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Porsche Holding Salzburg: Mehrmarken-Sparte vor Verkauf

Alain Favey ordnet die Vertriebsaktivitäten der Porsche Holding Salzburg neu.
© Foto: Volkswagen

Europas größter Autohändler PHS will sich noch stärker auf die VW-konzerneigenen Betriebe konzentrieren. Bis zur Jahresmitte soll das Geschäft mit Fremdmarken abgestoßen werden – an eine Schweizer Branchengröße.


Datum:
07.03.2017
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Im europäischen Autohandel steht ein großer Coup bevor: Die Volkswagen-Tochter Porsche Holding Salzburg (PHS) will ihr Händlernetz weiter straffen und sich bis Mitte des Jahres von ihrer Fremdmarken-Sparte trennen. Ein Käufer steht auch bereits fest: die Schweizer Emil Frey Gruppe.

Konkret geht es bei dem Deal um den Geschäftsbereich PGA Motors. Dort hat Europas größter Autohändler bislang hauptsächlich die Einzelhandelsaktivitäten mit Marken wie BMW, Citroën, Mazda, Mercedes-Benz, Opel, Peugeot oder Suzuki vereint. Laut PHS sollen insgesamt 275 Standorte von PGA – 193 in Frankreich, sechs in Belgien, zwölf in Polen und 50 in den Niederlanden – an die Emil Frey Gruppe gehen. Zusätzlich sollen 14 französische Autohäuser auch unter dem neuen Eigentümer die VW-Marken vertreten.

Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden und den Arbeitnehmer-Vertretungen abgesegnet werden. Mit einem Vollzug wird im Juli 2017 gerechnet. Dann will PHS alle konzerneigenen Autohäuser auf dem französischen Markt in der neu gegründeten Gesellschaft "Volkswagen Group Retail France (VGRF)" bündeln, wie Alain Favey, Sprecher der Geschäftsführung, in einer Mitteilung ankündigte. Diese umfasse 19 Händlerbetriebe, die bisher zur "Volkswagen Group France" gehören, und 44 Standorte von PGA Motors, die bereits VW-Konzernmarken verkaufen.

Die neue VGRF soll 1.900 Mitarbeiter beschäftigen und ein geplantes Neuwagen-Jahresvolumen von rund 30.000 Fahrzeugen erzielen. "Damit würde sich die Sparte als eine bedeutende Händlergruppe im französischen Vertriebsnetz der Konzernmarken etablieren", sagte Favey.

Mit dem PGA-Verkauf treibt PHS seine Fokussierung auf VW-eigene Autohäuser in Europa voran. Seit 2012 holen die Salzburger nach und nach die Retail-Betriebe des Wolfsburger Autokonzerns unter ihr Dach. Künftig soll das Unternehmen in Österreich, Deutschland (VGRD), Spanien (VGRS), Südosteuropa, Italien, Schweden und Frankreich alle werkseigenen Händler der Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda verantworten. Hinzu kommen einige Standorte von Porsche und Bentley. Favey: "Dadurch schaffen wir eine bessere Effizienz und Kundenbindung."

Erstmals eine Million Fahrzeuge abgesetzt

Die Porsche Holding Salzburg ist seit 2011 eine 100-prozentige Tochter von Volkswagen. Der Megadealer beschäftigt weltweit über 35.000 Mitarbeiter und ist in 26 Ländern im automobilen Groß- und Einzelhandel tätig, außerhalb Europas in Südamerika, China und Malaysia. Im vergangenen Jahr verkauften die Österreicher nach vorläufigen Zahlen 719.000 Neuwagen und 281.000 Gebrauchtfahrzeuge. Der Umsatz lag zuletzt bei 18,8 Milliarden Euro (2015).

Auch die Emil Frey Gruppe ist ein Branchenschwergewicht. Das 1924 gegründete Familienunternehmen operiert nicht nur im Fahrzeugimport und -handel, sondern auch im Großhandel mit Teilen und Zubehör. Finanzdienstleistungen zählen ebenfalls zum Portfolio. Interessant im Zusammenhang mit dem PHS-Deal: Seit Anfang 2016 gehört Christian Klingler zur Führungsspitze von Emil Frey. Vor seiner Zeit als Vertriebsvorstand des VW-Konzerns war er für PHS tätig und hatte PGA Motors zu einer der erfolgreichsten Autohandelsgruppen in Europa aufgebaut. (rp/se)

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