Jahrestreffen der Skoda-Partner: "Auf stürmischere Zeiten einstellen"

05.10.2026 17:10 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Die Skoda-Händler blicken auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. So erfreulich sich die Entwicklung im Neuwagengeschäft derzeit darstellt: Damit die Renditen im Handel auch künftig stabil bleiben, wenn Werkstatteinnahmen unter Druck geraten und Kosten steigen, braucht es mehr als gute Stimmung.
©Foto: Stefan Schmid/AUTOHAUS

Skoda gewinnt Marktanteile, der Elroq führt die Elektrostatistik an und die Händler stellen der Marke ein glänzendes Zeugnis aus. Doch steigende Kosten und sinkende Serviceerlöse sind auch beim Klassenprimus Thema.

Die deutschen Skoda-Partner nutzten ihre Jahreshauptversammlung in diesem Jahr für einen Austausch in besonderem Ambiente. Doch die Atmosphäre war schnell Nebensache. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die aktuellen Herausforderungen und Perspektiven des Automobilhandels. Denn so erfreulich sich die Entwicklung im Neuwagengeschäft derzeit darstellt: Damit die Renditen im Handel auch künftig stabil bleiben, wenn Werkstatteinnahmen unter Druck geraten und Kosten steigen, braucht es mehr als gute Stimmung. Gefragt sind die richtigen Weichenstellungen und ein konsequentes Feinjustieren der Geschäftsmodelle im Alltag.

Die Zahlen für eine solche Standortbestimmung aus einer Position der Stärke könnten kaum besser sein. Mittlerweile hat sich Skoda 8,4 Prozent des deutschen Marktes erobert, bei den Elektroautos sind es sogar 9,4 Prozent.

Auch im aktuellen IfA-Markenmonitor räumte die Marke ab. Neben dem Gesamtsieg mit der Note 2,44 gab es Platz eins unter den großen Importeuren und dazu die Auszeichnung als nachhaltigste Marke. Pünktlich zum 35-jährigen Bestehen des Verbands steht für VDS-Präsident Thomas Peckruhn deshalb fest: "Die Marke ist mittlerweile ein Leuchtturm im Konzern."

Auf der Erfolgswelle

Wie hell dieser Leuchtturm strahlt, zeigte sich beim jüngsten "Best Day". Rund 120.000 Besucher strömten in die Autohäuser, die Bestellungen für den Epiq hätten sich in den Tagen der Markteinführung nahezu verdreifacht. Auch für den Peaq, mit dem die Marke nun einen der dicken Pötte im Angebot hat, war die Aktion nach Angaben des Importeurs ein voller Erfolg.

Skoda sei "sehr, sehr stark und gut ins neue Jahr gestartet", sagte Deutschland-Chef Frank Barwasser. Und schob nach: Bei den tatsächlich über die Partner laufenden Real Sales legte Skoda um mehr als 13 Prozent zu. Mit 11,1 Prozent Marktanteil liegt die Marke hier klar auf Rang zwei hinter Volkswagen. Auch im Elektrosegment erreicht Skoda den zweiten Platz. Nur der Elroq gibt sich damit nicht zufrieden: Er ist aktuell das meistzugelassene Elektroauto Deutschlands.

Kurzum: Für Skoda läuft es derzeit ausgesprochen gut. Und genau darin sieht Barwasser eine Gefahr. "Gerade in erfolgreichen Phasen machen Unternehmen die größten Fehler", warnte er. Wer den Vorsprung halten wolle, müsse weiter an sich arbeiten, schneller werden und die Abläufe effizienter gestalten.


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Kurs halten

Auch Verbandsgeschäftsführer Hansen hatte nicht nur Lob im Gepäck, als er auf die Bühne trat. Er sprach von einem "Berichtsjahr geprägt von gegenläufigen Entwicklungen". Die starke Markt- und Markenposition gibt den Händlern kräftigen Rückenwind, muss nun aber in ein "dauerhaft wirtschaftlich stabiles Handels- und Servicegeschäft für die Partner" übersetzt werden.

