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Servicegipfel: Logistikketten führen zu Engpässen

V.l.n.r.: Ralph M. Meunzel (AUTOHAUS), Axel Ecke (Subaru Deutschland), Arno Bach (RR Team), Axel Birken (SsangYong Motors Deutschland), Stefan Raschig (Würth) und Gerd Meyer (Mazda Motors Deutschland)
© Foto: Dietmar Winkler

Beim Servicegipfel von AUTOHAUS und asp wurde deutlich: Aktuell sind nicht nur Neufahrzeuge Mangelware, es fehlen auch Teile in den Werkstätten – Kunden müssen länger auf Reparaturen warten.


Datum:
06.12.2021
Autor:
Dietmar Winkler
Lesezeit: 
5 min
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Beim AUTOHAUS/asp AUTO SERVICE PRAXIS-Servicegipfel powered by Würth Group in Essen ging es um die aktuelle Situation im Servicegeschäft – vor allem um die akuten Lieferengpässe, hohe Logistikkosten und Chipmangel. Zudem gab es einen Überblick zur Situation im Rädergeschäft. Unter der Moderation der Chefredakteure Ralph M. Meunzel und Dietmar Winkler diskutierten Axel Ecke (Subaru Deutschland), Arno Bach (RR Team), Axel Birken (SsangYong Motors Deutschland), Stefan Raschig (Adolf Würth) und Gerd Meyer, Mazda Motors Deutschland.

Einhellige Meinung der Anwesenden: Die akuten Preissteigerungen in der Logistik, speziell im Seetransport aus Fernost, der Mangel an Transportkapaziäten und daraus resultierende Engpässe treffen direkt das Servicegeschäft in Europa. Es fehlen Teile in den Werkstätten, Kunden warten demnach nicht nur auf Neufahrzeuge, sondern auch auf Reparaturen. Ebenfalls ärgerlich für Kunden: Ersatzfahrzeuge sind derzeit schwer zu bekommen und wenn dann ebenfalls teuer.

Raschig, der weltweit das Key Account Automotive-Geschäft von Adolf Würth verantwortet, gab einen Einblick in das breite Serviceportfolio im Bereich Automotive. In seiner Rolle ist er für 600 Mitarbeiter in 63 Länder zuständig. Würth ist hier als Systemprovider einer der führenden Anbieter und kümmert sich oftmals Projektbezogen um Bereitstellung von Material, Planung, Organisation und Einkauf der Materialien. Was oft nicht so bekannt ist: Würth sieht sich zunehmend als Hersteller vieler Produkte im Servicegeschäft, unter anderem von Fahrzeug-Diagnosetechnik. "Wir stellen 50 Prozent der Produkte selbst her", erklärte Raschig.

Problemlöser Würth

Ein klarer Trend im markengebundenen Servicegeschäft: Viele Betriebe machen zusätzlich zur eigenen Marke zunehmend Fremdmarkengeschäft in der Werkstatt. Dazu ist die entsprechende Ausrüstung notwendig sowie das Know-how im Bereich Diagnose. Die Einführung von Security Gateways in der Diagnose von den Automobilherstellern stellt viele Betrieb vor Probleme. Hier bietet Würth entsprechende Tools und Lösungen, beispielsweise wenn es darum geht eingebaute OE-Teile freizuschalten oder Zertifikate zu erhalten. Problemlöser ist das Unternehmen auch im Bereich Werkstatteinrichtung, etwa bei der Ausstattung von Arbeitsplätzen für Elektrofahrzeugen und die kombinierte Nutzung für E-Fahrzeuge und Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben.

Diskutiert wurde die Frage, wie digitale Lösungen das Erlebnis des Servicekunden verbessern und Prozesse noch schlanker machen können, vor allem in der Serviceannahme. Hier können beispielsweise mit Smartphone oder Endoskop aufgenommene Bilder auf ein Tablet geladen und im Dialog mit dem Kunden besprochen werde. Der Kunde muss sich dann in der Dialogannahme nicht selbst unter das Fahrzeug begeben.

Inwieweit die Traktionsbatterie künftiger Fahrzeuggenerationen in der Fläche den Werkstätten zusätzliches Geschäft bescheren könnte, wurde kontrovers gesehen. Einerseits werde es sicher Servicebedarf geben, andererseits sei fraglich, ob der Austausch einzelner Zellen künftig eher spezialisierten Spezialwerkstätten vorbehalten sein müsse. Derzeit würden Traktionsbatterien nach Unfällen in der Regel komplett getauscht, was bei den Versicherern für Unmut sorgt. Ob diese Praxis auch künftig Bestand hat, ist angesichts der Kostensituation offen.

Deutliche Preiserhöhung bei Alufelgen

Reifenexperte Arno Bach, Geschäftsführer des Reifenspezialisten RR Team, gab einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in Reifengeschäft und im Handel mit Kompletträdern. Aufgrund der aktuellen Preisentwicklung bei Rohstoffen sei eine deutliche Preiserhöhung bei Alufelgen festzustellen. Ob sich auch bei Reifen eine Preiserhöhung abzeichnet, sei derzeit noch nicht klar – dies ei auch abhängig von der Automobilproduktion, die derzeit unter dem Chipmangel leidet.

Zum Thema Ganzjahresreifen relativierte Bach den angeblichen Preisvorteil von Ganzjahresreifen für Verbraucher. Abgesehen von deutlichen Abstrichen bei der Sicherheit ergeben sich je nach Kilometerleistung unterm Strich aufgrund des höheren Verschleißes nur ganz geringfügige Kostenvorteile. "In vielen Fällen können wir das Argument widerlegen, dass der Ganzjahresreifen für den Verbraucher in der Gesamtrechnung günstiger ist", erklärte er.

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