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VW- und Audi-Handel: "Wir erwarten ein herausforderndes Jahr"

Dirk Weddigen von Knapp: zwischen Aufholjagd und Zielanpassung
© Foto: Tim Wegner/VAPV

Eigentlich wollen die VW- und Audi-Händler die Corona-Verluste aus 2020 wettmachen. Doch im neuen Jahr wird die Organisation schon in den Startlöchern ausgebremst. Verbandspräsident Weddigen von Knapp setzt auf die Unterstützung der Hersteller.


Datum:
08.01.2021
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Die VW- und Audi-Händler blicken mit gemischten Gefühlen auf 2021. "Wir erwarten ein herausforderndes Jahr, weil wir 2020 aufholen wollen und müssen", sagte Dirk Weddigen von Knapp, Vorsitzender des Volkswagen und Audi Partnerverbands (VAPV), im Gespräch mit AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel. Das sei aber unter Corona-Gesichtspunkten eine besonders schwierige Aufgabe. Weddigen von Knapp verwies auf die aktuellen Lockdown-Beschlüsse der Bundesregierung, die das für die Betriebe so wichtige Frühjahrsgeschäft bedrohten. Grundsätzlich gehe er von einer längeren Auseinandersetzung mit dem Virus aus.

Vor diesem Hintergrund strebe der Verband eine deutliche Anpassung der ambitionierten Jahresziele an, die die Hersteller auf Basis der Zahlen von 2019 in die Bücher geschrieben hätten, betonte Weddigen von Knapp. "Wir werden nicht das Jahr bekommen, das wir eigentlich geplant haben." Man wolle deshalb wieder den wöchentlichen Dialog mit den Herstellern und der Finanzsparte suchen, um "die Auswirkungen der Corona-Situation auf unsere Partner zu minimieren".

Im vergangenen Jahr konnte der Verband durch eine schnelle und beherzte Reaktion die Corona-Härten für seine Mitglieder deutlich abmildern. Als Stichworte nannte Weddigen von Knapp permanente Liquiditätsbeobachtung, Valuta-Regelungen, Ziel-Adjustierungen und Anpassungen der Bonus-Stufen. "Die im Jahr 2020 mit dem Hersteller gemeinsam verabredeten Erleichterungen sind die Blaupause für mindestens das erste Quartal 2021", erklärte er.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der VW- und Audi-Autohäuser sagte Weddigen von Knapp, dass die Corona-Krise die Spreizung der wirtschaftlichen Ergebnisse verstärkt habe. "Im Durchschnitt hat die Organisation rund ein Prozent vor Steuern verdient." Die Pandemie habe auch in der Kfz-Branche wie ein Brennglas auf die operative Performance gewirkt. "Diejenigen Betriebe, die ihre Prozesse durch konsequente und disziplinierte Prozessverfolgung im Griff haben, schneiden deutlich besser ab als der Durchschnitt."

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Große Sorgen bereiten dem Händlerverband die Marktanteilsverluste bei Volkswagen. Die Marke war 2020 auf 18 Prozent abgesackt. "Das ist nicht die Zahl, die wir brauchen, denn wir sind auf 21 bis 22 Prozent in unserer Organisation investiert", so Weddigen von Knapp. Das neue Jahr wolle man für deutlich stärkere Verkäufe nutzen, gerade auch bei den E-Fahrzeugen. "Voraussetzung dafür ist jedoch eine starke Unterstützung der jeweiligen Marken." Positiv stimmt den VAPV-Präsidenten, dass sich die Belieferung nach den coronabedingten Verzögerungen wieder normalisiert habe. Auch erwarte er keine weiteren technischen Probleme wie bei der holprigen Markteinführung des Golf 8 im vergangenen Jahr.

Mit deutlichen Worten kritisierte Weddigen von Knapp die aktuelle Situation bei der Kfz-Zulassung in Deutschland: "Der Dezember war eine Katastrophe." In einer solchen Krise sei es absolut unverständlich, dass die Entscheidung, ob eine Zulassungsstelle geöffnet oder geschlossen wird, in der Hand der Kommunen bleibe. Stattdessen müsse es bundesweit einheitliche Regelungen geben. Gleiches gelte für digitale Zulassungslösungen. Bei diesen Fragen müsse der VAPV im Verbund mit dem Dachverband ZDK noch mehr politische Überzeugungsarbeit leisten. (rp)

Das komplette Interview mit Dirk Weddigen von Knapp finden Sie ab 11. Januar 2021 auf der Wissensplattform AUTOHAUS next!

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