Steigende Kosten, hoher Investitionsbedarf, unsichere Restwerte und die Aussicht auf sinkende Serviceerlöse drücken auf Rendite und Stimmung. Noch schneiden viele Skoda-Partner überdurchschnittlich ab, eine Garantie für die Zukunft ist das jedoch nicht. "Ein Prozent Rendite reicht nicht", mahnte Thomas Peckruhn mit Blick auf andere Akteure der Branche, die wirtschaftlich bereits deutlich stärker unter Druck stehen.

Dabei spitzt sich die Dynamik im Neuwagengeschäft weiter zu: Während die kommende Verteuerung durch Euro 7 den Druck auf die Verbrenner erhöht und viele Kunden erst recht in Richtung Elektroantrieb treibt, könnte der Hersteller an Kapazitätsgrenzen stoßen. Barwasser appellierte an die Betriebe, die verbleibenden Potenziale bei Benziner und Diesel konsequent auszuschöpfen, um Lieferlücken zu vermeiden und Erträge zu sichern.

An einigen entscheidenden Stellschrauben haben Hersteller und Verband deshalb bereits gedreht. So ist die geplante Anpassung der Verbrennermarge vorerst vom Tisch. "Die Anpassung wird heute nicht kommen", sagte Peckruhn. Auch das Bonusmodell wird umgebaut. Künftig sollen Leistungen stärker zählen, die ein Betrieb selbst beeinflussen kann. Die Fahrzeugauslieferung gewinnt an Gewicht sowie Tempo und Qualität der Leadbearbeitung rückt in den Fokus.


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Der Knick kommt

Der größte Sturm, den Hersteller wie Verband heraufziehen sehen, betrifft die sinkenden Erlöse im Servicegeschäft. "Mit 50 oder 60 Prozent Elektroquote werden Sie deutlich weniger Erlöse in Ihren Werkstätten haben" sagte Barwasser. Kersten Borst, 1. Stellvertreter des VDS Vorstandsvorsitzenden, fasste die Aussicht knapper zusammen: "Der Knick kommt." Allerdings nicht sofort. Erst 2028 und 2029 dürften sich die wachsenden Elektrobestände deutlicher in den Werkstattbilanzen bemerkbar machen.

Kurzfristig können die Betriebe gegensteuern, indem sie auch die Besitzer älterer Verbrenner nicht aus den Augen verlieren. Die Serviceaktion "Teilerabatt x2" soll preisbewusste Fahrer im Vertragsbetrieb halten. Zugleich drängen die Händler auf Serviceangebote, die technisch sinnvoll sind, aber auch genügend Kontaktpunkte zur Werkstatt bieten. Aus Sicht der Skoda-Partner könnte eine Verlängerung des Garantieschutzes ein wirksames Instrument zur Kundengewinnung und -loyalisierung sein. Skoda möchte dies prüfen.

Das größte kurzfristig nutzbare Potenzial steckt allerdings bereits im Fahrzeugbestand. Von rund 1,3 Millionen connectfähigen Skoda-Fahrzeugen in Deutschland sind bislang ein zu geringer Anteil einem bevorzugten Servicepartner zugeordnet. Für Frank Barwasser ist das ein Missverhältnis, das sich die Betriebe auf Dauer nicht leisten können. Noch deutlicher wurde Service-Arbeitskreisleiter Christian Mette: "Dort liegt das Geld auf der Straße." Händler, die Connected Services konsequent einsetzen, erzielten Conversion-Raten von mehr als 80 Prozent. Andere Marken würden Skoda um dieses Instrument beneiden.

Der neu eingeführte Connect Check soll den Betrieben nun zeigen, ob ein Fahrzeug bereits mit einem Servicepartner verknüpft ist. Ein kleiner Prozessschritt, der darüber entscheiden kann, in welcher Werkstatt der Kunde künftig landet.

Hürdenlauf im System

Doch nicht überall macht die Digitalisierung den Betrieben die Arbeit leichter. Im digitalen Verkauf kann schon ein verlorener Vormittag einen Auftrag kosten. Beim Wechsel zu New.VAP wurden mit Unterstützung des Digital-Arbeitskreises die Prozesse analysiert und Verbesserungsvorschläge, zum Beispiel bei der Migration von Kundendaten, in der Umsetzung berücksichtigt.

Bei der Diskussionsrunde mit dem Importeur gab es schließlich ein Novum: keine Fragen der Händler. Vielleicht war die Stimmung zu gut, vielleicht der Anlass zum Feiern zu groß.


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