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Missbrauch der E-Auto-Prämie: Deutschland fehlen zehntausende Stromer

Missbrauch der E-Auto-Prämie: Deutschland fehlen zehntausende Stromer
Stichproben zufolge sind die Unterschiede zwischen Neuzulassungen und Bestandszuwachs bei Tesla, BMW und Audi besonders hoch.
© Foto: Michael Blumenstein/Autoflotte

Die Tricksereien mit der E-Auto-Prämie haben 2022 einen neuen Höchststand erreicht. Doch das umstrittene Geschäftsmodell dürfte bald nicht mehr funktionieren.


Datum:
09.03.2023
Autor:
Holger Holzer/SP-X
Lesezeit:
3 min
2 Kommentare

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Die Prämien-Trickserei mit gebrauchten Elektroautos nimmt zu. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, die die Zulassungs- und Bestandzahlen von E-Autos in Deutschland abgeglichen hat. Demnach sind 16 Prozent der im vergangenen Jahr neu angemeldeten E-Pkw nicht mehr auf deutschen Straßen unterwegs. Im Vorjahr betrug die Lücke nur 13 Prozent.

Insgesamt wurden 2022 in Deutschland rund 470.000 reine E-Autos neu zugelassen. Der Fahrzeugbestand an rein elektrischen Pkw stieg im gleichen Zeitraum jedoch nur um knapp 400.000 Einheiten an. Die Experten vermuten, dass ein Großteil der fehlenden Fahrzeuge nach Kassieren der Umweltbonus-Prämie von bis zu 9.000 Euro ins Ausland weiterverkauft wurde. Wenn die Haltedauer nach Erstzulassung mindestens sechs Monate beträgt, ist das legal, aber nicht im Sinne des Steuerzahlers. Den durch das Schlupfloch entstandenen Schaden beziffert das CAM auf 380 Millionen Euro.

Besonders lohnend ist der Trick bei teuren E-Autos. Stichproben des CAM zufolge sind die Unterschiede zwischen Neuzulassungen und Bestandszuwachs daher unter anderem bei Tesla, BMW und Audi besonders hoch, wo jedes dritte bis vierte Auto wieder aus Deutschland verschwindet. Bei günstigeren Elektrofahrzeugen ist die Lücke kleiner, beim Kleinwagen Renault Zoe etwa beträgt sie rund neun Prozent.

Mit Gewinn weiterverkaufen

Der Wiederverkauf ins Ausland lohnt sich trotz des Wertverlusts aufgrund der Förderungshöhe und der letztendlich geringen Mindesthaltedauer. So hätten sich einige Händler darauf spezialisiert, gebrauchte Elektrofahrzeuge nach sechs Monaten ins Ausland mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dabei profitieren die Verkäufer teilweise auch von Förderprogrammen in den Zielländern, die eine hohe Nachfrage und hohe Preise für junge gebrauchte E-Fahrzeuge schaffen.

Das fragwürdige Geschäftsmodell dürfte sich allerdings im laufenden Jahr weniger lohnen, nachdem die Mindesthaltedauer zum Jahreswechsel auf ein Jahr gestiegen ist. Auch dass in Deutschland die maximale Förderhöhe gesunken ist und gleichzeitig viele hochpreisige E-Mobile komplett von der Bonusregelung ausgeschlossen wurden, dürfte für eine geringere Attraktivität sorgen.


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KOMMENTARE


Thorsten Fischer

09.03.2023 - 17:21 Uhr

Der Deutsche Staat ist ja selber Schuld da hier alles viel zu kompliziert gehandhabt und nicht zu ende gedacht wird. 1. Die Subvention hätte besser für Ladeinfrastruktur ausgegeben werden sollen da die Autohersteller dafür sorgen müssen das der Transaktionspreis so ausfällt das die Fahrzeuge auch gekauft werden. Wenn sie das nicht können haben sie keine Daseinsberechtigung und verschwinden vom Markt (E-Auto-Markt). 2. Hier wird ein Beamtenapparat bewegt, Anträge hin und her gesendet, geprüft, Geld bewegt damit alle (Kunde, Autohaus, Beamte) viel Arbeit damit haben > warum keine negative KFZ-Steuer so das jeder Halter eines BEV jeden Monat einen Betrag z.B. die 6.000,00 Euro BAFA : 30 Monate = 200,00 Euro pro Monat ausgezahlt bekommt und zwar solange wie das Auto in Deutschland zugelassen bleibt - so hätte man das auch bei Kauf eines Vorführwagen/Jahreswagen/Gebrauchtwagen und wenn das Auto das Land verlässt dann ist die Subvention beendet.


Hans-Gunter Schmitz

09.03.2023 - 19:51 Uhr

Das war absehbar und zeugt einerseits von der Unverfrorenheit der Vermarkter, wir alle wissen wer die Finger im Spiel hat, und der "Ahnungslosigkeit" der Politik und der miserablen gesetzlichen Ausgestaltung im Subventionsbereich. So werden einerseits Steuermillionen verplempert und anderseits "Oberschlaue" zu Tätern. Die gesamte E- Mobilitätsförderung gehört daher zeitnah eingestellt!


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