Outsider

10.12.2014 - 12:27 Uhr

Also wenn mich jemand als Alphatier bezeichnet, empfinde ich das als Lob bzw. Bewunderung. Nun ja, wenn man sich selbst als "Erklärbär" bezeichnet, verstehe ich die Verwunderung umso weniger. Aber vielleicht wäre es für Bären um diese Jahreszeit und bei dieser trüben Witterung eh besser, sich in den Winterschlaf zurückzuziehen....


Schlichtungsrat

10.12.2014 - 18:01 Uhr

Wie schön sich hier gezankt wird, das erinnert mich an unsere Vertriebsmeetings.zurück zum Thema dieses Beitrags.Ich muss unserem Insider in sofern recht geben, dass es nicht immer gut ist, wenn sich eine solche Vormachtstellung bildet, wie diese beiden Unternehmungen es gerade tun.Aus Unternehmersicht - die logischste Entscheidung wenn ich mir den Markt so anschaue.Für alle Mitbewerber - hartes Brot. Das wird nicht unbedingt zu einem "einfacherem"; und "faireren" Wettbewerb führen.


Tellerrand

10.12.2014 - 18:02 Uhr

Was für eine Überraschung  Wollen wir mal hoffen, dass dieses auch alles gut geht! Gerade für die Mitarbeiter aus den Häusern, wobei man dort auch mal zusehen sollte, dass unfähiges Personal oder auch sogenannte „Beamte denkende“ Menschen mal auf den neusten Stand gebracht werden. In Bezug auf Kundenservice usw. Meiner Meinung hat man durch den Zusammenschluss beider Unternehmen jetzt die Möglichkeit sich noch breiter und Kunden gerechter aufzustellen, wobei auch hier zusagen wäre, dass gewisse Abteilungen in der Dürkop Gruppe neu Ausgerichtet werden müssen um den Bedarf der Kunden gerecht zu werden. Teamgeist muss entstehen und gelebt werden.Wollen wir schauen was so in den nächsten Jahren passiert. Ich wünsche es Ihnen!


Insider

11.12.2014 - 10:50 Uhr

Kernkompetenz im Kraftfahrzeug Gewerbe als berufsständischer Versicherer ist für die NÜRNBERGER von fundamentaler Bedeutung. Mit dem Verkauf der DÜRKOP Anteile gewinnt die NÜRNBERGER ihre Akzeptanz zurück, dieser Schritt war längst überfällig und ist eine gute Entscheidung. Dr. Zitzmann hat das wohl schon lange erkannt, es war aber nicht so einfach einen geeigneten und solventen Käufer zu finden. Die Vorgehensweise der NÜRNBERGER im Vertrieb Autohaus ist genial, mit dem Verkauf von DÜRKOP jetzt erst recht.


Ex Ma

11.12.2014 - 13:41 Uhr

Super, Das ist der richtige Weg ,Alles Gute,


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