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Skoda Auto Deutschland: "Wir haben eine sehr starke Auftragsbank"

Steffen Spies, Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland
© Foto: Skoda Auto Deutschland

Die aktuellen Lieferschwierigkeiten bremsen auch den tschechischen Importeur. Den Marktanteil hierzulande zu halten, ist eine "große Herausforderung", erklärt Geschäftsführer Steffen Spies im AUTOHAUS-Interview.


Datum:
05.11.2021
Autor:
Ralph M. Meunzel
Lesezeit: 
3 min
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Skoda ist hierzulande mit dem Geschäft im ersten Halbjahr zufrieden. Die Herausforderungen will man im engen Dialog mit dem Verband der Skoda Händler (VDS) angehen, sagt Dr. Steffen Spies, als zweiter Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland (SAD) verantwortlich für die Bereiche Finanzen, Personal, IT und Verwaltung.

AH: Herr Dr. Spies, wie sind die ersten zehn Monate für Skoda gelaufen? 

Steffen Spies: Das Jahr hat sehr gut angefangen. In den ersten sechs Monaten haben wir mit unseren Händlern die Ziele erreicht und unsere starke, profitable Marktposition hinsichtlich Marktanteil mit 6,1 Prozent und Neuzulassungen mit dem sechsten Platz in der KBA-Statistik bestätigt. Mit den Zahlen dieser ersten beiden Quartale sind wir also sehr zufrieden. Wir haben eine sehr starke Auftragsbank. Die Kunden haben großes Interesse an der Marke Skoda. Wir hatten einen geplanten Geschäftsführerwechsel und sind jetzt in einer Übergangsphase, in der ich mich um den Vertrieb und die Finanzen kümmere. Klar haben wir mit den aktuellen Herausforderungen durch die beeinträchtigten Lieferketten – Stichwort Halbleiter – in diesem Ausmaß nicht gerechnet. Unser Team mit Peter Kühl als neuem Vertriebschef steht und wir werden die Herausforderung, dass wir die Kunden aktuell nicht so wie gewünscht bedienen können, mit unseren Händlern annehmen und die Situation entsprechend steuern.

AH: Wenn ich mir jetzt einen neuen Enyaq iV bestellen würde, wie lange müsste ich warten?

S. Spies: Das hängt von der Spezifikation ab. Es gibt auch noch Lagerwagen. In der Regel werden wir allerdings im Frühsommer liefern können.

AH: Betrifft das alle Modelle?

S. Spies: Mehr oder weniger. Bei einzelnen Modellen dauert es etwas länger. Wir bauen, was zur Zeit möglich ist.

AH: Skoda soll nach Medienberichten in diesem Jahr 100.000 bis 250.000 Autos weniger bauen. Wie viele Autos stehen davon 2021 nicht mehr für den deutschen Markt zu Verfügung?

S. Spies: Wir bekommen ein reduziertes Volumen und planen von einem Monat zum nächsten. Uns liegt der deutsche Markt selbstverständlich besonders am Herzen. Daher befinden wir uns in einem täglichen Austausch mit den Kollegen in der tschechischen Zentrale, um die Liefersituation für den deutschen Markt Stück für Stück zu verbessern. Das gehört zu unserer Aufgabe als Importeur. Wir gehen davon aus, dass die Auftragsbank in der nächsten Zeit eher wächst, als dass sie zurückgeht. Das ist gleichzeitig auch ein Zeichen für die Attraktivität unserer Fahrzeuge.

AH: Wird Skoda seinen Marktanteil halten können?

S. Spies: Unser klarer Fokus richtet sich zunächst auf die profitablen Kanäle. Das hilft unserer Rendite und das hilft der Rendite des Handels. Das Halten des Marktanteils ist eine große Herausforderung und hängt von der Entwicklung des Gesamtmarkts ab. Wir wollen unseren sechsten Platz entschieden verteidigen.

AH: Wie wirkt sich das auf die Händlerrendite aus? Gibt es Unterstützungsmaßnahmen zur Absicherung der Investitionen?

S. Spies: Wir erwarten auch in diesem Jahr im Branchenschnitt eine auskömmliche Händlerrendite. Es gibt Bereiche, die sehr gut laufen, wie beispielsweise das Gebrauchtwagen- oder das Teile- und Servicegeschäft.

AH: Die Händlerzufriedenheit ist laut IFA-Institut deutlich rückläufig. Ihre Händler beklagen sich unter anderem über die fehlende Kommunikation.

S. Spies: Als Importeur können wir die Liefersituation nur bedingt beeinflussen. Auf das Thema Kommunikation haben wir allerdings einen sehr großen Einfluss. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir werden dieses Thema gemeinsam mit dem Verband der Skoda Händler (VDS) auf neue Füße stellen. Es wird einen intensiveren, direkten Dialog mit dem Handel geben. Die Zeiten sind nicht nur in diesem Jahr herausfordernd, sondern auch in 2022. Wir werden auf Augenhöhe, sehr unprätentiös und sehr eng miteinander reden. Die Händler müssen ihre Ansprechpartner haben und das sind wir.

AH: In welcher Form?

S. Spies:  Das planen wir derzeit in Abstimmung mit unserem Partner – dem VDS – aus. Soviel sei allerdings gesagt: Wir werden Wert auf den persönlichen Kontakt und das direkte Gespräch legen. Darauf haben beide Seiten lange genug gewartet. Wir werden inhaltlich sicher nicht sagen können, dass sofort alles gut wird. Ganz entscheidend ist aber, dass wir unsere Hand ausstrecken.

AH: Wird die Liefersituation die Einführung des Agenturgeschäfts bei den BEV beeinflussen?

S. Spies: Wir werden das Thema mit dem VDS besprechen. Da geht es um Form und Inhalte, völlig unabhängig von der aktuellen Situation. Es gibt noch keinen feststehenden Einführungstermin. Das Agenturmodell bietet für beide Seiten Vorteile. Der entscheidende Vorteil ist die Preisstabilität, die für alle Partner einen großen Effekt haben wird. Das bedeutet Zuverlässigkeit und höhere Erträge.

AH: Herr Dr. Spies, herzlichen Dank für das Gespräch!

Beim vorliegenden Interview handelt es sich um eine gekürzte Fassung. Den vollständigen Artikel lesen Sie in AUTOHAUS Ausgabe 21, die am 8. November erscheint. Nutzer von AUTOHAUS next können das komplette Interview schon heute online lesen.

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