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6. AUTOHAUS Praxistag Neue Geschäftsmodelle: Wege zum Erfolg

Jörg von Steinaecker führte durch die Veranstaltung.
© Foto: Anna Beyschlag/AUTOHAUS

Wie der Automobilhandel vorhandene Facilities, Prozesse und Kundenkontakte nutzen kann, um neue Geschäftsmodelle zu etablieren, zeigten am Dienstag in Alzey Branchenexperten an konkreten Praxisbeispielen.


Datum:
25.04.2023
Autor:
Michael Harms/AUTOHAUS next
Lesezeit:
5 min
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In welcher Tiefe muss sich der Autohandel mit ergänzenden Geschäftsmodellen beschäftigen? Wie kann das aussehen und wo liegen die Gründe dafür? Diese Fragen eröterten Branchenexperten und Autohändler am Dienstag beim 6. AUTOHAUS Praxistag “Neue Geschäftsmodelle”. Sie gaben dabei konkrete Praxistipps und Erfahrungsberichte aus dem Autohandelsalltag. Den Kongresstag eröffnete Dr. Jörg von Steinaecker, Geschäftsführer von Steinaecker Consulting, mit einem allgemeinen Blick auf das Thema. Der Moderator regte die in Alzey versammelten Teilnehmer in seinem Vortrag mit einigen drängenden Fragen zum Nachdenken an.

Direkt im Anschluss gab Tobias Brendel, Chief Digital Officer / Leiter Digitalisierung der Alphartis SE, einen Überblick zu den eigenen Erfahrungen im Hinblick auf neue Geschäftsmodelle. Als Beispiel nannte er hierfür den Aufbau eines E-Shops, der im Jahr 2013 startete, zuerst mit einer White-Label-Lösung auf Ebay. Nach verschiedenen Zwischenschritten wurde 2022 der Shop in die eigene Website integriert. Die entscheidende Herausforderung ist laut Tobias Brendel nicht die Technik, sondern die Entwicklung des nötigen Prozesses. Natürlich wird parallel auch das vorhandene Geschäftsmodell Autohandel vorangetrieben. Hierbei liegt momentan der Schwerpunkt der Autohandelsgruppe auf der digitalen Fahrzeugpräsentation.

Joachim Ernst, Geschäftsführer im Autohaus Willy Ernst in Coburg, startete seinen Vortrag mit der Aussage: “Wenn der Mitarbeiter grinst und der Kunde grinst, wenn er vom Hof geht, dann hast du alles richtig gemacht." Um das zu erreichen, sollte man sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Kundenbedürfnisse dürfe man dabei nicht außer Acht lassen. Dabei entstand die Idee, das Geschäftsmodell Carsharing zu etablieren. Basis hierfür war die Integration des Angebots in die App https://www.rentilist.de.


6. AUTOHAUS Praxistag Neue Geschäftsmodelle

AUTOHAUS Praxistag 2023 Bildergalerie

Vom Autohaus zum Mobilitätsdienstleister

Die Implementierung einiger neuer Geschäftsmodelle macht Autohäuser mehr und mehr zum Mobilitätsdienstleister. Wie das funktioniert, zeigte Thomas Bruß, Head of Business Development der BOB Automotive Group. Er stellte weitere Bausteine auf dem Weg dahin vor. “Wir müssen die Chancen sehen, die durch die Veränderungen im Markt entstehen”, so der Händler. Um den Kunden im Autohaus zu halten, wurde ein eigenes umfangreiches Ökosystem geschaffen. Der Handel mit Fahrrädern wurde dabei professionalisiert und eröffnete durch den Verkauf von Zubehör und Dienstleistungen rund um das Fahrrad weitere Geschäftsmodelle. Um den Bereich E-Mobilität gesamtheitlich abwickeln zu können, arbeitet die Handelsgruppe mit dem Dienstleister e-mobilio zusammen.

Um den Kunden flexible Mobilität bieten zu können, implementieren immer mehr Autohäuser auch das Geschäftsmodell Auto-Abo in ihrem Produktportfolio. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigten zwei Vorträge auf dem Praxistag. Als erstes präsentierte Sven O. Arnegger, Business Development Manager bei der Schneider Gruppe, wie man im eigenen Unternehmen die Vor- und Nachteile gegenübergestellt hat, um daraus die beste Lösung für das eigene Auto-Abo zu entwickeln. Volle Kostenkontrolle, hohe Flexibilität, Rundum-Sorglos-Service, die sofortige Verfügbarkeit von Autos und die Möglichkeit zu wechseln machen aus Kundensicht und nach Meinung der Schneider Gruppe das ideale Auto-Abo aus. Um das in dieser Form umsetzen zu können, wurde ViveLaCar als Abwicklungspartner gewählt.

Christoph Stricker, Geschäftsführer Autohaus Kurt Stricker, stellte danach dar, wie man - unabhängig vom Herstellerangebot - ein eigenes Auto-Abo-Angebot aufbaut. Das Besondere an der Umsetzung ist, dass der Prozess komplett über Freeware abgewickelt wird. Daher entstanden keine Kosten für den Einsatz von Software. Die Erfahrung aus den ersten zehn Monaten zeigt auf, dass man mit rein regionalem Marketing erste Verkaufserfolge erzielen kann. “Man bekommt Zugang zu neuen Kunden, aber bindet auch Bestandskunden”, fasste Christoph Stricker zusammen.

Caravaning, Auktionen und Kundenportal

Sebastian Reikowski eröffnete den Nachmittag mit einem Einblick in das Partnermodell von Freeway Camper. Der Camping Markt ist in starkem Wachstum begriffen. Das Autohaus kann als Anlaufstelle für interessierte Kunden dienen. Ein mögliches Geschäftsmodell wurde am Beispiel der Zusammenarbeit mit der Starke Automobilgruppe dargestellt. Jan Kemper, Spezialist Digitalisierung Handelspartner BDK, stellt kurz und prägnant Services für Händler vom Neuwagenkonfigurator bis zur Börse “Juhu” vor.

Einen weiteren Ansatz für neue Geschäftsmodelle zeigte Uwe Mittelstädt, Verkaufsleiter Gebrauchtwagen im Autohaus Ostmann, zusammen mit Olaf Bock von Alpha Online auf. Das Autohaus bietet eigene Auktionen an. Dies führte dazu, dass sich die Marge pro Fahrzeug deutlich erhöhte. Um einen sauberen Prozess abzubilden, hat man sich den Dienstleister ins Boot geholt. Zum Abschluss der Vortragsreihe sprach Daniel Dornig, Geschäftsführung, Autohaus Dornig über seine Beweggründe, ein Kundenportal an den Start zu bringen. Er stellte dar, wie das Projekt aufgesetzt wurde und mit welchen Kunden Features letztendlich gestartet wurden.

Der 6. Praxistag Neue Geschäftsmodelle wurde bereits am Vorabend von Dr. Jörg von Steinaecker mit einer lockeren Talkrunde eröffnet. Er stellte Thesen auf, die von AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel, Dirk Gullatz und Andrè Bonus (beide BDK) kommentiert wurden. Abgerundet wurde der Abend mit einem Get-Together, das von den Anwesenden zum Netzwerken genutzt wurde.


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